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IHK-Standortreport Mainfranken 2016

Fast zufrieden mit Mainfranken

Die IHK Würzburg-Schweinfurt hat die mainfränkische Wirtschaft in einer umfangreichen Studie zu verschiedenen Standortfaktoren befragt, die den Wirtschaftsraum Mainfranken ausmachen. Die Ergebnisse zeigen die Stärken und Herausforderungen der Region aus unternehmerischer Sicht: Insgesamt geben die befragten Unternehmen dem Standort im Durchschnitt die Schulnote 2,45. Jedes vierte Unternehmen gibt an, dass sich die Qualität des Standorts Mainfranken in den vergangenen drei Jahren verbessert hat. Drei von vier Betrieben würden sich wieder für Mainfranken als Standort entscheiden.

Selektierte Indikatoren

„Im Gegensatz zu Rankings haben wir nicht einfach beliebige Indikatoren zusammentragen, sondern haben Mitgliedsunternehmen aus dem gesamten IHK-Bezirk gefragt, welche Standortfaktoren sie wichtig finden und wie zufrieden sie mit diesen sind. Im Ergebnis können wir Stärken und Schwächen, sowie Chancen und Risiken eindeutig erkennen. Hierdurch haben wir ein echtes regionales Stimmungsbild.“, so Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Standortpolitik sowie Existenzgründung und Unternehmensförderung.

Genaue Untersuchung

Der IHK-Standortreport Mainfranken analysiert insgesamt 64 Standortfaktoren aus den sechs Themenfeldern Standortkosten und Finanzierung, Infrastruktur, Bildung und Arbeitsmarkt, Innovationspotenzial und Wissenschaft, Rahmenbedingungen für Unternehmen sowie Rahmenbedingungen allgemein. Hierbei werden sowohl die Region Mainfranken insgesamt, als auch alle neun Gebietskörperschaften detailliert betrachtet. Von den 64 untersuchten Standortfaktoren werden 23 als Stärken ausgemacht, 13 als Schwächen, 9 als Chancen und 19 als Risiken.

Positive allgemeine Rahmenbedingungen

Die allgemeinen Rahmenbedingungen in Mainfranken überzeugen die ansässigen Unternehmen. Sie sehen diese als Stärken der Region. Mainfranken punktet beispielsweise mit Faktoren wie Lebensqualität, medizinischer Versorgung, dem Bereich Umwelt und Natur. Auch den Nachhaltigkeitsgedanken und die Zukunftsfähigkeit der Region bewerten die Betriebe sehr positiv.

Kommunikationsnetze und Fachkräfte

Allerdings identifizieren die befragten Unternehmen auch Schwächen der Region. Dies gilt insbesondere für die Themen Kommunikationsnetze (Breitband, Mobilfunk), Verfügbarkeit von Auszubildenden sowie von Fach- und Führungskräften sowie dem Verständnis der Politik für betriebliche Angelegenheiten. Bei letzterem spielen vor allem Entwicklungen und gesetzliche Regelungen auf landes- und bundespolitischer Ebene eine wichtige Rolle. Diese Aspekte sind aus Sicht der Betriebe trotz hoher Wichtigkeit unbefriedigend. „Nur wenn es gelingt, die ausgemachten Schwächen zu beseitigen und in Stärken umzuwandeln, bleibt Mainfranken als Wirtschaftsstandort auch langfristig attraktiv.“, warnt Dr. Genders.

Chancen und Risiken breit gefächert

Geringe Bedeutung mit hoher Zufriedenheit aus Sicht der Unternehmen haben beispielsweise das vielfältige Angebot der regionalen Hochschulen sowie die Willkommenskultur in Mainfranken. Hier zeigen sich Chancen für Mainfranken. Entgegen dieser Chancenfelder signalisieren die Betriebe geringe Zufriedenheit mit geringer Bedeutung bei den Grundstücks- und Immobilienpreisen oder der Werbewirksamkeit des Standorts. Hier kann Mainfranken nicht überzeugen. Es zeigen sich deutliche Risiken.

