Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Grüne Jugend demonstriert gegen „Germanenfete“

Vorwurf: Nationalismus, Rassismus, Sexismus

Heute ist es soweit: Es findet nicht nur die berühmte Party zum Semesterstart auf dem Haus der Burschenschaft Germania zu Würzburg statt, sondern auch die bereits vor Wochen angekündigte Demonstration der Grünen Jugend gegen die „Germanenfete“.  Der Burschenschaft wird von der Grünen Jugend Nationalismus, Rassismus und Sexismus vorgeworfen.

Brief an Grüne Jugend

Im Vorfeld der Demo gibt es bereits kräftige Diskussionen zwischen Vertretern der Germanen und der Grünen Jugend Würzburg. Unter anderem fand laut eines Facebook-Postings von den Germanen auf die Seite der Grünen Jugend ein Gespräch zwischen Helmut Korn – selbst Alter Herr der Burschenschaft und gleichzeitig Mitbegründer der Bayreuther Stadtratsfraktion der „Grünen und Unabhängigen“ und Mitglied der Grünen – und dem Vorsitzenden der Grünen Jugend statt.

Vorwürfe widerlegt

Im Brief stellt Helmut Korn klar, dass sich die jetzige Germania klar von den rechtsradikalen Vorwürfen distanziert. Mit dem Austritt aus der Deutschen Burschenschaft im Jahr 2008 haben „wir eine rechtslastige Clique losbekommen“, heißt es im Brief. Es wird klar gestellt, „dass es auf unserem Haus (dem Germanenhaus, Anm.d.Red.) keine „rechten Umtriebe“ gibt.

Des weiteren schreibt Korn, dass es nie ein Treffen der sogenannten „Identitären Bewegung“ (IB) auf dem Verbindungshaus der Germanen in Würzburg gab. Dies sei eine Falschmeldung und von der Grünen Jugend daher eine falsche Behauptung. Korn äußert sich ebenfalls zu den Vorwürfen der Grünen Jugend, die Burschenschaft Germania pflege ein veraltetes Frauenbild und sei elitär.

„Unredliche, unfaire, schmutzige Art“

Helmut Korn kam in seinem Brief zu dem Fazit, dass es der Grünen Jugend nicht passe, dass es Burschenschaften oder Verbindungen im Allgemeinen gebe und die „Germanenfete“ in Würzburg sehr beliebt sei. Zu einer Demo gegen diese Feier aufzurufen sei eine „unredliche, unfaire, schmutzige Art der Auseinandersetzung, die nicht dazu passt, dass bei den Grünen Anstand und Ehrlichkeit selbstverständlich sind“.

Antwort der Grünen Jugend

Die Grüne Jugend äußerte sich auf den Post dahingehend, dass sie sich bei den Aussagen, Burschenschaften seien nationalistisch, sexistisch und elitär, auf das Recht der freien Meinungsäußerung berufe. Außerdem wird in einem Kommentar des Vorsitzenden der Grünen Jugend, Sebastian Hansen, erklärt, dass „die Darstellung des Gesprächs zwischen mir (Hansen, Anm.d.Red.) und Herrn Korn […] übrigens arg gefärbt“ sei. Des weiteren schreibt Hansen: „Herr Korn konnte nicht beweisen, dass die Einladung der IB eine „Falschmeldung“ war. Er konnte nur behaupten, dass so ein Treffen nicht stattgefunden hat“. Hansen bleibe deshalb bei der Meinung, dass Burschenschaften elitär, sexistisch und nationalistisch seien und sie (Die Grüne Jugend, Anm.d.Red.) „keinen Bock drauf“ haben und daher am heutigen Dienstag demonstrieren.

Wie die Demo, die heute, Dienstag, 25. Oktober, um 20 Uhr am Oberen Markt starten soll, letztendlich verlaufen wird, bleibt abzuwarten.

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