Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Stern-Gerlach-Medaille für Würzburger Professor

Höchste Physik-Auszeichnung

Die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft auf dem Gebiet der experimentellen Physik geht an den Würzburger Physiker Laurens Molenkamp. Er bekommt sie für seine Arbeiten über topologische Isolatoren.

Realisierung von topologischen Isolatoren

Laurens W. Molenkamp war weltweit der erste Forscher, dem die experimentelle Realisierung von topologischen Isolatoren gelang. Seitdem wird über diese neuartige Materialklasse intensiv geforscht. Fachleute erwarten von ihr deutliche Fortschritte in der Informationstechnik: Mit topologischen Isolatoren sollten sich in der Zukunft noch kleinere und leistungsfähigere Computerchips bauen lassen.

Entdeckung des Quanten-Spin-Hall-Effekts

„Seine bahnbrechenden Arbeiten haben die Basis für das neue Forschungsgebiet der topologischen Quantenmaterialien gelegt und eröffnen faszinierende Anwendungen. Dieses Forschungsfeld hat durch seine Pionierarbeit, die zur Entdeckung des Quanten-Spin-Hall-Effekts führte, eine stürmische Entwicklung erfahren, die nach wie vor zu wichtigen Erkenntnissen führt.“

Goldene Medaille plus Urkunde

Mit dieser Begründung hat die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) heute, 17. November 2016, bekanntgegeben, dass Professor Laurens Molenkamp von der Universität Würzburg ihre Stern-Gerlach-Medaille für 2017 erhält.

Die goldene Medaille ist die höchste Auszeichnung, die die Gesellschaft auf dem Gebiet der experimentellen Physik vergibt. Molenkamp bekommt sie im März 2017 zusammen mit einer Urkunde auf der Jahrestagung der DPG in Münster überreicht.

Vielfach ausgezeichneter Professor

Für seine Forschung über topologische Isolatoren hat der Würzburger Professor schon viele Auszeichnungen erhalten, darunter den Europhysics Prize 2010, den Oliver-Buckley-Preis der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft 2012 und den Physics Frontiers Prize 2013. Ein Jahr später folgte der „deutsche Nobelpreis“, der mit 2,5 Millionen Euro dotierte Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Über den Preisträger

Laurens W. Molenkamp, Jahrgang 1956, stammt aus den Niederlanden. Er studierte Chemie an der Universität Groningen, wo er im Jahr 1985 in der physikalischen Chemie promoviert wurde. Anschließend verbrachte er fast zehn Jahre als Wissenschaftler am Philips-Forschungslabor in Eindhoven. 1994 wurde er an die RWTH Aachen berufen; seit 1999 lehrt und forscht er als Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Physik III an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Uni Würzburg.

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