Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Messerangriff auf Ex-Freundin: Täter gesteht

Tat am 4. Januar in Wiesentheid

Am 4. Januar hat ein 20-Jähriger in Wiesentheid versucht seine Ex-Freundin zu ermorden. Der 19-Jährige Kumpel des Täters der ebenfalls angeklagt ist, hüllt sich in Schweigen.

Geständnis

Zweiter Verhandlungstag vor dem Landgericht Würzburg: Laut Berichten der Mainpost schildert der 20-jährige Täter in seinem Geständnis, dass er seine Ex-Freundin heiraten wollte, da er sie für die „Liebe seines Lebens“ gehalten habe. Die Trennung nach vier Monaten sei laut eigener Aussage der Grund, dass er seine Lehrstelle verlor, auf der Straße lebte und letztendlich in einer Notunterkunft in Kitzingen unterkommen musste. Er gab zu, die Frau für seine Situation verantwortlich gemacht zu haben und laut eigener Aussage „Fantasien hatte, ihr etwas anzutun“. Nach Angaben des Täters war dies in seinem Bekanntenkreis bekannt, so die Mainpost.

Waffen extra gekauft

Vor der Weihnachtszeit erwarb der 20-Jährige ein Messer und eine Schreckschusspistole. Da in seinem Freundeskreis Messer verbreitet sind, habe er sich auch eines bestellt. Die Pistole wurde für Silvester bestellt, schildert der Täter. Nach dem Kauf der Waffen berichtet der Mann von Gedächtnislücken. Wenig Erinnerungen in der Zeit unmittelbar vor und nach dem Verbrechen seien geblieben. Ob er Freunde um Unterstützung bei der Tat gebeten habe, sei laut seiner Aussage „möglich“, so die Mainpost in ihrem Artikel.

Geplante Tat

Laut dem Bericht der Mainpost verspürte der Mann am 4. Januar eine innere Leere. Nach dem Konsum von Alkohol und einer Kräutermischung habe er seinem Mitangeklagten 19-Jährigen Kumpel erzählt, dass seine Ex-Freundin versucht hatte, ihn telefonisch zu erreichen und er sich nun auf den Weg nach Wiesentheid machen werde um sie umzubringen. Der Freund antwortete laut Aussage des Täters, „dass er gerne dabei wäre“.

In den Park gelockt

Die beiden Männer hätten während der Busfahrt nach Wiesentheid mit dem Handy des 19-Jährigen versucht, die Ex-Freundin zu erreichen, so die Mainpost. Sie vereinbarten ein Treffen mit ihr am Marienplatz. Der Täter gab vor Ort dem 19-Jährigen Kumpel den Auftrag, die 22-Jährige in den Park an einen Punkt zu locken, an dem sich der Täter hinter einem Baum verstecken würde.

Nach dem Eintreffen des Kumpels und der Ex-Freundin, habe der Täter versucht, die 22-Jährige zu umarmen. Die Frau ging darauf nicht ein und hielt Abstand. Zu dem Zeitpunkt hatte der 20-Jährige bereits das Messer griffbereit in der Hand und wollte laut eigener Aussage „auf sie einstechen um die Sache schnell hinter sich zu bringen“.

Stiche in Kopf und Nacken

Da er dazu aber nicht fähig war, bedrohte er sie zuerst mit der Pistole, indem er ihr diese an den Kopf hielt. Die 22-Jährige versuchte daraufhin eine Freundin anzurufen, worauf der Ex-Freund mit dem Messer auf sie einstach. Nachdem er sie am Hals verletzt hatte, stach er ihr das Messer so fest in den Kopf, dass es stecken blieb, heißt es in Berichten der Mainpost. Bei dem Angriff ging die Frau zu Boden und schrie. „Ich wollte, dass sie still ist“, so der Täter in der Verhandlung. Beim dritten Stich traf er die 22-Jährige, die heute noch im Rollstuhl sitzt und weiterhin stationär behandelt wird, im Nackenbereich, so die Mainpost.

Im Glauben, das Opfer sei tot, ließen die beiden Männer die 22-Jährige schwerverletzt im Park zurück. Das Messer säuberte der Täter in einer Pfütze und wollte es wegwerfen, worauf der 19-Jährige erwiderte, dass es dafür zu schade sei, heißt es in der Mainpost.

Mittäter äußert sich nicht

Mit der Angst habe der Angeklagte es zu tun bekommen, als bekannt wurde, dass die 22-Jährige Ex-Freundin der Polizei alles zur Tat erzählen würde. Daraufhin beauftragte er einen Bekannten, die Sache für ihn „zu Ende zu bringen“. Diesbezügliche Vorbereitungen wurden vom Täter allerdings nicht getroffen, so die Mainpost.

Laut Mainpost trat nach dem Geständnis des 20-Jährigen im Gerichtssaal betroffene Stille ein. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum er das getan habe, antwortete der Angeklagte, dass er der Meinung war, das tun zu müssen, um von der Ex-Partnerin los zukommen.

Der 19-Jährige Kumpel soll, laut dem Bericht der Mainpost, das Geständnis aufmerksam verfolgt haben und während dessen teilweise heftig mit dem Kopf geschüttelt haben. Der Mitangeklagte bestreitet, von dem Plan des 20-Jährigen gewusst zu haben und sein Verteidiger teilte mit, dass der 19-Jährige sich „derzeit nicht“ zu den Vorwürfen äußern wird.

Am kommenden Dienstag wird die Verhandlung fortgesetzt.

Dieser Artikel beruht auf einem Artikel der Mainpost. 

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT