Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Eisbären: Verletzung überschattet Niederlage

Uungeschlagener Tabellenführer

»Was für ein Spiel liegt da hinter uns?«, dachten sich sowohl die rund 75 Zuschauer, als auch die Akteure auf dem Eis, als am Sonntag Abend das Flutlicht am Nigglweg erlosch. Alles was eine gute Eishockeypartie braucht, hatte man gesehen. Tore, Spannung, Leidenschaft und Kampf. Leider, gerade durch eine schwere Verletzung auf Seiten der Würzburger, aber auch das, was absolut nicht erwünscht war und dann stimmte zum Abschluss auch das Ergebnis aus Würzburger Sicht nicht mit dem Spielverlauf überein. Denn man hatte über weite Strecken gut mitgespielt, in der Partie gegen die Krokodile des ESV Waldkirchen, den ungeschlagenen Tabellenführer.

Unbeeindruckte Heimmannschaft

Das Match begann hektisch, nachdem ein Dutzend mitgereiste Waldkirchner Fans noch mit Pyrotechnik für ein ungewohntes Bild im Eisbärengehege gesorgt hatten, und so führte ein unkorrekter Wechsel in der 5. Minute für die erste Unterzahl der Hausherren. Diese wussten die Gäste aus Niederbayern durch einen satten und platzierten Schlagschuss von der blauen Linie durch M. Schatz-Weinzierl direkt in Zählbares zu verwandeln. Doch die Eisbären kamen umgehend zurück und so glich Stan Kacir noch in der gleichen Minute nach einem Pass von Dimitri Kusmin wieder aus. Eine erneute Strafe gegen Würzburg, Thomas Schuster saß wegen Beinstellen, nutzten die Waldkirchner abermals durch M. Schatz-Weinzierl zum 1:2 in der 9. Spielminute. Als die Krokos in der 12. Minute durch R. Schreyer auf 1:3 erhöhten, mag der ein oder andere Zuschauer sich vielleicht schon auf ein einseitiges Spiel eingestellt haben. Doch weit gefehlt! Die Heim-Mannschaft blieb unbeeindruckt und konnte nach Vorlage von Jasper Pleyer und Alex Durnev in der 17. Minute erneut über einen Treffer von Stan Kacir jubeln. So ging es mit einem 2:3 in die Pause, wobei man merkte, dass die Gäste nach ihrem deutlichen 10:1 Heimsieg gegen Würzburg nicht mit so viel Gegenwehr im Eisbärengehege gerechnet hatten.

Phantomtor

Dies zeigte sich auch in der immer härter werdenden Gangart der Krokodile. Eine Strafzeit der Gäste zu Beginn des 2. Drittels war gerade abgelaufen, als Charles Müller einen schönen Pass von Andreas Dresel gezielt ins lange Eck am Goalie vorbei im Tor einschlagen ließ und somit einen Freudentaumel bei Fans und Mitspielern auslöste. So stand es nach 25 Minuten 3:3 und damit hatten die Würzburger in nicht mal der halben Spielzeit schon mehr Treffer gegen den Tabellenführer erzielt, als zuvor in dieser Saison eine Mannschaft in einem ganzen Spiel. Eine der kniffligsten Szenen folgte wenige Minuten später. Ein Schuss vom Waldkirchner M. Wallner war gut hörbar für alle Beteiligten an das Metall des Tores geprallt, jedoch hatten die Unparteiischen den Puck zuvor vermeintlich hinter der Torlinie gesehen und so war der neue, umstrittene Spielstand 3:4. Alles diskutieren half nichts und so lief das Heimteam dem nächsten Rückstand hinterher, der kurz vor dem Pausenpfiff durch den Treffer vom ehemaligen DEL Spieler Benjamin Barz (184 Einsätze), auf 3:5 für die Waldkirchner erhöht wurde.

Schnelle Genesung!

Das Schlussdrittel begannen die Würzburger kämpferisch, wurden jedoch kurze Zeit später vom schwarzen Moment des Abends überwältigt. Ein unglücklicher Check an der Bande gegen Thomas Schuster endete mit einer schweren Beinverletzung für den Würzburger Verteidiger. An dieser Stelle wünscht der ganze Verein schnelle und vollkommene Genesung! Von der langen Spielunterbrechung und den Szenen auf dem Eis sichtlich geschockt, ging es weiter. Die 5-minütige Überzahl brachte keinen Erfolg und so waren es Mitte des Drittels erneut die Gäste, die punkteten. Ein Doppelschlag von E. Fries und I. Schwarz innerhalb von nur 17 Sekunden führte zum 3:7 und damit wohl zur Entscheidung.

