Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Eisbären: Vermiestes Jubiläums-Wochenende

Fazit des Kapitäns

Den perfekten Start in das Wochenende mit den Feierlichkeiten zum 30-jährigen Vereinsjubiläum hätte sich das Team um Jasper Pleyer anders vorgestellt. »Im ersten Drittel hat uns der Biss gefehlt. Nach den schnellen drei Gegentoren unmittelbar nach der Halbzeit sind wir dann endlich aufgewacht!« resümiert der Kapitän im Anschluss. Leider kam das Aufbäumen gegen den Tabellenzweiten des Vorjahres, den ERC Ingolstadt, zu spät und so mussten sich Hausherren dem Favoriten letztlich geschlagen geben. Eigentlich hätten die Eisbären Würzburg von Beginn an hellwach sein müssen, denn erstmals gab es eine Einlauf-Choreografie, bei der zum Song „Das Stadion brennt“ von „Unantastbar“ das Eisbärengehege mit Pyrotechnik feierlich erleuchtet wurde.

Unterzahlsituation

Doch man hatte den Eindruck, dass die Mannschaft von Head-Coach Oliver Lang, der ab sofort bei den Heimspielen Unterstützung vom Trainer der 2. Mannschaft Michael Saller an seiner Seite weiß, sich genauso wie die rund 130 Zuschauer davon eher beeindrucken lies und so machte zunächst nur der Gegner aus Ingolstadt das Spiel. Zählbares sprang jedoch anfangs nicht heraus, denn entweder war noch ein Würzburger dazwischen, oder die Scheibe konnte vom überragend aufspielenden Eisbären Goalie Alexander Weiß abgefangen werden. Unter anderem verhinderte er in der ersten Unterzahlsituation, Dominik Reiß saß zwei Minuten wegen Stockschlags auf der Bank, mit starken Paraden den frühen Rückstand. Mit der ersten Strafe gegen Ingolstadt kam dann auch der ESV besser ins Spiel und doch konnte man noch nichts zählbares vermerken. So waren es die Ingolstädter, die sich zwei Minuten vor der ersten Drittelpause für ihre Mühen belohnten. C. Semmler behielt in einer unübersichtlichen Situation vor dem Würzburger Kasten den Durchblick und stocherte die Scheibe über die Linie.

Noch in der Kabine

Mit diesem 0:1, und damit einem absolut offenen Ergebnis, ging es in die Pause. Dort waren die Zuschauer erstmals in der Saison 2016/17 beim Pausenspiel „Triff das Tor“ aufgerufen, am besten drei Scheiben im Tor zu versenken um sich einen Kasten Bier von Hauptsponsor Kauzen Bräu zu sichern. Doch auch hier zeigte sich Ladehemmung und nur ein Puck fand den Weg ins Tor, was dennoch zum Gewinn der Kiste reichte. Als die Unparteiischen die Scheibe zum Start des Mittelabschnitts einwarfen, schienen die Eisbären mit dem Kopf noch in der Kabine. So dauerte es nur 13 Sekunden, ehe C. Hechtl einen Pass aus der Ecke per Direktabnahme zum 0:2 verwandelte. Man hätte meinen sollen, dass nun der Ruck durch das Team des ESV Würzburg gehen würde. Aber abgesehen von einer Großchance für Max Zösch, der nach gutem Vorchecking frei vor dem gegnerischen Kasten zum Schuss kam und selbigen nur knapp verfehlte, kam jedoch nichts. So waren es in der 25. Minute abermals die Gäste, die durch einen verdeckten Schuss von B. Krebs auf 0:3 erhöhten.

Gegner gestört

Nur wenige Sekunden später musste der Würzburger Goalie eine weitere Scheibe aus seinem Tor fischen: S. Zywitza, seines Zeichens ehemaliger deutscher Nationalspieler und mit der Erfahrung von mehr als 150 DEL-Partien eine absolute Bereicherung für sein Team, konnte einen Abpraller über die Fanghand ins Tor schieben. Nun zog das Würzburger Trainerduo die Reißleine und nahm eine Auszeit. Diese zeigte offensichtlich Wirkung, denn in der 28. Minute, Würzburg war mit einem Mann in Überzahl, war es Felix Menzel, der auf Zuspiel von Andreas Dresel und Stan Kacir erst zweimal am gegnerischen Schlussmann scheiterte, im dritten Nachsetzer aber per Rückhand die Scheibe ins Tor zum 1:4 Anschlusstreffer bugsieren konnte. Echte Hoffnung keimte in der 35. Minute im Eisbärengehege auf. Ein erneut konsequentes Stören der Gegner in deren Hälfte durch Jasper Pleyer brachte die Scheibe zu Korbinian Niedermüller, der wiederum auf den besser postierten Andreas Dresel ablegte.

