Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Winterausstellung im Kulturspeicher: Romantische Landschaftsmalerei

Von Würzburg bis nach Spanien

Die große Winterausstellung „Sehnsucht.Landschaft – Würzburg und die romantische Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts“ (17. Dezember 2016 bis 2. April 2016) des Museum im Kulturspeicher Würzburg lädt ein zu einer sommerlichen Wanderung von Würzburg über die Alpen nach Italien und Spanien. Zu sehen sein werden 80 Exponate in verschiedenen Techniken: Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik.

Vieles davon war nur selten oder noch nie zu sehen. Der Großteil der Arbeiten kommt aus dem eigenen Bestand des Museums, bereichert durch einige ausgewählte Leihgaben. Dazu zählen u.a. Gemälde von Carl Rottmann und Johann Wilhelm Schirmer. Im Fokus der Aus- stellung stehen vier in Würzburg geborene Künstler, die auswärts, v.a. in München, Karriere machten.

Exponate bekannter Künstler

Heute noch am bekanntesten ist Fritz Bamberger (1814-1873), der besonders mit seinen Motiven von spanischen Landschaften berühmt wurde und zahlreiche prominente Käufer dafür finden konnte. Der früh verstorbene August Christian Geist (1835-1868) schuf neben zahlreichen Bilddokumenten von seiner mainfränkischen Heimat auch Werke von „traditionellen Sehnsuchtsorten“ in Italien.

Gleiches gilt für Franz Leinecker (1825-1917), dessen Aquarellstudien sich wie ein Reistagebuch betrachten lassen. Ferdinand Knab (1834-1902) schließlich, der u.a. für König Ludwig II. von Bayern arbeitete, benutzte seine auf Reisen gewonnenen Eindrücke, insbesondere Architekturen, um sie in seinen Bildern zu Stimmungslandschaften zu arrangieren.

Auszeit vom hektischen Alltag

Schon im 19. Jahrhundert war man auf der Suche nach Entschleunigung und hatte Sehnsucht nach verloren geglaubten Idyllen. So blieb die romantische Landschaftsmalerei trotz technischer Neuerungen wie der Fotografie und Avantgarden wie dem Realismus, Impressionismus oder Symbolismus eine Art Konstante in einem ohnehin von politischen, gesellschaftlichen wie auch von künstlerischen Revolutionen geprägten 19. Jahrhundert. Betrachtet man heute Bilder dieser Art, so kommt man nicht umhin zuzugeben, dass die romantische Landschaftsmalerei einen besonderen Charme hat. Sie scheint sogar noch an Zauber zu gewinnen.

Schwelgen und träumen

Gerade in unserem hektischen Alltag, der zunehmend zersiedelten Umwelt und dem immer-überall- erreichbar Sein, laden diese idealisierten Sehnsuchtslandschaften zum Schwelgen und Träumen ein. Oft sind es arkadisch-südliche Gefilde wie Italien, Griechenland und Spanien, die sich die Künstler zum Ziel wählten. Gleichermaßen wurden jedoch auch heimische Motive immer wichtiger, etwa poetische Fluss- und Gebirgslandschaften. Eine große Vorliebe hatte man für die Rheinlandschaften ebenso wie für das Mainfränkische Gebiet.

Begleitender Katalog

Zu der Ausstellung erscheint ein Katalog im Deutschen Kunstverlag für 19,90 €. Darin werden neue Erkenntnisse zu den Malern Fritz Bamberger und August Christian Geist veröffentlicht sowie zudem erstmals Grundlagenforschung zu den Künstlern Franz Leinecker und Ferdinand Knab publiziert.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Museum im Kulturspeicher.

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