Kurze Ungewissheit

Der Würzburger Trainer Oliver Lang, der auch dieses Mal wieder von Michael Saller an der Bande unterstützt wurde, nahm eine Auszeit und adressierte wohl die richtigen Worte an seine Mannschaft, denn diese wollte sich noch nicht geschlagen geben. So nutzte Alex Durnev in der 53. Minute eine doppelte Überzahlsituation mit einem platzierten Schuss zum 4:7 und nur kurz später klingelte es erneut im Kasten der Krokodile. Wieder hatte Alex Durnev geschossen und bekam den Treffer auch zugeschrieben, nachdem nicht ganz klar war, ob Kapitän Jasper Pleyer oder ein Waldkirchner Verteidiger den Abpraller ins Tor abgeleitet hatte. Noch gut fünf Minuten auf der Uhr und lediglich zwei Tore Rückstand. War da noch etwas zu holen?

Zu hohes Ergebnis

Doch jetzt zahlte sich die Erfahrung auf Seiten des ESV Waldkirchen aus. So konnte der ansonsten wieder starke Würzburger Schlussmann Alex Weiß, beim 5:8 durch A. Toth (58.) und 5:9 erneut durch B. Barz (59.), der Niederlage nichts mehr entgegensetzen. Die Messe war gelesen und die Überraschung durch die Hausherren letztlich nicht gelungen. »Wir haben bis auf die letzten paar Minuten ein gutes Spiel gemacht, doch leider hat nicht zuletzt das Phantomtor das Spiel entschieden. Auch verständlich, dass wir durch die schwere Verletzung in den eigenen Reihen aus der Konzentration gerissen wurden, wodurch das Ergebnis für meinen Geschmack letztlich zu hoch ausgefallen ist,« so Oliver Lang nach dem Spiel. Und weiter: »Was mich positiv stimmt, dass wir auch gegen den ungeschlagenen Tabellenführer so gut mitgespielt haben. Schade nur, dass sich die Jungs dafür letztlich erneut nicht selbst belohnt haben! Das holen sie dann hoffentlich kommendes Wochenende gleich doppelt nach.«

Mehr drin

Am Ende bleibt also nur das Wissen, dass wohl mehr drin gewesen wäre. Das muss sich die Mannschaft nun kommendes Wochendende, wenn gleich zwei Spiele auf dem Programm stehen, vor Augen führen. Am 09.12.2016 (FR) geht es zum ersten Derby der Saison gegen die Mighty Dogs 1B nach Schweinfurt. Anpfiff im Icedome ist um 20:00 Uhr. Hoffentlich kommt man von dort mit drei Punkten nach Hause, denn diese könnten das nötige Selbstvertrauen für das Spiel im Eisbärengehege am Sonntag Abend, 11.12.2016 um 18:30 Uhr, gegen die Mannen des ERC Ingolstadt nach sich ziehen. Hier wird natürlich wieder auf zahlreiche Zuschauer zur Unterstützung gehofft!

Statistiken

Aufstellung ESV Würzburg:
Tor: A. Weiß & M. Dresel
Verteidigung: A. Durnev, D. Kusmin, C. Müller, T. Schuster, F. Mundl, J. Filipp,
Sturm: S. Kacir, F. Menzel, J. Pleyer „C“, T. Mundl, A. Dresel „A“, J. Foerster, M. Lübtow, M. Zösch „A“,
P. Savchenko
Aufstellung ESV Waldkirchen:
Tor: C. Vierlinger & A. Bernecker
Verteidigung: J. Sattler, M. Fastenmeier, M. Jägernitz, R. Schreyer, M. Schatz-Weinzierl
Sturm: E. Fries, I. Schwarz, M. Wallner, D. Barz „A“, S. Fastenmeier, B. Barz „C“, D. Koller, A. Toth, T.
Kremhelmer

Tore

  • 1 : 1, 07. Min., M. Schatz-Weinzierl, PP 5vs4
  • 1 : 1, 07. Min., S. Kacir (D. Kusmin)
  • 1 : 2, 09. Min., M. Schatz-Weinzierl (D. Barz, E. Fries), PP 5vs4
  • 1 : 3, 12. Min., R. Schreyer
  • 2 : 3, 17. Min., S. Kacir (J. Pleyer, A. Durnev)
  • 3 : 3, 25. Min., C. Müller
  • 3 : 4, 29. Min., M. Wallner (B. Barz, S. Fastenmeier)
  • 3 : 5, 39. Min., B. Barz
  • 3 : 6, 50. Min., E. Fries (B. Barz)
  • 3 : 7 , 50. Min., I. Schwarz (A. Toth)
  • 4 : 7, 53. Min., A. Durnev, PP 5vs3
  • 5 : 7, 54. Min., A. Durnev
  • 5 : 8, 58. Min., A. Toth (I. Schwarz, S. Fastenmeier)
  • 5 : 9, 59. Min., B. Barz (E. Fries, D. Barz)

Strafzeiten

ESV Würzburg: 8 Min.
ESV Waldkirchen: 21 Min. + 20 Min. Spieldauer

Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung des ESV Würzburg e.V.

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