Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Welt-AIDS-Tag 2016: #positivzusammenleben

Informieren statt diskriminieren

Drei HIV-positive Menschen geben in diesem Jahr der Kampagne zum Welt-AIDS-Tag #positivzusammenleben ihr Gesicht – stellvertretend für alle Menschen mit HIV. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) führen zusammen mit der Deutschen AIDS-Hilfe und Deutschen AIDS-Stiftung die Gemeinschaftskampagne #positivzusammenleben durch, um mit Information zu HIV Diskriminierung entgegenzuwirken.

Betroffene klären auf

Die Gesichter der diesjährigen Kampagne sind drei von aktuell rund 85.000 Menschen, die in Deutschland mit HIV leben. Diese drei haben aufgrund ihrer HIV-Erkrankung in ihrem Alltag Diskriminierung erlebt und setzen sich deshalb öffentlich für mehr Akzeptanz und gegen Ausgrenzung ein. Björn, einer der drei Protagonisten von #positivzusammenleben sagt: „Das Leben mit HIV hat sich so sehr verändert! Wir müssen zeigen, dass es keinen Grund gibt, Angst vor Menschen mit HIV zu haben. Dann ist es viel leichter für alle.“

Umgang im Alltag ist kein Problem

Fehlendes Wissen ist einer der Hauptgründe für Ängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV. Hierzu erklärt Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: „Wichtig ist, mit kontinuierlicher Aufklärung und Information zu den HIV-Übertragungsrisiken unbegründete Ängste abzubauen, damit Ausgrenzung und Diskriminierung von HIV-positiven Menschen bald der Vergangenheit angehören. Das HI-Virus gehört zu den Krankheitserregern, die beim Umgang im Alltag nicht übertragen werden. Beim Sex schützen Kondome vor einer Ansteckung. Eine HIV-Therapie bietet ebenfalls einen Schutz vor Ansteckung unter der Voraussetzung, dass die Viruslast beziehungsweise die Zahl infizierter Zellen in den Körperflüssigkeiten und Schleimhäuten unter der Nachweisgrenze liegt.“

HIV muss keine Einschränkung mehr sein

Dank moderner Medikamente haben die meisten HIV-positiven Menschen mittlerweile eine annähernd normale Lebenserwartung. Sie können ihren beruflichen Alltag und ihre Freizeit gestalten wie andere auch. Trotzdem sind die Ansichten zu HIV in der Bevölkerung häufig von Ängsten vor einer Ansteckung und von Vorurteilen geprägt. Dies kann dazu führen, dass Menschen mit HIV ausgegrenzt werden und dann ein normales gesellschaftliches Leben für sie oft nur mit Einschränkungen möglich ist. Alexandra, eine weitere Protagonistin von #positivzusammenleben, ist der Ansicht, dass gegenüber HIV-Infizierten moralische Bewertungen keinen Platz haben sollten: „Schuldzuschreibungen zum Thema HIV finde ich verkehrt. Denn HIV ist etwas, das jedem passieren kann.“

Gespräche helfen

Auch Wolfgang aus Frankfurt weiß, wie sich Ausgrenzung und Diskriminierung anfühlen – Erfahrungen, die er seinen Angehörigen gern ersparen möchte. Das Versteckspiel ärgert ihn, denn im Freundeskreis geht er längst offen mit seiner Infektion um. Er spricht sich dafür aus, mehr aufeinander zuzugehen: „Ich glaube, man kann Angst abbauen, indem man bei Unsicherheiten Fragen stellt und miteinander ins Gespräch kommt.“

Die Kampagne #positivzusammenleben wird unterstützt vom Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) und dem Fachverband Außenwerbung e.V. (FAW). Die Plakatmotive werden durch Onlineangebote und Aktionsmaterialien flankiert.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung BZgA.

 

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