Unterschiede zwischen den Landkreisen

Die Unternehmen bewerten alle mainfränkischen Landkreise beziehungsweise kreisfreien Städte in Summe positiv. „Es ist erfreulich, dass alle Regionen eine Durchschnittsnote mit einer „Zwei“ vor dem Komma erhalten haben. Die Mehrheit der Betriebe würde sich auch überall wieder für den aktuellen Standort entscheiden.“, so IHK-Konjunkturreferentin Elena Fürst. Dennoch gibt es bei den Bewertungen der 64 Standortfaktoren und der sechs analysierten Themenfelder zum Teil deutliche regionale Unterschiede. Jede Gebietskörperschaft hat andere Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Die beiden Oberzentren Schweinfurt und Würzburg sowie die zugehörigen Landkreise heben sich zum Teil stark von den übrigen Landkreisen Mainfrankens ab.

Studie zeigt Verbesserungspotenziale

Die IHK hat 3.500 repräsentative Unternehmen in ganz Mainfranken befragt, um ihre Einschätzung des Standorts besser zu verstehen. 423 von ihnen haben geantwortet. Der Report soll Politik und Entscheidern zeigen, wo die mainfränkische Wirtschaft Handlungsbedarf sieht, damit der Standort Mainfranken positive Rahmenbedingungen für Unternehmen bietet.

Die Publikation „IHK-Standortreport Mainfranken“ mit einer detaillierten Auswertung aller 64 untersuchten Standortfaktoren für Mainfranken und die neun Gebietskörperschaften steht als Download zur Verfügung unter www.wuerzburg.ihk.de/standortreport.

Die Ergebnisse in den Landkreisen

Landkreis Bad Kissingen

Die ortsansässigen Unternehmen im Landkreis Bad Kissingen schätzen insbesondere die Lebensqualität, die medizinische Versorgung, den Nachhaltigkeitsgedanken sowie den Bereich Umwelt und Natur. Daneben punktet Bad Kissingen bei den Schulen und der Nähe zu Berufsschulen. Handlungsbedarf gibt es dagegen bei den Einkaufsmöglichkeiten, der Zukunftsfähigkeit der Region, den Kommunikationsnetzen (Breitband, Mobilfunk) sowie dem Zustand der Straßen.

Landkreis Haßberge

Wie alle mainfränkischen Gebietskörperschaften überzeugt der Landkreis Haßberge aus Sicht der ortsansässigen Unternehmen insbesondere mit den allgemeinen Rahmenbedingungen, wie der Lebensqualität sowie Umwelt und Natur. Anders als in den anderen Landkreisen fernab der mainfränkischen Oberzentren Schweinfurt und Würzburg äußern sich die haßbergischen Unternehmen zufrieden mit den Rahmenbedingungen für Unternehmen, dem Bereich Standortkosten sowie der Finanzierung und der Infrastruktur.

Dringenden Handlungsbedarf sehen sie bei den Kommunikationsnetzen (Breitband, Mobilfunk) und der Qualifikation der verfügbaren Arbeitskräfte, bei der medizinischen Versorgung, der Zukunftsfähigkeit der Region und dem Weiterbildungsangebot bzw. den Weiterbildungsmöglichkeiten vor Ort.

Landkreis Kitzingen

Lebensqualität, Zukunftsfähigkeit der Region, medizinische Versorgung sowie Umwelt und Natur – der Landkreis Kitzingen überzeugt die Unternehmen vor Ort insbesondere mit seinen allgemeinen Rahmenbedingungen. Auch das Selbstverständnis des ehrbaren Kaufmanns sowie das Straßenverkehrsnetz gelten als Stärke der Region. Mängel sehen sie dagegen bei der Verfügbarkeit von Auszubildenden sowie von Fach- und Führungskräften, dem Qualifikationsniveau der verfügbaren Arbeitskräfte oder der Praxisnähe der Schulen. Kritik gibt es an Grundstücks- und Immobilienpreisen, Lohn- und Arbeitskosten, Kommunikationsnetzen (Breitband, Mobilfunk) und der Distanz zu Berufsschulen.

Landkreis Main-Spessart

Auch der Landkreis Main-Spessart überzeugt mit seinen allgemeinen Rahmenbedingungen wie der medizinischen Versorgung, dem Bereich Umwelt und Natur und der Lebensqualität. Kritischer äußern sich die ortsansässigen Unternehmen hingegen zu Bildung und Arbeitsmarkt, beispielsweise beim Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte und der Praxisnähe der Schulen. Darüber hinaus sind sie unzufrieden mit den Rahmenbedingungen für Unternehmen, den Standortkosten, dem Bereich Innovation und Wissenschaft sowie der Infrastruktur, insbesondere der Anbindung an Fernstraßen.

