Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Coffee to go mit der eigenen Tasse

320.000 Becher pro Stunde

Ein Kaffee am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, so heißt es allgemein im Volksmund. Landet dieser allerdings in einem Einwegbecher und dieser Becher wiederum anschließend im Mülleimer, treibt dies wiederum so manch einem die Sorgenfalten ins Gesicht. Nach Angaben der deutschen Umwelthilfe (DUH) landen durchschnittlich jede Stunde bundesweit rund 320.000 Kaffeebecher im Abfalleimer – eine unglaublich hohe Zahl! Pro Jahr werden hierzulande somit circa 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher verbraucht!

Eigene Becher bei McDonald’s

Doch ausgerechnet der Fast-Food-Riese McDonald’s möchte laut BR24 etwas an der Umweltverschmutzung ändern. Das von Naturschützern immer wieder kritisierte Unternehmen aus den USA bietet laut BR24 ab Mitte November einen neuen Service an:

Die perfekte Tasse dafür

Kunden sollen in den knapp 900 McCafés demnächst ihre eigenen Becher oder Tassen mitbringen können und sich diese mit dem gewünschten Getränk befüllen lassen. Dafür soll es sogar einen Rabatt von zehn Cent geben. Man kann gespannt bleiben, ob die Aktion ein Erfolg wird. Für die Umwelt wäre es auf jeden Fall super.

DUH fordert Abgabe auf Kaffeebecher

Laut BR24 werden für die Herstellung der Einwegbecher jedes Jahr mehr als 40.000 Bäume gefällt und 1,5 Milliarden Liter Wasser gebraucht. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deshalb schon seit längerem eine Abgabe in Höhe von 20 Cent auf Coffee to go-Becher. Jürgen Resch, Chef der DUH, will jetzt sogar mit einer Kampagne („Becherheld – Mehrweg to go“) das Abfallproblem bekämpfen, heißt es bei BR24.

Vorteile der Pappbecher

Ob der Umwelt durch die zukünftigen Becherhelden geholfen wird, kann jetzt noch nicht vorausgesagt werden. Noch dazu sollen die vermeintlichen Umweltsünder in Form der Einwegpappbecher sogar Vorteile haben, heißt es bei BR24. In einer Veröffentlichung zur Verpackungsmesse Interpack wird angemerkt, dass Einwegbecher aufgrund ihres geringen Gewichts für die Herstellung und den Transport viel weniger Erdöl, Energie und Kohlendioxid brauchen. Außerdem würde kein Spülmittel und kein Wasser zum Spülen benötigt und Pappbecher würden sowieso überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden.

Situation in Würzburg

Auch wir in Würzburg trinken morgens oder gegen den Durchhänger am Nachmittag gerne einen Kaffee aus der Pappe. Aber was denken die lokalen Gastronomen über eine Mehrweg-Lösung oder andere, umweltfreundliche Alternativen? Unser Lieblings-Café ganz in der Nähe unseres Redaktionsbüros verbraucht zum Beispiel laut Nachfrage rund 250 Becher in der Woche, meist sogar mehr. Nehmen wir diesen Wert als Durchschnitt – obwohl einige große Bäckerei- und Fast-Food-Ketten wohl noch deutlich mehr über den Tresen schicken – verbraucht allein Würzburg, bei schätzungsweise mehr als 100 Cafés, Bäckereien und Eisdielen, deutlich mehr als eine Million Einwegbecher im Jahr.

Keine Zeit…

Die Situation mit dem täglichen Gebrauch vieler Coffee to go-Becher ist natürlich ganz klar ein Kind unserer modernen Gesellschaft. Wir haben einfach keine Zeit mehr, nicht mal mehr, um den Kaffee vor Ort im Café zu Ende zu trinken. Der Kosmopolit von Heute hat nun mal den Kaffeebecher in der einen und das Smartphone in der anderen Hand. Zeit zum Umdenken?

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