Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Altenpflege-Azubi: Die Berufung zum Beruf machen

Menschen ein Lächeln schenken – als Azubi bei den Bürgerspital Senioreneinrichtungen

Am 1. September haben in Würzburg und Mainfranken wieder viele Azubis ihren Dienst angetreten, darunter auch die jungen Männer und Frauen, die sich zu examinierten Altenpflegern/Innen bei den Einrichtungen der Stiftung Bürgerspital ausbilden lassen. Christina ist bereits im 3. Lehrjahr der anspruchsvollen, aber auch sehr erfüllenden Tätigkeit und erzählt uns im Interview über ihre Aufgaben, ihren Tagesablauf und die Geschichten, die diesen Beruf so erstrebenswert machen.

Wie sieht dein grundsätzlicher Tagesplan aus ?

Grundsätzlich gibt es in der Senioreneinrichtung des Bürgerspitals viele verschiedene Schichten, die auch zu unterschiedlichen Zeiten beginnen. Der Frühdienst beginnt um 6:15 Uhr, das heißt ich stehe um 5 Uhr auf. Der Dienst beginnt mit der Dienstübergabe durch den Nachdienst, das dauert meist etwa 15 Minuten. Danach geht es dann auch schon los und man beginnt mit der eigentlichen Pflege: Sprich waschen, lagern, essen eingeben etc. Dienstschluss ist dann um 14 Uhr. Die Spätschicht geht von 13 bis 21:30 Uhr.

Welche Tätigkeiten übernimmst du hier im Seniorenheim ?

Ich habe grundsätzlich keine feste Aufgabe, ich übernehme alles. Von den pflegerischen Tätigkeiten bis dahin, dass man den Bewohnern der Senioreneinrichtung einfach mal zuhört und ihnen Zeit schenkt.

Gerade in der heutigen Zeit entscheiden sich die wenigsten für den Beruf des Altenpflegers, warum hast du dich für eine Ausbildungsstelle entschieden ?

Ich habe davor eine Ausbildung zur Diätassistentin gemacht. Im Zuge dessen absolvierte ich dann auch einige Praktika an der Uni-Klinik und habe dann gemerkt, dass mich die Arbeit am Menschen, also die Pflege der Bewohner, stärker interessiert. Da ich gerne mit alten Menschen zusammenarbeite, habe ich mich letztendlich für den Beruf der Altenpflegerin entschieden.

Viele junge Menschen scheinen eine gewisse Angst bzw. sehr großen Respekt davor zu haben, den Beruf Altenpfleger meistern zu können. Wie siehst du das?

Ich glaube, dass der Beruf grundsätzlich keinen guten Ruf hat. Man wird als „Po-Abwischer“ abgestempelt, obwohl die Tätigkeiten viel weiter reichen. Natürlich schrecken auch die Arbeitszeiten ab. Wir haben kein geregeltes Wochenende wie in anderen Berufen, aber wir haben dafür Tage unter der Woche frei, was dann ganz praktisch ist. Zumal das Bürgerspital darauf achtet, dass wir alle zwei Wochen ein Wochenende frei haben.

Was war eines deiner lustigsten oder schönsten Erlebnisse in den vergangenen Lehrjahren ?

Grundsätzlich gibt es nicht das lustigste oder das schönste Erlebnis. Es gibt fast jeden Tag wieder Momente, wo man dann von den Bewohnern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert bekommt, sei es durch ein Kompliment oder durch eine Geschichte aus deren Leben.

Was ist deine Motivation, jeden Morgen aufzustehen und in die Arbeit zu starten ?

Wie schon gesagt, mein Wecker klingelt frühs um 5 Uhr. Anfangs ist es wirklich schwer, da irgendeinen Rhythmus zu finden, aber ich persönlich weiß, dass die Bewohner nicht ohne mich zurecht kommen würden, da sie teilweise stark auf Hilfe angewiesen sind. Mit diesem Gedanken fällt es dann auch leichter aufzustehen.

Wie verbringst du eigentlich deine Mittagspause?

Wir haben feste Pausenzeiten, z.B. von 9:15 bis 9:45 Uhr. Es wird auch versucht, dass jeder seine Pause komplett einhalten kann und nicht in dieser Zeit auf Station gerufen wird. Ich gehe dann meistens an die frische Luft, bekomme einen klaren Kopf und kann dann wieder motiviert weiterarbeiten.

Wenn du auf deine drei Lehrjahre zurückblickst, würdest du dich nochmal für eine Ausbildung als Altenpfleger entscheiden ?

Ja, das definitiv! Ich bin aber auch froh, wenn die Ausbildung rum ist und ich am Ziel angekommen bin.

Hand aufs Herz, haben dir die Menschen, die du betreust, schon das eine oder andere Mal von ihren Jugendsüden erzählt?

Ja, vor allem wenn man einen Bewohner schon längere Zeit kennt, dann vertrauen sie dem Pflegepersonal schon einiges an.  Dann kommen teilweise Ratschläge und Geschichten aus deren Jugend, dass ist dann schon sehr lustig.

Aussagen, die ich schon gehört habe, wären: „Als ich so jung war wie sie, da hatte ich durchaus mehrere Geliebte“ oder „Jung ist jung, ich war in ihrem Alter durchfeiern und am nächsten Tag arbeiten, dass hat mich nicht gekümmert“

Warum genau die Senioreneinrichtung des Bürgerspitals ?

Ich habe in drei Einrichtungen Praktika gemacht und habe dann auf die schnellste Antwort gewartet. Vom Bürgerspital hatte ich zuerst die Zusage. Aber auch das Probearbeiten hat mir im Bürgerspital am besten gefallen und es gibt guten Wein, auf den wir als Pflegekräfte Rabatt bekommen.

Wenn du dich zurück erinnerst, wie sah dein allererster Tag hier im Seniorenheim aus ?

Mein allererster Tag war ein Schultag. Wir hatten eine Woche Blockunterricht. Am ersten Tag haben wir erstmal die Klassenkameraden und Lehrer kennengelernt sowie die Häuser des Bürgerspitals gezeigt bekommen.

Die ersten Tage auf Station, bin ich bei einer Pflegekraft mitgelaufen, durfte aber schon relativ viel selbst machen und somit dem Personal Arbeit abnehmen.

Abschließende Frage, was kannst du kommenden Azubis und Azubinen mit auf den Weg geben?

Ganz viel Durchhaltevermögen, Willen und Motivation. Man muss es auf jeden Fall wollen, sonst ist man in diesem Beruf fehl am Platz. Ich persönlich finde es gut, dass ich weiß, wofür ich aufstehe. Nämlich um Menschen zu helfen und ihnen ein Lächeln zu schenken.

Jetzt bewerben: Ausbildung zur Pflegefachkraft

Auch Du willst Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ihnen helfen und wissen wofür Du tagtäglich morgens aufstehst? Dann ist eine Ausbildung zur Pflegefachkraft mit Beginn am 01. September 2017 in einer der Einrichtungen der Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist genau das richtige für Dich!

Die Bürgerspital Senioreneinrichtungen bilden an verschiedenen Orten in Würzburg aus. Voraussetzung ist der mittlere Bildungsabschluss oder der qualifizierende Mittelschulabschluss mit erfolgreich abgeschlossener 1-jähriger Ausbildung zur/zum Pflegefachhelfer/in.

Die aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Schulzeugnisse, Praktikumsbescheinigungen) bitte an:

Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist
Frau Marschall
Theaterstraße 19
97070 Würzburg
Tel.: 0931 / 35 03 – 412
E-Mail: Bewerbung@buergerspital.de

nanana

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT