Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Gemeinde erhält Erweiterungsfläche für Israelitischen Friedhof

Nach langer Planung

Oberbürgermeister Christian Schuchardt hat der jüdischen Gemeinde Würzburg offiziell die Erweiterungsfläche des Israelitischen Friedhofs übergeben. Der neue Teil ist mit dem bestehenden Friedhofsgelände in der Werner-von-Siemens-Straße 2 verbunden, aber auch direkt über den David-Schuster-Weg zu erreichen. Die Planungen für die Erweiterung des Israelitischen Friedhofs begannen bereits in den 1990-er Jahren, der Bau hat sich aber immer wieder verzögert und war lange Zeit aus finanziellen Gründen nicht möglich. Erst in den Jahren 2013 und 2014 wurden die Mittel in den Haushalt der Stadt Würzburg eingestellt. Der Spatenstich erfolgte im Juli 2015.

Vertrag für die Ewigkeit

Oberbürgermeister Christian Schuchardt hat die Erweiterung schon in seiner Zeit als Kämmerer begleitet mit dem Vertragsabschluss mit der jüdischen Gemeinde. „Dieser Vertrag“, betonte Schuchardt nun bei der offiziellen Übergabe und Einweihung, „wurde auf ewig geschlossen. Und es ist schön, dass die jüdische Gemeinde in Würzburg wieder so angewachsen ist und wieder eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft spielt, dass die Erweiterung des ‚jüdischen Hauses der Ewigkeit‘ notwendig wurde.“

Zeichen für Verbundenheit

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Würzburg, dankte besonders der Stadt Würzburg, aber auch dem Freistaat und der Firma, der ein Teil des neu angelegten Geländes gehört hatte. Gräber sind im jüdischen Glauben auf die Ewigkeit angelegt: „Das Beerdigungswesen hat einen hohen Stellenwert. Der Friedhof ist das Haus der Ewigkeit und des ewigen Lebens.“

Zudem betonte Schuster: „Es ist das erste Mal nach der Shoa, dass in Würzburg neue Kapazitäten für einen jüdischen Friedhof geschaffen wurden.“ In ganz Deutschland wurden seit dem Zweiten Weltkrieg nur sehr wenige neue israelitische Friedhöfe geschaffen. „Es macht mich stolz, dass Würzburg sich hier einreiht“, fügte Schuchardt hinzu. „Es ist ein Zeichen des Willkommens und der Verbundenheit zwischen der Stadt Würzburg und der israelitischen Gemeinde.“

Durchgeführt vom Gartenamt

Die Planung und Durchführung der Friedhofs-Erweiterung hat das Gartenamt Würzburg von Beginn an übernommen und unter Kommunalreferent Wolfgang Kleiner und Gartenamtsleiter Dieter Müller vorangetrieben. Auch die Bepflanzung übernahm das Gartenamt der Stadt Würzburg. Auf einer Gesamtfläche von etwa 2.300 Quadratmetern entstanden 406 neue Gräber. Eine Lärmschutzwand zur B8 und eine Einfriedungsmauer zum David-Schuster-Weg grenzen den neuen Bereich des Friedhofs ab. Ebenfalls neu erstellt wurden die Toranlage und das Verbindungstor mit Treppe zum bestehenden Friedhofsteil. Ein Handwaschbecken ermöglicht die rituelle Handwaschung.

Neue Gedenkstele

Im Zuge der Herstellung der notwendigen Erdarbeiten für die dazu notwendige Wasserleitung wurden im gleichen Zug auch die Hauptwege des alten Friedhofs teilerneuert. Bepflanzt ist die Fläche mit Rasen auf den neuen Grabflächen, Sträuchern und klein- und mittelkronigen Laubge-hölzen. Der mittige Platz, an dem auch Sitzgelegenheiten installiert wurden, steht auf etwa 600 m² befestigter Fläche. Die jüdische Gemeinde hat an diesem Zentrum eine Gedenkstele zu Ehren aller Opfer des Nationalsozialismus aufgestellt. Nach Gebeten des Rabbiners Jakov Ebert wurde der Friedhof begangen und damit offiziell seiner Bestimmung gemäß jüdischer Tradition übergeben. Der Ursprung des israelitischen Friedhofs Würzburg liegt in 1882.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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