Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Diskos auch an Allerheiligen bis 2 Uhr geöffnet

Auch am Feiertag tanzen

Allerheiligen ist ein stiller Feiertag – wie Karfreitag oder Totensonntag. Öffentliche Tanzveranstaltungen sind an diesen Tagen verboten. Doch nicht mehr rund um die Uhr: seit 2013 dürfen in Bayern und somit auch in Würzburg Diskotheken in der Nacht zum Feiertag bis zwei Uhr geöffnet haben, das bestätigt ein Sprecher der Stadt. Nur an Karfreitag und Karsamstag bleibt der Schutz ganztägig bestehen. Doch nicht alle sind über diese Regelung an stillen Feiertagen glücklich.

Schleichende Aushöhlung der Feiertage

Allerheiligen und Allerseelen sind nach den Worten Bernhard Schweßingers, Pressesprecher der Diözese Würzburg, auch in der heutigen Gesellschaft besondere Tage im Jahr, an denen viele Menschen die Gräber ihrer Verstorbenen besuchen. Das zeigen die vielen Menschen, die an Allerheiligen und Allerseelen den Verstorbenen besonders nahe sein wollen. Aber auch als Familientreff – am Friedhof, anschließend oft beim gemeinsamen Essen und Beisammensein.

Jedoch werden diese stillen Feiertage immer weiter schleichend ausgehöhlt. „Die Menschen – und nicht nur die Katholiken – brauchen solche stillen Tage, solche Atempausen fürs Leben. Dabei wollen die Religionsgemeinschaften nicht vorschreiben, wann jemand feiern darf und wann nicht.“ Für ein gutes Zusammenleben sei jedoch gegenseitige Rücksichtnahme nötig und dazu gehören auch die besondere Tage der Kirchen.

Ursprung von Allerheiligen

Der Ursprung des Festes Allerheiligen geht zurück bis ins vierte Jahrhundert. Damals wurde – je nach Region – am 13. Mai, am Sonntag nach Pfingsten oder am Freitag nach Ostern der Märtyrer gedacht, also der Christen, die für ihren Glauben gestorben sind. Ludwig der Fromme führte im neunten Jahrhundert in Frankreich den 1. November als Gedenktag ein. Inhaltlich verweist Allerheiligen auf das Osterfest: Gefeiert wird das neue, himmlische Leben, in das die Heiligen gelangt sind und das allen Christen verheißen ist.

In der religiösen Praxis ist das Gedächtnis der Verstorbenen, das eigentlich erst am Allerseelentag begangen wird, dennoch Teil von Allerheiligen. Der Allerseelentag am 2. November verschwindet zunehmend aus der öffentlichen Wahrnehmung. Er geht zurück auf Abt Odilo vom französischen Kloster Cluny. Dieser setzte im Jahr 998 das Gedenken aller verstorbenen Gläubigen für alle seinem Kloster unterstellten Klöster auf diesen Tag an.

Evangelische Lesart von Allerheiligen

Auch die evangelische Kirche kennt ein Gedenken der Heiligen. Allerdings gelten in der evangelischen Kirche Heilige nicht als Fürsprecher, sondern als Vorbilder. Allerheiligen steht zwar im liturgischen Kalender, wird aber nur in wenigen evangelischen Gemeinden begangen. Für die evangelische Kirche ist der Tag vor Allerheiligen ein wichtiger Feiertag: Sie erinnert am 31. Oktober an die Reformation.

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