Unnötiger Verlust

Seine satte Direktabnahme schlug halbhoch rechts im gegnerischen Tor zum 2:4 ein. Durch die Anschlusstreffer bekamen die Gastgeber Rückenwind und somit auch mehr Spielanteile. Letztlich waren es jedoch die Schanzer, die in der 40. Minute punkteten. Torschütze war C. Hechtl, der nach einem unnötigen Puckverlust im Mitteldrittel die Scheibe per „Bauerntrick“ ins Würzburger Tor beförderte und somit für einen ordentlichen Dämpfer vor der letzten Pause sorgte. Die Zuschauer bewiesen beim zweiten Pausenspiel „Triff die Mitte“, dass der ein oder andere wohl im Sommer heimlich geübt hat, denn der Gewinner-Puck blieb genau am zu treffenden Mittelpunkt liegen. Und wenn das Ergebnis schon nicht passte, dann sorgte wenigstens Maskottchen Olaf Eisbär für gute Stimmung bei den Zuschauern. Der letzte Spielabschnitt begann wieder besser für die Heimmannschaft. In Überzahl konnte man sich gute Torchancen erspielen, jedoch keinen zählbaren Erfolg verbuchen. Viel Platz bot sich, als in der 48. Minute Spieler beider Seiten auf der Strafbank Platz nehmen mussten. Jetzt war es einmal mehr Alex Weiß, der sein Team mit einem starken Reflex in einer zwei gegen null Situation im Spiel hielt. Das wohl Spielentscheidende Tor fiel dann jedoch in der 49. Minute, als nach einem Missverständnis im Angriff der Konter durch D. Froschmeir unhaltbar im oberen rechten Eck des Würzburger Tores einschlug. Ein weiteres Mal sollten die Eisbären sich dennoch freuen dürfen. Ingolstadt war zwei Minuten vor Schluss mit zwei Mann in Unterzahl und so brachte Alexander Durnev in einem sauber vorgetragenen Powerplay die Scheibe nach einem Pass von Dominik Reiß und Stan Kacir zielsicher im gegnerischen Netz unter. 3:6, doch es waren nur noch 20 Sekunden auf der Uhr und somit selbst im Eishockey nicht mehr an eine Aufholjagd zu denken.

Schlusspunkt

Den Schlusspunkt markierten dann nochmals die Gäste indem B. Krebs sechs Sekunden vor Abpfiff einen Scheibenverlust an der eigenen Blauen Linie des ESV eiskalt bestrafte. Endstand 3:7 und somit nicht das Ergebnis, das sich das Team und die Verantwortlichen zum Auftakt in das Jubiläums-Wochenende gewünscht hatten. Nach dem Spiel äußerte sich der Würzburger Cheftrainer sichtlich unzufrieden: »Wir haben das Spiel heute durch ein paar individuelle Fehler aus der Hand gegeben. Erst nach der Umstellung auf zwei Reihen haben die Spielzüge besser geklappt. Da haben wir dann wieder gezeigt, dass wir mit jeder Mannschaft mithalten können!« Doch ein Erfolg sprang erneut nicht heraus und dennoch ist Oliver Lang weiter optimistisch, dass die Siege noch kommen werden: »Wir dürfen den Glauben an uns nicht verlieren und wollen am besten schon kommende Woche mit drei Punkten aus der Partie in Regensburg zurück nach Würzburg reisen.« In Regensburg ist am Samstag um 19:45 Uhr Bully für die Partie. Das nächste Heimspiel der Eisbären Würzburg findet am Sonntag 04. Dezember 2016 um 18:30 Uhr im Eisbärengehege statt.

Harter Brocken

Dann kommt mit dem Tabellenführer ESV Waldkirchen der nächste harte Brocken an den Nigglweg ehe die Ingolstädter nur eine Woche später ihr zweites Gastspiel der Saison in Würzburg geben. Eine offene Rechnung gibt es jetzt aus Sicht der Würzburger auch. Offensichtlich gefiel auch Wettergott Petrus die Niederlage der Eisbären zum Auftakt in das Event- Wochenende rund um das 30-jährige Vereinsjubiläum des ESV nicht, denn am folgenden Samstag Mittag, als sich die Tore der Eisbahn für diesen besonderen Tag bei freiem Eintritt öffneten, regnete es erst mal unentwegt. Doch als sich am frühen Nachmittag die Wolken lichteten und die Sonne ein Lebenszeichen schickte, füllte sich die Eisbahn. So fanden die Feierlichkeiten des Vereins im Rahmen des Decathlon Ice Days mit samt abendlicher Eisdisco doch noch ein versöhnliches Ende.

Statistiken

Aufstellung: ESV Würzburg, Tor: A. Weiß & V. Chernyavsky, Verteidigung: A. Durnev, D. Kusmin, C. Müller, T. Schuster, F. Mundl, Y. Schulz, Sturm: S. Kacir, F. Menzel, J. Pleyer „C“, C. Feulner, A. Dresel „A“, J. Foerster, K. Niedermüller, M. Zösch „A“, D. Reiß

Aufstellung: ERC Ingolstadt, Tor: C. Schmidtmeyer & A. Banzer, Verteidigung: S. Ramoser, D. Froschmeir, M. Schlamp, B. Huber, F. Grad, Sturm: C. Hechtl „C“, B. Krebs, S. Zywitza „A“, D. Burger, C. Semmler, M. Reinholz, D. Kurnosow „A“, K. Maraun

Tore

  • 0 : 1, 18. Min., C. Semmler (S. Zywitza, C. Hechtl)
  • 0 : 2, 21. Min., C. Hechtl (C. Semmler, S. Zywitza)
  • 0 : 3, 25. Min., B. Krebs (M. Schlamp)
  • 0 : 4, 26. Min., S. Zywitza (C. Semmler)
  • 1 : 4, 28. Min., F. Menzel (S. Kacir, A. Dresel) | ÜZ 5vs4
  • 2 : 4, 35. Min., A. Dresel (K. Niedermüller, J. Pleyer)
  • 2 : 5, 40. Min., C. Hechtl (C. Semmler)
  • 2 : 6, 49. Min., D. Froschmeir (S. Ramoser)
  • 3 : 6, 60. Min., A. Durnev (S. Kacir, D. Reiß), ÜZ 5vs3
  • 3 : 7, 60. Min., B. Krebs (C. Hechtl)

Strafzeiten: ESV Würzburg: 8 Min., ERC Ingolstadt: 17 + 30 Min

Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung des ESV Würzburg e.V.

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