Abschlusspräsentation der Azubi-Energie-Scouts - Foto: Mareen Capristo
Abschlusspräsentation der Azubi-Energie-Scouts - Foto: Mareen Capristo

Azubis werden Energie-Scouts

Mainfrankens Energie-Scouts

Zum vierten Mal hat die IHK Würzburg-Schweinfurt die besten Projekte von Azubi-Energie-Scouts in Mainfranken ausgezeichnet. Energie-Scouts sind Auszubildende, die eine Qualifizierungsmaßnahme zum Thema Energieeffizienz absolviert und Energieeffizienzprojekte in ihren Ausbildungsbetrieben geplant haben.

25 Auszubildende aus sieben mainfränkischen Firmen unterschiedlicher Branchen traten in Teams an und präsentierten am 19. Januar 2017 in der IHK-Geschäftsstelle in Schweinfurt ihre Projekte vor Publikum und Fachjury. Die vorgestellten Energiesparprojekte reichten von Isolierung von Heizbändern über Nutzung von Kompressorabwärme und von Elektromobilität bis zur effizienten Taktung von Förderbändern.

Anerkennung

In seinem Grußwort würdigte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Bode den Beitrag der Energie-Scouts zur Energiewende in ihren Unternehmen. „Die Teilnehmer des Projektes Energie-Scouts verdienen unsere Anerkennung für ihr Engagement zu Energieeffizienz und Klimaschutz in Unternehmen. Sie haben ihre Ausbildungsbetriebe kritisch inspiziert, Energieeinsparpotenziale identifiziert und in ihren Unternehmen Investitionen in Effizienzmaßnahmen angeregt. Sie alle sind Gewinner!“ Er gratulierte den erfolgreichen Absolventen und händigte jedem Azubi eine Teilnahmebescheinigung aus.

Erster Platz

Den ersten Platz belegten Robin Eisenbrand, Sophie Dietrich, Alexander Grischenko und Maximilian Johannes von der Firma Lisi Automotive KKP GmbH & Co. KG aus Mellrichstadt. Die vier Auszubildenden aus unterschiedlichen Ausbildungsberufen untersuchten, wieviel Energie ihr Ausbildungsbetrieb einsparen könnte, wenn die Förderbänder in der Produktion mit einer zeitlichen Taktung versehen werden. Sie errechneten ein Einsparpotenzial von 93 Prozent und über 7.500 Euro bei einer Amortisationszeit von weniger als zwei Jahren. Mit diesem Konzept konnten die Azubis bereits ihre Geschäftsleitung überzeugen, die das Projekt umsetzen will.

Zweiter Platz

Den zweiten Platz erreichte das Team der Firma Fränkische Rohrwerke Gebr. Kirchner GmbH & Co. KG aus Königsberg in Bayern. Die Auszubildenden Adrian Lenhart, Philipp Pätzold und Clara Schuhmann untersuchten, was sie sparen, wenn sie die Heizbänder der Extruder isolieren. Durch Messungen fanden sie heraus, dass sie durch die Isolierung über 1300 Euro pro Jahr und den Energieverbrauch von zwei Vier-Personen Hauhalten einsparen können.

Dritter Platz

Der dritte Platz ging an die Auszubildenden Moritz Bühner, Silvan Kober, Konstantin Metz, Tobias Rüttiger und Fabian Voll von der Paul & Co. GmbH & Co. KG aus Wildflecken. Sie untersuchten, wie sich durch Lampen- oder Leuchtenaustausch die Stromkosten in einem Werk ihres Ausbildungsbetriebes, die 71 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, reduzieren lassen.

Das Siegerteam der Lisi Automotive GmbH hat sich zusammen mit den Gewinnern der letzten Runde – Hatice Kara, Annabell Franz, Maximilian Fuchs und Paul Fortune von der Firma F.S. Fehrer Automotive GmbH in Kitzingen – für den bundesweiten Wettbewerb in Berlin im Sommer qualifiziert.

Jurybewertung

Die dreiköpfige Jury bewertete zum einen das Energiesparprojekt der Teams an sich, insbesondere Realisierbarkeit, Umsetzung, Eigenleistung und Belege sowie die Präsentationstechnik der Auszubildenden. Die Jurymitglieder zeigten sich beeindruckt von der Bandbreite und der Qualität aller vorgestellten Projekte sowie der Leistung und dem Engagement der Jugendlichen.

Mitwirkende

Weitere Teilnehmer an der vierten Runde der Azubi-Energiescouts in Mainfranken waren: Philip Christofferson und Fabian Wehner von der Baurconsult GbR Architekten/Ingenieure aus Haßfurt; Adrian Bohl, Jonas Evertz, Dominik Heide, Laura Gromhaus, Celina Rohde und Sebastian Werb von der FTE automotive GmbH aus Ebern und aus Fischbach, die mit zwei Teams vertreten war; Adrian Büttner, Kai Wolz, Philipp Spiegel und Julius Littig von der Wegmann-Automotive GmbH & Co. KG in Veitshöchheim sowie Jana Müller, Auszubildende der ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG aus Oberthulba.

Gemeinsames Projekt

Die IHK Würzburg-Schweinfurt bietet die Qualifizierung zum „Energie-Scout“ für Auszubildende im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz an – ein gemeinsames Projekt des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) und des Bundesumweltministeriums (BMUB). Die IHK bietet ab März 2017 den nächsten Kurs „Azubi-Energie-Scouts“ an.

Ehrenvolle Aufgabe

Die Teilnehmer werden für das Thema Energie und Energieeffizienz sensibilisiert. Die Auszubildenden tragen dann als Energie-Scouts in ihren Ausbildungsbetrieben dazu bei, Energieeinsparpotenziale zu erkennen, zu dokumentieren und Verbesserungen anzuregen. Die Qualifizierung wird in vier Einheiten durchgeführt: Einführung in die Energieeffizienz, Messtechniken, Kommunikation, Projektarbeit und Ergebnispräsentation. Deutschlandweit haben sich seit Anfang 2014 über 2.800 Auszubildende von 800 Unternehmen zu Energie-Scouts qualifiziert, bei der IHK Würzburg-Schweinfurt bislang 121 Auszubildende aus 35 Unternehmen.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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