Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Ein Ende der Würzburger Posthalle naht

Noch knapp vier Jahre

Noch knappe vier Jahre, dann soll Schluss sein mit den Veranstaltungen in der Posthalle am Bahnhof. Doch was genau passiert mit der Posthalle und wo sollen dann in Zukunft Konzerte, Messen und Co. statt finden?

Areal neu gestalten

Die Würzburger Beethoven-Gruppe möchte das Areal neben dem Hauptbahnhof neu gestalten. Es sollen Wohnungen, ein Hotel, Büros und Nahversorgung entstehen, so Niko Rotschedl von der Beethoven-Gruppe. Wie es im Moment aussieht, soll die komplette Fläche von etwa 33.500 Quadratmetern genutzt werden aber laut Rotschedl stehen noch Verhandlungen und Abstimmungen mit der Stadt Würzburg an. Deshalb kann auch noch nicht mit 100%tiger Sicherheit gesagt werden, wann genau mit der Umgestaltung begonnen und wie die genaue Planung aussehen wird, so Niko Rotschedl auf Anfrage unserer Redaktion.

Doch was sagen die Entwickler dazu, dass ein Kreativzentrum wie die Posthalle verschwinden würde? „So eine kulturelle Nutzung ist sehr wichtig für Würzburg aber es muss eine preiswertere Fläche, die trotzdem zentral gelegen ist, gefunden werden – dafür ist das Areal direkt am Hauptbahnhof zu wertvoll,“ erklärt Niko Rotschedl.

Kreativquartier der Stadt

Derzeit wird die Posthalle auf ganz unterschiedliche Arten genutzt. Neben dem Veranstaltungsbetrieb von Joachim Schulz, welcher sich mittlerweile zu einem der größten Kulturbetriebe Unterfrankens entwickelt hat, gibt es eine breite kreative Nutzung auf dem Areal. Laut Schulz gibt es im Moment keine Leerstände. Neben geschätzt 40 bis 50 Bands, welche hier proben, gibt es beispielsweise den Jugendclub Immerhin, Träger ist die Diakonie. Auch hier finden regelmäßig Konzerte statt.

Für Jojo Schulz ist die Posthalle das Kreativquartier Würzburgs schlechthin. Aufgrund der günstigen Lage und bezahlbarer Mieten gibt es zahlreiche Kreativbüros; viele Kleinstbetriebe haben sich hier gebildet, viele von ihnen sind inzwischen gewachsen und haben sich im Gebäude ausgedehnt. Daneben gibt es eine Tanzschule, eine Trommelgruppe und Würzburgs einzige Indoor 3D Minigolfanlage. Das ist tatsächlich Kunst und absolute Kreativität, die hier stattfindet. Das Ganze wird ergänzt von einem Crossfit Studio, Lasertag, Lagerflächen und ähnlichem.

Positive Bilanz

Auf die Frage, wie er die letzten Jahre bewerten würde, hat Jojo Schulz nur eine Antwort: „Absolut positiv. Wir haben in den vergangenen vier Jahren unsere Besucherzahlen verdoppeln können, haben inzwischen jährlich ca. 160.000 Besucher. Die Konzertthemen, welche durch uns nach Würzburg kommen, bereichern Würzburgs Kulturlandschaft nachhaltig. Neben der Posthalle ist in allen anderen möglichen Spielstätten bei 200 Besuchern Schluss.“ Neben Konzerten hat sich das Programm vielseitig verändert. In der Posthalle findet man mittlerweile Comedy, Poetry Slams, Messen, Flohmärkte, Business Events, Weihnachtsfeiern, Examens- und Abibälle oder beispielsweise auch Veranstaltungen wie das Weihnachtsessen von St. Egidio für bedürftige Menschen.

Neuer Veranstaltungsraum

Doch jetzt soll es das Areal in seiner jetzigen Form nur noch etwas 3,5 Jahre geben. Jojo Schulz ist nun schon seit 2008 in der Posthalle aktiv und möchte ein Kreativzentrum, wie es die Posthalle ist, nicht aufgeben. „Wenn am jetzigen Ort kein Platz mehr für uns sein sollte, müssen wir über einen zukünftigen Standort nachdenken. Hierfür bringen wir eine mögliche Vision eines neuen Standortes ins Gespräch. Wesentlich für uns sind die Faktoren Zentralität und keine Sorge vor Emmissionsproblemen zu haben. Unter dem Aspekt gibt es nur wenige Alternativen“, so Schulz.

Der Standort neben der Friedensbrücke bietet für ihn genau diese Vorteile. Seine Vision umfasst einen Veranstaltungsraum mit ähnlicher Größenordnung wie in der Posthalle zum aktuellen Zeitpunkt. Laut Schulz fehlt es darüber hinaus akut an einer mittelgroßen Spielstätte. Es würde eine weitere Bühne mit einer Kapazität von 500 bis 600 Besuchern geplant werden und 1 bis 2 Ausstellungsräume zusätzlich.

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