Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Erste Weihnachtsvorlesung an der FHWS

Filme und Informatik

Die beiden Fakultäten Gestaltung sowie Informatik und Wirtschaftsinformatik teilen sich nicht nur den Hochschulstandort am Sanderheinrichsleitenweg, sie verbindet auch z.B. der Bereich der Fotos und Filme: Während sich Gestalter umständlich mit Bildbearbeitungsprogrammen um mehr Qualität und eine höhere Auflösung bemühen, können Informatiker scheinbar mühelos Bildobjekte um das x-Fache vergrößern und sie von allen Seiten drehen und betrachten.

So jedenfalls werde es in Filmen dargestellt, die die Themen Computer und Informatik beinhalten. Professor Henning Rogge-Pott ging diesem Widerspruch wissenschaftlich fundiert nach in seiner ersten Weihnachtsvorlesung „Was ich aus Filmen über die Informatik gelernt habe“: „Welches Bild des IT-Experten wird in diesen Filmen und Serien vermittelt, und mit welchen Klischees über die Informatik wird hier gearbeitet?“

Das Bild der Professoren

„Ganz wichtig“, so riet Rogge-Pott den Studierenden im vollbesetzten Hörsaal, „niemals die Maus benutzen!“ Cool sei, wer – umgeben von vielen großen Monitoren mit vielen unerklärlichen Blinklichtern und imposanter Geräuschkulisse – hektisch und lautstark auf einer Tastatur herumtippe (Ridley Scott „Alien“). In der Informatik, einer Zauberwelt mit Algorithmen, die den meisten Muggles (der Zauberei Unkundige) verschlossen sei, habe sich das Bild des Wissenschaftlers gewendet: Sei in den fünfziger Jahren der Professor eine geachtete, vielrespektierte Person gewesen, habe sich das Bild drastisch gewandelt bis hin zu einem Verrückten, der mit Leichenteilen und Stromschlägen versuche, neue Menschen zu erschaffen (James Whale „Frankenstein“).

Nerds und Computer

Computer der achtziger Jahre, so zeigten es viele Filmausschnitte, seien böse, kalt und versuchten, die Menschen zu dominieren (Steven Lisberger „Tron“). Die User dieser unheimlichen Rechner schreckten vor nichts zurück, ziehen ihre Forderungen rücksichtslos und moralbefreit durch (John Badham „Wargames“). Die Nerds der 80er übernähmen entweder die Rolle des Superbösewichts oder des nerdigen Kellerkindes, das keine Freunde brauche. Ziel sei vielmehr, via Computer Macht und Gewalt, Zerstörung und Weltherrschaft auszuüben auf Basis von Passwörtern, die mit links zu erraten und zu beherrschen seien (Steven Spielberg „Jurassic Park“).

Chick Creator

Wer nicht Diktator der Welt sein, sondern eher beschaulich und in einem viel kleineren Radius aktiv werden wolle via Rechner, dessen Ziel sei es, als Chick Creator über Technik und Tasten Mädchen bzw. Frauen zu erobern, die selbstverständlich attraktiv seien (John Hughes „Weird Science“).

Hacker mit Lifestyle

In späteren Filmstreifen seien die Bits- & Bytes-Freaks coole Hacker mit Lifestyle, umgeben von gleichgesinnten Freunden, die die Welt nicht mehr an sich reißen, sondern das Leben auf ihr lebenswert gestalten wollten mit ihnen als hackende Retter, die gegen böse Unternehmen oder das FBI antreten (Jain Softly „Hackers“).

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der FHWS.

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