Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Serienmord: Spurensuche mit Dr. Mark Benecke

Ausverkauft – wie überall

Was für ein spannender Abend! Kein Platz war mehr frei, kein Ticket mehr zu kaufen – Volles Haus in den Mainfrankensälen in Veitshöchheim.

Punkt 19:30 Uhr legte Dr. Mark Benecke, Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe und Spezialist für forensische Entomologie (Insektenkunde) vor den knapp 600 Zuschauern mit seinem Vortrag los. Das Thema „Serienmord“.

Ein Einblick in die faszinierende Arbeit des Mannes mit den zahlreichen Tattoos, der bereits über 1000 Kriminalfälle auf der ganzen Welt biologisch untersucht hat und mit Insekten auf stark verwesten Leichen zahlreiche Mörder „entlarvte“.

Hauptberuflich ist er als Deutschlands einziger öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für biologische Spuren tätig.

So hat er beispielsweise Adolf Hitlers Schädel untersucht und wird zu den verschiedensten Tatorten deutschlandweit gerufen. Vielen kennen ihn auch aus Kriminalserien wie „Autopsie“ oder „Medical Detectives“.

Schizophrene, Pädophile und Sadisten

Neben den Maden, Würmern und Fliegenlarven befasst sich Mark aber auch mit der Psyche der grausamsten Serienmördern der Welt. Schizophrene, Pädophile und Sadisten – manchmal alles in einer Person.

Wie ticken Serientäter, die unvorstellbar grausame Verbrechen verübt haben? Wie krank muss ein Mensch sein, der mehrere Kinder qualvoll tötet und nicht weiß, was daran falsch sein soll? Dieser Abend verspricht Spannung.

Spurensuche in Würzburg

Wie ein „Spurensucher“ denkt, zeigt er bereits zu Anfang. Er zeigt ein Foto vom Brunnen am Dominikanerplatz in Würzburg. Vögel haben ihre Spuren im Schnee hinterlassen.

Während manche dem ganzen keine Beachtung schenken, fragt sich Benecke Dinge wie: „Warum steuern so viele Vögel diesen kargen Brunnen wohl an? Kein Wasser, nichts Essbares und noch dazu, ist er sicher nicht der schönste Brunnen im Land. Was macht ihn so besonders?“ Überall Spuren, die man lesen kann.

Das alte Bahnhofsklo

Ein bisschen traurig war Mark über den Umbau der Toilettenanlagen am Würzburger Hauptbahnhof – für einen interessierten Spurensucher war das alte Klo nämlich ein Eldorado: Müll, Sperma, Blut oder Kot – alles war da, scherzt er.

Der Kannibale

Fall 1. Armin Meiwes –  der  „Kannibale von Rotenburg“. Der Mann, der 2001 einen Menschen ermordet und Teile der Leiche verspeist hatte. Angeblich alles mit dessen Einverständnis.

Meiwes hatte seinem Opfer zuerst den Penis abgeschnitten und versucht diesen zu braten. Einen Menschen zu essen war eine Phantasie, die er unbedingt ausleben wollte. Sein Opfer dagegen hatte das Verlangen gegessen bzw. getötet zu werden. Er starb allerdings nicht daran.

Meiwes tötete sein Opfer später in der Badewanne mit einem Stich in den Hals. Er zerlegte die Leiche, um das Fleisch einzufrieren. Bindungsstörung und eine Störung der sexuellen Präferenzen hatte man bei ihm diagnostiziert.

Mehr als 300 Kinder getötet

Weiter geht es mit dem Kolumbianer Luis Alfredo Garavito Cubillos. In den Jahren von 1992 bis 1999 tötete die „Bestie“ mehr als 300 Jungen im Alter von 8-13 Jahren.

Jedes dieser Kinder hatte er grausam gefoltert, vergewaltigt und danach die Kehle durchgeschnitten. Und das meist vor den Augen anderer Kinder, die danach ebenso getötet wurden.

Mark war der einzige, der mit dem Killer im Gefängnis sprechen konnte, um so seine Psyche und sein antisoziales Verhalten zu analysieren.

Wie kann ein Mensch so etwas Abscheuliches tun? Mark besuchte den Täter und sprach mit ihm.

Ein Gespräch mit einem pädophilen, sadistischen Monster, der so schreckliche Dinge getan hat und sich über Jahre seinem Umfeld optisch angepasst hat, um nicht aufzufallen. Unauffällig, überaus freundlich und zuvorkommend – so beschreiben ihn seine Mithäftlinge.

Der „Kirmes-Mörder“

Schrecklich war auch der Fall um den pädophilen und sadistischen Psychopaten Jürgen Bartsch. Der Deutsche Serientäter beging vier bestialische Morde, ehe das fünfte Opfer fliehen und Bartsch festgenommen werden konnte.

Klar wird schnell, dass bei diesen Killern die Wahrnehmungen von Gut und Böse komplett verschoben ist. Unrechtsbewusstsein haben sie auch nicht.

Eine große Rolle spielen bei allen aber immer ihre sexuellen Phantasien. Die Kernphantasien sind nicht heilbar. Sie lassen sich nicht auslöschen und sind nicht veränderbar, so Benecke.

Infotainment pur

Drei Stunden Infotainment-Abend mit Dr. Mark Benecke. Verständlicher, humorvoller und interessanter kann kein anderer zeigen, wie grausam und abnormal Menschen sein können. Sehr zu empfehlen – wir werden sicher nicht zum letzen Mal live dabei gewesen sein.

Unbedingt reinschauen: www.benecke.com und facebook/Markbeneckeofficial

 

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