Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

65 neue Deutschlandstipendien vergeben

Weniger jobben müssen

Im Toscanasaal der Residenz wurden feierlich 65 neue Deutschlandstipendien vergeben. Aus über 300 Bewerbungen hat die Universität Würzburg 65 neue Kandidaten für das Deutschlandstipendium ausgewählt. Insgesamt konnte sie bislang über 500 Studierenden einen Förderbescheid aushändigen. Zu verdanken ist dies regionalen Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen.

Förderung der Besten

„Das Deutschlandstipendium hat sich als wichtiges Instrument zur Förderung unserer Besten etabliert“, so Uni-Vizepräsidentin Andrea Szczesny. Sie begrüßte die Gäste bei der Stipendienvergabefeier am 15. Dezember 2016 im Toscanasaal der Würzburger Residenz.

Über den Tellerrand schauen

Seit 2011 fördert die Bundesregierung leistungsstarke, engagierte Studierende mit einem Stipendium in Höhe von 300 Euro im Monat. Die Hälfte dieser Summe wird von privaten Förderern aufgebracht. Zu den Förderern in Würzburg gehört die Sparkasse Mainfranken. Die Idee des Deutschlandstipendiums habe das Kreditinstitut von Anfang an fasziniert, so Bezirksdirektor Rainer Ankenbrand: „Weil sich das Stipendium an junge Menschen richtet, die ihr Studium ehrgeizig vorantreiben und gleichzeitig über den Tellerrand hinausschauen und sich in Vereinen, der Hochschulpolitik, in kirchlichen oder politischen Organisationen engagieren.“

Vielfach aktiver Jurastudent

Ein solcher Student ist Philipp Kaczmarek, der in diesem Semester sein Jurastudium aufgenommen hat. „Ich bin politisch, kirchlich und sportlich aktiv“, berichtet der junge Mann, der sich in seiner Heimatstadt Heilbronn bei der Jungen Union und als Oberministrant engagiert. Auch bei der Stolperstein-Aktion brachte er sich schon mehrfach ein. So betreut er in Heilbronn die Steine des jüdischen Ehepaars Johanna und Robert Adler. Der leidenschaftliche American-Football-Spieler leistete nach dem Abitur ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) im Bereich Kultur: „Daneben habe ich die Debattier-AG an meiner alten Schule geleitet.“

Bank fördert Lehramtsstudierende

Das Deutschlandstipendium ermöglicht es jungen Leuten wie Kaczmarek, sich auf ihr Studium zu konzentrieren und sich gleichzeitig gesellschaftlich zu engagieren, erläuterte Matthias Blendel, Regionalvorstand der BBBank, in seiner Festrede. Für Unternehmen sei das Stipendium gleichzeitig eine hervorragende Gelegenheit, frühzeitig mit Studierenden in Kontakt zu kommen. „Wir selbst engagieren uns für das Lehramt“, so Blendel. Angehende Pädagogen zu fördern, sei ein wichtiger Beitrag für die Zukunft.

Mit dem Ziel, Förderschullehrerin für Kinder mit geistigem Handicap zu werden, trat Pia Lupper in diesem Semester ihr Studium an der Universität Würzburg an. Sie stammt aus Augsburg, dort ist sie Abwehrspielerin in der Frauen-Fußballmannschaft des TSV Schwaben. Im kommenden Jahr möchte Lupper sich für Flüchtlinge in Würzburg engagieren. Dies wird ihr durch das Deutschlandstipendium ermöglicht, denn dadurch muss sie weniger häufig arbeiten gehen.

Geld für Lehrbücher

„Ich konnte mir durch das Stipendium zusätzliche Lehrbücher anschaffen“, sagt Simon Goller, Medizinstudent im 5. Semester. Neben seinem anspruchsvollen Studium engagiert sich der junge Mann im Vorstand des Münchner Vereins „Anstöße geben“. Die Organisation bringt Bildungsprojekte für besonders begabte Schüler und auch für benachteiligte Kinder auf den Weg. Aktuell stehen Flüchtlingskinder im Fokus.

Gefördert wird Goller von der Region Mainfranken GmbH. Die beteiligt sich bereits zum vierten Mal als Förderer am Deutschlandstipendium. Der Mangel an Fachärzten gerade im ländlichen Raum hat die Gesellschaft bewogen, Stipendien zu übernehmen: „Wir hoffen, dass sich einige der Medizinstudenten in Mainfranken niederlassen“, so Geschäftsführerin Åsa Petersson.

Alumni-Verein will breit fördern

Auch der Alumni-Verein der Universität unterstützt fünf Studierende. „Wir möchten breit fördern“, so Geschäftsführerin Michaela Thiel. Sowohl Geistes- als auch Naturwissenschaftler sollen von den Deutschlandstipendien des Vereins profitieren.

„Das Stipendium entlastet sehr“, betonte Juliane Weber, Jurastudentin im 7. Semester, die bereits zum dritten Mal gefördert wird. Die Zuwendung von 300 Euro im Monat bedeutet für sie, dass sie jeden Monat 15 Stunden weniger jobben muss: „Das heißt, dass ich mich einen halben Tag pro Woche mehr auf mein Studium konzentrieren kann.“

Weitere Förderer

Zu den diesjährigen Förderern gehören die in Helmstadt angesiedelte Unternehmensgruppe ALDI SÜD, der Alumni-Verein der Universität Würzburg, die Amgen GmbH, die BBBank-Stiftung, der Automobilzulieferer Brose, der Schweizer Spezialchemieproduzent Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, die Freunde und Förderer der Katholisch-Theologischen Fakultät, Fuderer Real Estate GmbH (Engel & Voelkers), die Garmin Würzburg GmbH, die HUK-Coburg Versicherungsgruppe, Professor Andreas Möckel, die Preh GmbH, die Region Mainfranken GmbH, die Buchhandlung Schöningh, die Wacker Chemie AG und Wittenstein SE. Hinzu kommen zahlreiche private Spender und Stiftungen, die der Universität verbunden sind.

Infos zum Deutschlandstipendium

Das Deutschlandstipendium wurde 2011 eingeführt, um Studierende und Studienanfänger zu unterstützen, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Die Stipendiaten erhalten ein Jahr lang 300 Euro im Monat. Diese Summe wird hälftig vom Bundesbildungsministerium sowie von privaten Stiftern finanziert. Im Jahr 2015 haben deutschlandweit über 24.300 Studierende vom Deutschlandstipendium profitiert.

Die Uni Würzburg eröffnet das Bewerbungsverfahren für das Deutschlandstipendium jeweils im Lauf des Sommersemesters. Weitere Informationen über das Stipendium gibt es unter www.deutschlandstipendium.uni-wuerzburg.de

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

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