Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Der Unternehmer als Risiko

Generationenwechsel im Geschäftsalltag

Würzburg – Der demografische Wandel ist längst Realität. Die Gesellschaft altert und mit ihr auch die Inhaber familiengeführter Unternehmen in Mainfranken. „Fast alle Unternehmer wollen ihren Betrieb eines Tages an die nächste Generation weitergeben, sein Unternehmen aufgeben, will kaum jemand. Viele Übergaben scheitern aber, weil niemand den Betrieb übernehmen will oder kann.“, berichtet Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Existenzgründung und Unternehmensförderung sowie Standortpolitik. Auf jeden potenziellen Unternehmensübergeber kommt rechnerisch weniger als ein Nachfolger. Fast die Hälfte der Betriebe, die altersbedingt aufgegeben werden, fänden daher keinen passenden Nachfolger, so Genders.

Unternehmensnachfolge wird immer wichtiger

Laut einem aktuellen Report der IHK-Organisation zur Unternehmensnachfolge 2016 berieten die Wirtschaftskammern im letzten Jahr so viele Seniorunternehmer wie nie zuvor. Die Anzahl der potenziellen Übernehmer erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls, dennoch verzeichnete der
Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) e. V. deutlich mehr Übergabe- als Übernahmewillige. „Noch im Jahr 2010 kamen auf jeden Übergeber rund 1,7 Übernehmer, heute sind es nur noch rund 0,8.“, sorgt sich IHK-Nachfolgeexperte Dr. Genders. Auch die Beratungsgespräche zur Unternehmensnachfolge bei der mainfränkischen IHK haben sich in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt.

Frühzeitige Unterstützung ist maßgeblich

Die IHK empfiehlt jedem Unternehmer, sich frühzeitig mit der Betriebsübergabe auseinanderzusetzen. „Je eher sich der Seniorunternehmer mit Fragen wie Nachfolgersuche, steuerlichen Aspekten, Finanzierung oder Erbschaftsregelungen befasst, desto eher kann er die Weichen nach seinen Vorstellungen stellen und das Unternehmen fit für die Übergabe machen.“, so Dr. Genders.

Politische Rahmenbedingungen erforderlich

Die IHK begrüßt, dass das Thema Existenzgründung in der Öffentlichkeit wieder wichtiger wird. Allerdings dürfe sich der Fokus nicht nur auf die High-Tech-Unternehmen von morgen richten. „Wir brauchen auch Unternehmen aus Handel, Gastronomie oder Verkehrsgewerbe.“, so Dr. Genders. Um Unternehmertum insgesamt attraktiver zu gestalten, fordert er eine steuerliche Entlastung des Mittelstandes und der Familienunternehmen, leichteren Zugang zu Beteiligungskapital durch Abbau steuerlicher Hürden privater Investoren und weniger Bürokratie bei der Existenzgründung.

Workshop-Reihe und Informationsveranstaltungen im neuen Jahr

Die IHK bietet ihren Mitgliedsbetrieben ein Service-Paket zur Unternehmensnachfolge an. Dazu gehören Informationsunterlagen und persönliche Beratung, geförderte Coaching-Programme und Finanzierungssprechtage. Außerdem steht auf der Webseite der IHK unter www.wuerzburg.ihk.de/nachfolge ein kostenfreier digitaler Notfallkoffer zur Verfügung, der hilft, Vorkehrungen für eine ungeplante Übergabe, zum Beispiel durch Krankheit oder Tod, zu treffen.

Die IHK bietet im ersten Halbjahr 2017 eine Reihe von Veranstaltungen zum Thema Unternehmensnachfolge an. Eine dreiteilige Workshop-Reihe vertieft rechtliche und steuerliche Fragen sowie emotionale Herausforderungen bei der Trennung vom Lebenswerk. Außerdem veranstaltet die IHK mit regionalen Partnern eine Road-Show zum Stellenwert der Unternehmensnachfolge.

Informationen: www.wuerzburg.ihk.de/nachfolge.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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