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„Dunkle Jahreszeit“: Hochsaison für Einbrecher

Hochsaison für Wohnungseinbrecher

UNTERFRANKEN. Wenn die Nächte länger werden, muss auch wieder vermehrt mit Wohnungseinbrüchen gerechnet werden. Aus diesem Grund wird die Unterfränkische Polizei auch in diesem Jahr Maßnahmen zur Bekämpfung des Deliktsbereichs treffen.

Um Straftaten zu verhindern und Täter dingfest machen zu können, ist die Polizei jedoch auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Ein schneller Notruf bei verdächtigen Wahrnehmungen kann bereits der Schlüssel zum Erfolg sein.

Entwicklung der Fallzahlen:

Entgegen dem bundesweiten Trend sind die Zahlen für den Wohnungseinbruchdiebstahl 2015 in Unterfranken zurückgegangen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Regierungsbezirk 603 Fälle registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 60 Straftaten weniger. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote im Bereich des Polizeipräsidiums Unterfranken von 12,1 % auf 17,9 % gestiegen. Bayernweit liegt die Aufklärungsquote bei 15,9 %, bundesweit bei 15,2 %.

260 Fälle (43,1 %) blieben im Jahr 2015 im Versuchsstadium stecken. Ein Jahr zuvor waren es 42,4%. Die steigende Zahl von Versuchstaten signalisiert eindeutig, dass die Täter schnell zum Erfolg kommen möchten. Treten bei der Tatausführung Hindernisse auf, so lassen die Einbrecher oftmals von ihrem Vorhaben ab.

Weiter kann die Unterfränkische Polizei beobachten, dass die Tatorte überwiegend so gewählt werden, dass überörtliche Straßen in der Nähe schnell für die Flucht genutzt werden können. Gerade Ortsbereiche, die in der Nähe einer Autobahn oder einer Bundesstraße liegen, sind daher für Wohnungseinbrecher besonders attraktiv.

Maßnahmen der Polizei:

Die sinkenden Fallzahlen im letzten Jahr sind zwar erfreulich, sie stellen jedoch keinen Grund zur Entwarnung dar. Aus diesem Grund hat das Polizeipräsidium Unterfranken wieder große Anstrengungen unternommen und ein Maßnahmenpaket geschnürt, um insbesondere Wohnungseinbrüche zu verhüten bzw. aufzuklären.

Beispielsweise wurden die entsprechenden Kommissariate der Kriminalpolizeiinspektionen verstärkt. Auch werden in der kommenden Winterzeit wieder zahlreiche Sonderstreifen unterwegs sein. Die Unterfränkische Polizei erhält dabei auch Unterstützung von der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

Präventionskampagne für Bevölkerung

In den kommenden Wochen möchte das Polizeipräsidium Unterfranken mit einer Präventionskampagne die Bevölkerung aufklären. Mit einem Flugblatt, welches die Hauptanliegen kurz und übersichtlich darstellt und dem bereits im letzten Jahr gewählten Slogan

Einbruch? Nicht in unserer Straße! Genau hinschauen, Polizei sofort anrufen!

sollen die Kernbotschaften transportiert werden.

Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen:

Zudem werden die Fachberater der kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg verstärkt Vorträge zum Thema „Wohnungseinbruch“ für interessierte Gruppen, z. B. an Schulen, Sportvereinen oder Seniorengemeinschaften, anbieten.

Die Fachberater stehen nach Terminvereinbarung auch für eine kostenlose, kompetente und neutrale Beratung zum effektiven Einbruchschutz zur Verfügung. Dieses Angebot gilt auch für Bauherren, damit sich diese bereits bei der Planung eines Eigenheims Gedanken um eine sinnvolle technische Ausrüstung zum Schutz gegen Einbrecher machen können.

Ein Kontakt kann über die im Informationsflyer genannten Telefonnummern hergestellt werden.

Appell an die Bevölkerung:

Für Einbrecher attraktive Wohnhäuser werden in der Vortatphase oft von den Tätern ausgekundschaftet. Halten Sie daher Ihre Augen offen und achten Sie in Ihrer Wohngegend auf verdächtige Personen und Fahrzeuge mit fremden Kennzeichen.

Informieren Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort über Notruf 110 die Polizei. Um die Täter dingfest machen zu können, ist es erforderlich, Fahndungsmaßnahmen so schnell wie möglich in die Wege zu leiten!

Tipps zum Einbruchschutz:

Einen optimalen Schutz erhalten Sie durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenwirken von mechanischer und elektronischer Sicherungstechnik, sicherheitsbewusstem Verhalten sowie einer aufmerksamen Nachbarschaft.

Das richtige sicherheitsbewusste Verhalten kostet kein Geld:

  • Wenn Sie Ihr Haus verlassen – auch nur für kurze Zeit – schließen Sie unbedingt Ihre Haustür ab!
  • Verschließen Sie immer Fenster, Balkon- und Terrassentüren. Denken Sie daran: Gekippte Fenster sind offene Fenster!
  • Verstecken Sie Ihren Schlüssel niemals draußen. Einbrecher finden jedes Versteck!
  • Wenn Sie Ihren Schlüssel verlieren, wechseln Sie den Schließzylinder aus!
  • Achten Sie auf Fremde in Ihrer Wohnanlage oder auf dem Nachbargrundstück!
  • Informieren Sie bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei!
  • Geben Sie keine Hinweise auf Ihre Abwesenheit bspw. in sozialen Netzwerken oder auf Ihrem Anrufbeantworter!
  • Zusätzlich empfiehlt die Polizei eine mechanische Sicherung aller Fenster und Türen, damit ungebetene Gäste erst gar nicht hineinkommen. Ergänzende Sicherheit bietet zum Beispiel eine Einbruch- und Überfall-Meldeanlage.

Damit werden Einbruchsversuche automatisch gemeldet und man kann den Alarm bei Gefahr auch selbst auslösen.

Tipps zur Einbruchsicherung Ihres Zuhauses erhalten Sie auch unter www.k-einbruch.de, der Webseite der Einbruchschutzkampagne K-EINBRUCH.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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