Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Gemeinsam für mehr Fairness weltweit

Ökumenischen Weltgebetstag der Frauen

„Was ist denn fair?“, so lautet das Motto für den ökumenischen Weltgebetstag der Frauen am Freitag, 3. März 2017. Er wird weltweit in mehr als 170 Ländern begangen. Im Mittelpunkt stehen diesmal die Philippinen. Gegensätze und Extreme kennzeichneten das Gastgeberland, schreibt das Referat Frauenseelsorge der Diözese Würzburg. Naturschönheiten und Weltkulturerbestätten ständen zerstörerische Naturgewalten und von Menschen verantwortete Umweltkatastrophen gegenüber. Auch die philippinische Gesellschaft sei von starker Ungleichheit geprägt: einem Gefälle zwischen Arm und Reich, Stadt und Land. Die Suche nach Antworten auf die Frage des Weltgebetstags führe nicht nur in die Wirtschafts- und Ordnungspolitik der Philippinen, sondern auch in die westlichen Industriestaaten bis hin zum eigenen privaten Konsumverhalten.

Soziale Ungleichheit auf den Philippinen

Die gesamte Inselgruppe der Philippinen mit ihren 7107 Inseln zeichne sich durch eine Vielfalt an Völkern, Kulturen und Sprachen aus. Trotz ihres Reichtums an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen präge eine krasse soziale Ungleichheit die Philippinen, heißt es im Arbeitsbuch zum Weltgebetstag. Die meisten der rund 100 Millionen Einwohner würden nicht vom wirtschaftlichen Wachstum profitieren. Auf dem Land hätten wenige Großgrundbesitzer das Sagen, während die Masse der Kleinbauern kein eigenes Land besitze. „Viele Frauen arbeiten in Haushalten wie Sklavinnen, vor allem in Saudi-Arabien“, sagt Pfarrerin Susanne Wildfeuer. Rund 1,6 Millionen Frauen und Männer wandern laut Arbeitsbuch jedes Jahr ins Ausland aus und schuften als Hausangestellte, Krankenpfleger oder Schiffspersonal. Zudem lebten rund 1,5 Millionen Kinder auf der Straße und überlebten durch Straßenhandel, Müllsammeln, Betteln oder Prostitution, ergänzt Wildfeuer. Die Gesetzgebung auf den Philippinen sei zwar grundsätzlich sehr fortschrittlich, aber es hapere an der konkreten Umsetzung, sagt Ruth Götz, ehrenamtlich im Vorbereitungsteam engagiert. Menschenrechte würden nicht eingehalten.

Projekte für Frauen und Mädchen

Mit den Kollekten der Gottesdienste in Deutschland werden weltweit Projekte für Frauen und Mädchen unterstützt. Darunter sind auch acht Partnerorganisationen auf den Philippinen, die sich unter anderem für politische und gesellschaftliche Beteiligung sowie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder engagieren.

Veranstaltungen zum Weltgebetstag der Frauen

Das Referat Frauenseelsorge der Diözese Würzburg bietet in Zusammenarbeit mit dem evangelisch-lutherischen Dekanat Würzburg, der evangelisch-methodistischen Kirche in Schweinfurt und Würzburg sowie dem Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) im Januar und Februar 2017 Veranstaltungen und Seminartage zur Vorbereitung auf den Weltgebetstag an.

Bei einer Musikwerkstatt unter der Überschrift „Komm und erzähl uns…“ am Freitag, 20. Januar, von 17 bis 20 Uhr im Rudolf-Alexander-Schröder-Haus in Würzburg führt Referentin Ulrike Gerdiken in die Lieder und die Musik ein. Die Teilnahme kostet pro Person zehn Euro. Anmeldungen sind noch möglich.

Auseinandersetzung mit dem Matthäus-Evangelium

Beim Seminarabend „Erkenntnisse“ am Dienstag, 24. Januar, von 17 bis 19 Uhr im Würzburger Kilianshaus setzen sich die Teilnehmer mit den Bibeltexten aus dem Matthäus-Evangelium auseinander. Nach den Maßstäben moderner Ökonomie sei das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg eine schwierige Lektion, heißt es in der Einladung. Hier gehe es eben nicht in erster Linie um Angebot und Nachfrage, sondern Jesus orientiere sich an den Bedürfnissen der Taglöhner. „Gerade mit Blick auf die heute selbstverständlich gewordenen globalen Wirtschaftsbeziehungen können Christinnen und Christen durch entschlossenes Maßnehmen am Verhalten Jesu der Frohen Botschaft zu neuer Plausibilität und Überzeugungskraft verhelfen.“ Referentinnen sind Pastoralreferentin Andrea Kober-Weikmann und Pfarrerin Susanne Wildfeuer. Die Teilnahme kostet pro Person drei Euro. Anmeldeschluss ist Montag, 16. Januar.

Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte

„Schöner Schein – die Philippinen zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ ist eine Landesinformation zum Weltgebetstag am Donnerstag, 9. Februar, um 20 Uhr im Rudolf-Alexander-Schröder-Haus überschrieben. 30 Jahre nach dem Sturz der Marcos-Diktatur gelten die Philippinen als Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte in Südostasien, heißt es in der Einladung. Wer genauer hinschaue, sehe jedoch, dass Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklaffen. Die Landreform komme nicht vom Fleck, Armut und soziale Ungleichheit nähmen zu, Clans, politische und wirtschaftliche Eliten trieben weiter ihr Unwesen. „Die Hauptaufgabe in den kommenden Jahren wird es sein, diese Diskrepanz aufzulösen und das in allen Schichten praktizierte Korruptionswesen zu stoppen.“ Die Teilnahme kostet pro Person fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Anmeldeschluss ist Mittwoch, 1. Februar.

Studientage im Vorfeld

Im Vorfeld des Weltgebetstags werden Studientage angeboten. Die Studientage für den Raum Würzburg finden am Donnerstag, 12. Januar, von 9 bis 17 Uhr, Freitag, 13. Januar, von 15 bis 21 Uhr sowie Samstag, 14. Januar, von 13 bis 19 Uhr jeweils im Rudolf-Alexander-Schröder-Haus in Würzburg statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Für den Raum Gemünden-Karlstadt-Lohr-Sinngrund wird ein Studientag am Samstag, 14. Januar, von 9 bis 16.30 Uhr im Pfarrheim Sankt Michael in Lohr angeboten. Die Teilnahme kostet pro Person 20 Euro. Der Seminartag für den Raum Aschaffenburg findet am Donnerstag, 19. Januar, von 14.30 bis 18 Uhr im Aschaffenburger Martinushaus statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Für den Raum Miltenberg wird ein Studientag am Samstag, 21. Januar, von 9 bis 16 Uhr im Franziskushaus in Miltenberg angeboten. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Anmeldungen sind noch möglich.

Anmeldung und Infos

Im Dekanat Bad Neustadt wir ein Studientag am Samstag, 28. Januar, von 9 bis 16 Uhr im Gemeindezentrum Mariä Himmelfahrt in Bad Neustadt angeboten. Anmeldung bis Freitag, 13. Januar, bei: Evangelisch-Lutherisches Dekanata, Goethestraße 13, 97616 Bad Neustadt, Telefon 09771/6369630, E-Mail dekanat.badneustadt@elkb.de.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Ordinariats Würzburg.

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