Katja in Action - Foto: FoosPic/Katja Dwenger
Katja in Action - Foto: FoosPic/Katja Dwenger

Würzburgerin fährt zur Tischfußball-WM

Mehr als Kneipensport

Noch immer ist Tischfußball ein unterschätzter Sport, der den meisten nur aus der Kneipe bekannt ist. Umso mehr wird es einige überraschen, dass man im Tischfußball neben regionalem Ligabetrieb auch Meisterschaften auf nationaler und internationaler Ebene ausrichtet. Dieses Jahr wird zum Beispiel in Hamburg die Weltmeisterschaft 2017 ausgetragen.

WM in Hamburg

Im April finden über 6 Tage die verschiedenen Wettbewerbe in den Bereichen Herren, Damen, Senioren, Junioren, Rollstuhl und der jeweiligen Nationalteams statt. Erwartet werden etwa 800 Sportler und Aktive, die sich in ihren Landesverbänden qualifizieren mussten, sowie bis zu 3.000 Zuschauer täglich.

Würzburgerin am Start

Auch Würzburg schickt eine Sportlerin ins Rennen: Die 25-jährige Nationalspielerin Katja Dwenger. Seit Oktober 2015 wohnt die gebürtige Berlinerin aufgrund ihres Studiums in Würzburg. Die junge Profisportlerin hat sich in den letzten Jahren mit einigen Titeln schmücken können, unter anderem ist sie 2-fache Deutsche Meisterin im Damen Doppel mit Partnerin Jessica Bechtel. Bei der Weltmeisterschaft geht Katja in allen Kategorien an den Start, spielt Doppel sowie Einzel und darf nun auch ihr Land im Nationalteam vertreten. Wir haben Katja mal zu ihrem nicht ganz gewöhnlichen Hobby befragt:

Seit wann spielst du Tischfußball und wie bist du dazu gekommen?

Mein Vater spielt bereits seit seiner Jugend regelmäßig Tischfußball und konnte mich 2009 zu einem Besuch im Bundesleistungszentrum in Berlin überreden. Spätestens bei dem darauffolgenden ersten Turnier hat mich der Ehrgeiz gepackt – nicht zuletzt, weil wir zu Hause immer um das Reinigen des Katzenklos gespielt hatten und ich es leid war zu verlieren.

Was fasziniert dich an diesem Sport?

Ich finde es jedes Mal sehr interessant, seinem Gegner so „nah“ zu sein. Dadurch, dass man sich direkt gegenübersteht, sieht man jede Reaktion und Emotion bzw. lernt mit den Eigenen umzugehen. Ab einem gewissen Level sind sich viele Spieler rein technisch ebenbürtig, dann kommt es auf die mentale Stärke und auch Tagesform an. Auch äußere Faktoren wie zum Beispiel viele Zuschauer bei einem spannenden Spiel, die lautstark für ihre Favoriten anfeuern, können beeinflussend sein. Man muss alles ausblenden können und in den entscheidenden Situationen cool und clever handeln.

Besonders schön finde ich die Kategorie Doppel, da man seinem Partner in den genannten Situationen ebenfalls sehr nahe ist, das schweißt zusammen und schafft wunderbare Momente die man teilen kann.

Was waren deine bisher größten Erfolge?

Am schönsten war es, die Deutsche Meisterschaft zwei Mal in Folge zu gewinnen. Meine Partnerin Jessica Bechtel und ich holten uns 2014 und 2015 Gold im Damen Doppel. Mit dem Vize-Titel 2016 kann ich auf drei konstant erfolgreiche Jahre zurückblicken, was mich sehr stolz macht.

Mit welchen Erwartungen fährst du zur Weltmeisterschaft?

Die letzte WM 2015 in Turin lief denkbar schlecht für Jessica und mich. Wir setzten uns damals im Doppel mit der neu gewonnenen Favoritenrolle viel zu sehr unter Druck und schieden vorzeitig aus. Dieses Jahr blicken wir etwas entspannter in Richtung WM. Wir haben bereits viel zusammen erlebt und auch die negativen Turniere zusammen durchgestanden, was uns insgesamt gestärkt hat.

Ich erwarte also lieber nicht zu viel und freue mich einfach darauf, die Heim-WM mitspielen zu dürfen. Insgesamt betrachtet wünsche ich mir jedoch, dass mein Sport nach diesem Kicker-Groß-Event mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung im Land erfährt.

Wir wünschen Katja jedenfalls viel Erfolg bei der WM und drücken die Daumen! Wer immer mit aktuellen News über Katja und ihren Sport versorgt werden möchte, kann sich auf ihrer Facebookseite informieren.

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