Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Agentur für Arbeit: Arbeitsmarktreport November

Arbeitslosenzahlen gesunken

Der Arbeitsmarkt hat sich im November weiterhin zufriedenstellend entwickelt. Erwartungsgemäß ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer nochmals gesunken und hat damit den niedrigsten Stand im Jahr 2016 erreicht. Saisonal bedingt ist im Dezember wieder von steigenden Arbeitslosenzahlen auszugehen. Im vorletzten Monat des Jahres waren 7.560 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 90 weniger als im Oktober, jedoch 150 mehr als vor einem Jahr.

Hohe Arbeitskräftenachfrage hält an

Die Arbeitslosenquote verringerte sich gegenüber Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent. Sie ist damit identisch mit der des Vorjahres. Der Anstieg Arbeitsloser gegenüber dem Vorjahr ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich in den zurückliegenden Monaten vermehrt Menschen mit Fluchthintergrund arbeitslos gemeldet haben. Die hohe und stabile Arbeitskräftenachfrage belegt jedoch die ungebremst gute Entwicklung des regionalen Arbeitsmarktes. Auch zum Jahresende hin läuft es in vielen Branchen rund und die Auftragsbücher sind vielerorts gut gefüllt.

Arbeitsmarkt in Höchstform

Eugen Hain, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg, mit einer Einschätzung der aktuellen Entwicklung: „Der heimische Arbeitsmarkt hat im November quasi eine Punktlandung hingelegt und das prognostizierte Ergebnis geliefert. Denn wenn kein atypisch früher Wintereinbruch zu verzeichnen ist, läuft der Arbeitsmarkt im Monat November zur Höchstform auf.

Die Außenberufe (Bau, Forst, Landwirtschaft) sind noch uneingeschränkt zu Gange und das Weihnachtsgeschäft wirft bereits stellenmäßig seine Schatten voraus. Das Jahr 2016 wird am Arbeitsmarkt erneut eine Erfolgsgeschichte werden. Der Einzelhandel dürfte sich freuen. Süßer die Kassen nie klingeln…“

Hohe Dynamik hält an

Im November sind 2.950 Personen in den Arbeitsagenturen und Jobcentern neu zugegangen. Im Gegenzug haben sich 3.040 wieder abgemeldet. Im Vorjahresvergleich haben die Zugänge um 350 Personen (plus 14 Prozent) und die Abgänge um 420 Personen (plus 16 Prozent) zugenommen. Nach einer vorherigen Erwerbstätigkeit in Form einer Ausbildung, Beschäftigung oder Selbstständigkeit haben sich 1.190 gemeldet. Dem gegenüber gaben 940 an, (wieder) erwerbstätig zu werden.
Fast jeder vierte Arbeitslose ohne deutschen Pass, langzeitarbeitslos oder älter.

Menschen mit Fluchthintergrund

Etwa jede vierte arbeitslose Person besaß keinen deutschen Pass oder war seit mindestens einem Jahr ohne eine Beschäftigung. Mit 1.760 Betroffenen waren beide Bestände nahezu identisch. Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch in der zurückliegenden Entwicklung. Während sich der Bestand der Langzeitarbeitslosen in den zurückliegenden zwölf Monaten und rund neun Prozent verringerte, hat sich der der arbeitslosen Ausländer um 37 Prozent erhöht.

Ursächlich hierfür war die vermehrte Arbeitslosemeldung von Menschen mit Fluchthintergrund. Im Sog dieser Entwicklung ist auch die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen um 20 Prozent angestiegen. Mit 790 Betroffenen gehörte mehr als jeder zehnte Arbeitslose dieser Personengruppe an.

Arbeitslosigkeit bei Schwerbehinderten

Nur marginale Veränderungen gab es bei den Schwerbehinderten und bei den über 55-Jährigen. 740 Frauen und Männer zählten zu den Personen mit gesundheitlichem Handicap und 1.740 zu den Personen mit dem Handicap „Alter“. Der Anteil Schwerbehinderter an allen Arbeitslosen lag mit fast zehn Prozent ähnlich hoch wie bei den Jüngeren. Der Anteil der Älteren war mit etwa einem Viertel identisch mit dem von Ausländern und Langzeitarbeitslosen.

Hoher Arbeitskräftebedarf setzt sich fort

Im November haben die regionalen Arbeitgeber 1.340 offene (sozialversicherungspflichtige) Stellen gemeldet. Das war die höchste Nachfrage nach neuem Personal in den zurückliegenden 24 Monaten. Der Stellenbestand erhöhte sich hierdurch auf 4.250 Arbeitsangebote. Schwerpunktmäßig wurden Fachkräfte in den Bereichen Verkauf, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Metallbau, Elektronik und Mechatronik, Verkehr und Logistik, Zeitarbeit und Gesundheit gesucht.

Landkreis Kitzingen unterbietet Vorjahresniveau

Gegenüber Oktober hat die Arbeitslosigkeit in den Landkreisen Kitzingen und Main-Spessart um rund 40 Personen zugenommen. Im Landkreis Würzburg war dagegen ein Rückgang um 60 und in der Stadt Würzburg um 110 Personen zu beobachten. Im Vorjahresvergleich wurden nur im Landkreis Kitzingen weniger Arbeitslose gezählt. Die Arbeitslosenquote verringerte sich hierdurch für die 1.310 Arbeitslosen um 0,1 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent. Im Oktober betrug sie noch 2,5 Prozent.

Die Landkreise Würzburg und Main-Spessart lagen mit einer Quote von 2,1 Prozent gleichauf. In Main-Spessart (Vormonatsquote ebenfalls 2,1 Prozent) waren 1.560 Frauen und Männer arbeitslos, im Landkreis Würzburg (Vormonatsquote 2,2 Prozent) waren es 1.940. Gegenüber November 2015 blieb die Quote im Landkreis Würzburg unverändert. In Main-Spessart erhöhte sie sich dagegen um 0,1 Prozentpunkte. Im Stadtgebiet Würzburg waren 2.760 Frauen und Männer arbeitslos. Hieraus errechnete sich eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Quote von 3,8 Prozent. Im Oktober betrug sie noch genau vier Prozent.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 4.020 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 3.540 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Der Arbeitslosenbestand erhöhte sich gegenüber Oktober in der Arbeitslosenversicherung um zehn Personen. In der Grundsicherung waren es dagegen 90 Personen weniger. Im Vorjahresvergleich wurden in den Arbeitsagenturen 170 Betroffene mehr (plus 5 Prozent) mehr gezählt. In den Jobcentern waren es dagegen 30 der ein knappes Prozent weniger.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit.

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT