Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Digitalisierung an Hochschulen bedroht

Keine digitalen Texte mehr

Nach aktuellem Stand werden die meisten Hochschulen ihren Studierenden ab Januar 2017 keine Texte mehr in digitaler Form zur Verfügung stellen können. Hintergrund ist der neue Rahmenvertrag zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Materialien in der digitalen Lehre, der zwischen Bund, Verwertungsgesellschaft (VG) Wort und Kultusministerkonferenz (KMK) Anfang Oktober geschlossen wurde. Laut diesem müssten die Hochschulen jeden Textausschnitt, den sie für eine Lehrveranstaltung Online bereitstellen, der VG Wort melden und einzeln abrechnen. Bisher wurde stets pauschal abgerechnet.

Studenten als Leidtragende

Die bayerischen Hochschulen haben einen Beitritt zu diesem Vertrag allerdings abgelehnt, da sie darin einen unzumutbaren und nicht zu bewältigenden bürokratischen Arbeitsaufwand für Ihre Mitarbeiter sehen, und fordern stattdessen Neuverhandlungen. „Die Leidtragenden sind in erster Linie die Studierenden. Falls keine Einigung gefunden werden kann, müssen diese in Zukunft wieder den Gang zum Kopierer antreten“, so der Landtagsabgeordnete und wissenschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Georg Rosenthal.

Hoffen auf Neuverhandlungen

Der ehemalige Würzburger Oberbürgermeister sieht den Prozess der Digitalisierung an den Hochschulen bundesweit gefährdet und hat daher einen Antrag gestellt, in dem er den bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle dazu auffordert im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst Stellung zur Kritik der bayerischen Hochschulen zu nehmen. Als Mitglied der KMK war Spaenle an der Ausarbeitung des neuen Rahmenvertrags mit beteiligt. Rosenthal hofft nun darauf, dass die Staatsregierung die Probleme, die sich aus dem neuen Vertrag ergeben rechtzeitig erkennt und sich gegenüber der VG Wort für Neuverhandlungen ausspricht.

Erste Texte bereits gelöscht

Denn bereits jetzt können erste Folgen des neuen Rahmenvertrags beobachtet werden. Wie Studierende an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg berichten, werden an manchen Lehrstühlen bereits jetzt schon die, auf der uniinternen Online-Plattform Virtueller Campus (VC) zur Verfügung gestellten Texte mit Verweis auf eine verschärfte Rechtslage gelöscht. Bis weitere Universitäten nachziehen ist nur noch eine Frage der Zeit.

Wie es an der Uni Würzburg aussieht, ist leider noch nicht bekannt, da es auf Nachfrage unserer Redaktion noch keine Rückmeldung seitens der Universität gab.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Georg Rosenthal.

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