Arbeitsmarktreport für Dezember 2016

Winter lässt Arbeitsmarkt kalt

  •  7.600 Arbeitslose; 40 mehr als im November; 140 weniger als vor einem Jahr
  • Arbeitslosenquote unverändert bei 2,6 Prozent (Vorjahr 2,7 Prozent)
  • Hohe Arbeitskräftenachfrage hält an

Beschäftigungsaufschwung setzt sich fort

Der regionale Arbeitsmarkt hat zum Jahresende seine gute und stabile Verfassung nochmals unterstrichen. Die Zahl der arbeitslosen Frauen Männer ist zwar aus jahreszeitlichen Gründen angestiegen, jedoch deutlich geringer als ursprünglich erwartet. In den zurückliegenden fünf Jahren war eine durchschnittliche Zunahme um 360 Arbeitslose zu verzeichnen. Im aktuellen Berichtsmonat ist der Bestand lediglich um 40 Personen auf 7.600 angewachsen. Gegenüber dem Vorjahr war das ein Minus von 140 Frauen und Männern. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 2,6 Prozent und lag um 0,1 Prozentpunkte unter dem Dezemberwert von 2015.

„Platzierung in der Champions League“

Im langjährigen Vergleich bewegte sich der aktuelle Arbeitslosenbestand auf einem historischen Tiefststand. Eugen Hain, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg, zeigt sich demzufolge mit der Entwicklung zum Jahresausklang sehr zufrieden: „Der regionale Arbeitsmarkt verabschiedet sich vom Jahr 2016 mit einer Platzierung in der Champions League. Natürlich war eine gute Performance im Jahresverlauf zu erwarten. Aber dass sich die heimische Wirtschaft von allen Irrungen und Wirrungen um uns herum so völlig unbeeindruckt zeigte, ist in der Tat beeindruckend! Man kann es nicht oft genug wiederholen:

Auf unseren ‚Branchenmix‘ können wir uns was einbilden. Er ist letztlich neben dem Fleiß der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und dem professionellen Agieren der Unternehmer der Garant für die stabile arbeitsmarktliche Trutzburg an Main. Für das Jahr 2017 sollten wir dankbar sein, wenn es so wird, wie es im alten war!“

Zu- und Abgangsbewegungen

Im Dezember haben sich 2.660 Personen arbeitslos gemeldet. Rund 290 weniger als im November und 60 weniger als vor einem Jahr. Nach einer vorherigen Erwerbstätigkeit meldeten sich 1.140. Das war ein Minus von 50 gegenüber November und von 120 gegenüber dem Vorjahr.

2.620 Menschen haben ihre Arbeitslosigkeit wieder beendet – 420 weniger als im November, jedoch 240 mehr als 2015. Etwa 780 haben davon erstmals oder erneut eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Das waren 160 weniger als im November und 20 weniger als im Dezember 2015.

Personengruppen

Gegenüber November ist der Bestand arbeitsloser Männer um rund vier Prozent angewachsen. Der Bestand arbeitsloser Frauen hat sich dagegen um rund drei Prozent verringert. Die gegenläufige Entwicklung liegt darin begründet, dass Männer überproportional in Außenberufen beschäftigt sind. Mit der einsetzenden Winterpause in einschlägigen Berufsfeldern wie beispielsweise dem Bau, der Land- und Forstwirtschaft oder dem Garten- und Landschaftsbau werden diese in der Folge häufiger arbeitslos als Frauen. Frauen sind dagegen vermehrt in Dienstleistungsberufen wie beispielsweise dem Verkauf anzutreffen. Sie haben von den zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten des Weihnachtsgeschäfts profitiert.

Mehr Arbeitslose mit Fluchthintergrund

Betrachtet man die Struktur der arbeitslosen Frauen und Männer nach Alter, Herkunft und Dauer der Arbeitslosigkeit, haben sich kaum Veränderungen zu den Vormonaten ergeben. Etwa jede vierte arbeitslose Person besaß keine deutsche Staatsangehörigkeit oder war seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung und damit langzeitarbeitslos. Mit 1.740 Betroffenen waren beide Bestände nahezu identisch. Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch in der zurückliegenden Entwicklung. Während sich der Bestand der Langzeitarbeitslosen in den zurückliegenden zwölf Monaten und rund neun Prozent verringerte, hat sich der der arbeitslosen Ausländer um 24 Prozent erhöht.

Ursächlich hierfür war die vermehrte Arbeitslosmeldung von Menschen mit Fluchthintergrund. Im Sog dieser Entwicklung ist auch die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen um rund neun Prozent angestiegen. Mit 720 Betroffenen zählte etwa jeder zehnte Arbeitslose zu den Jüngeren. Nur marginale Veränderungen gab es bei den Schwerbehinderten und bei den über 55-Jährigen. Der Bestand von 740 schwerbehinderten Frauen und Männer und 1.760 Älteren blieb gegenüber dem Vormonat und Vorjahr nahezu konstant.

Stellenentwicklung

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern blieb ungebrochen hoch. Die Betriebe des Agenturbezirks haben 1.220 offene sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das waren fast 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand übertraf mit 4.160 Vakanzen das Vorjahresniveau um mehr als 20 Prozent. Zusätzliches Personal wurde insbesondere in den Bereichen Verkauf, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Mechatronik und Elektronik, Verkehr und Logistik, Medizin sowie in der Zeitarbeit gesucht.

Beschäftigung weiter gewachsen

Nach den jüngsten Daten hat sich der Beschäftigungsaufbau im Agenturbezirk fortgesetzt. Am 30. Juni waren im Agenturbezirk 200.150 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber Juni 2015 war das ein Zuwachs um 2.550 oder 1,3 Prozent.

Regionale Entwicklung

Der geringfügige Anstieg gegenüber November wirkte sich nur im Landkreis Kitzingen auf die Arbeitslosenquote aus. Diese erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei 2,8 Prozent. In den Landkreisen Würzburg und Main-Spessart sowie in der Stadt Würzburg blieb diese dagegen unverändert. Die beiden Landkreise lagen mit jeweils 2,1 Prozent gleichauf. Im Stadtgebiet verharrte diese bei 3,8 Prozent.

Im Vorjahresvergleich reduzierten sich die Quoten in Main-Spessart und dem Stadtgebiet um jeweils 0,1 Prozentpunkte. Im Landkreis Würzburg blieb sie dagegen unverändert. In der Stadt Würzburg wohnten rund 2.720 arbeitslose Frauen und Männer, im Landkreis Würzburg 1.950, im Landkreise Main-Spessart 1.540 und im Landkreis Kitzingen 1.390.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 4.060 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 3.550 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Der Arbeitslosenbestand erhöhte sich gegenüber November in der Arbeitslosenversicherung um 40 Personen. In der Grundsicherung blieb er dagegen unverändert. Im Vorjahresvergleich wurden in den Arbeitsagenturen 60 Betroffene weniger gezählt. In den Jobcentern waren es 80.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit.

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