Dieser Standortfaktor wird im Landkreis Main-Spessart als deutliche Schwäche angesehen – im übrigen Mainfranken stellt er dagegen eine Stärke dar. „Das zeigt einmal mehr, wie wichtig die B 26n ist. Wir appellieren an die Politik, den geplanten Anschluss an das Autobahnnetz endlich in Angriff zu nehmen.“, so Dr. Genders.

Landkreis Rhön-Grabfeld

Die Unternehmen aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld sehen die Stärken ihres Standorts insbesondere bei den allgemeinen Rahmenbedingungen, beispielsweise der Lebensqualität, der Umwelt und Natur sowie dem Kultur-, Sport- und Freizeitangebot. Auch die Themen Nachhaltigkeit, die Anbindung an das Fernstraßennetz oder die Grundstücks- und Immobilienpreise vor Ort beurteilen sie positiv.

Handlungsbedarf machen sie dagegen bei der Qualifikation der verfügbaren Arbeitskräfte, der Verfügbarkeit von Fachkräften sowie Angeboten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus. Außerdem bemängeln sie die Kommunikationsnetze (Breitband, Mobilfunk), das Selbstverständnis des ehrbaren Kaufmanns, das Weiterbildungsangebot beziehungsweise die Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Zukunftsfähigkeit der Region.

Stadt Schweinfurt

Die befragten Unternehmen mit Sitz in der Stadt Schweinfurt sehen neben der Lebensqualität und dem Angebot an Schulen auch die Zukunftsfähigkeit der Region, die Praxisnähe der Schulen und das Angebot zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Kommunikationsnetze (Breitband, Mobilfunk) sowie die Qualifikation der verfügbaren Arbeitskräfte als Stärken ihres Standorts. Deutlich kritischer äußern sie sich hinsichtlich des Verständnisses der Politik für betriebliche Angelegenheiten, der Verfügbarkeit von Auszubildenden sowie von Fach- und Führungskräften, der Willkommenskultur sowie dem Gründungsklima. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Landkreis Schweinfurt

Im Landkreis Schweinfurt stufen die Betriebe vier von sechs untersuchten Themenfelder als Stärken ein. Dazu gehören die allgemeinen Rahmenbedingungen wie Lebensqualität, Willkommenskultur sowie Umwelt und Natur, die Zukunftsfähigkeit der Region, die Lohn- und Arbeitskosten, die Widerstandsfähigkeit der Region bei Wirtschaftskrisen sowie den Zustand der Straßen. Auf der Schwächenseite stehen dagegen die Kommunikationsnetze (Breitband, Mobilfunk), das Angebot an Fach- und Führungskräften sowie Auszubildenden. Auch das Engagement der Politik zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts, der Stellenwert des Unternehmertums allgemein oder die Verfügbarkeit von gewerblichen Flächen werden bemängelt.

Stadt Würzburg

Unternehmen mit Sitz in der Stadt Würzburg schätzen die Lebensqualität, das Selbstverständnis des ehrbaren Kaufmanns sowie die medizinische Versorgung. Als positiv gelten auch die Qualität der Hochschulen, die Kooperationsangebote zwischen regionalen Hochschulen und Wirtschaft, die Widerstandsfähigkeit bei Wirtschaftskrisen sowie das Innovationspotenzial. Handlungsbedarf sehen sie hingegen bei der Zukunftsfähigkeit der Region, der Attraktivität der Innenstädte, beim Angebot zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sowie dem Straßenverkehrsnetz.

Landkreis Würzburg

Straßenverkehrsnetz, Zukunftsfähigkeit der Region, Anbindung an das Fernstraßennetz, das Weiterbildungsangebot, und das Angebot an Auszubildenden und bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf – das sind die Stärken des Unternehmensstandorts Landkreis Würzburg. Verbesserungswürdig finden die ansässigen Unternehmen dagegen die Kommunikationsnetze (Breitband, Mobilfunk), das Engagement der Politik für betriebliche Angelegenheiten, das Angebot an Schulen, den Straßenzustand sowie die Verfügbarkeit von gewerblichen Flächen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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