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Sieger des Nachhaltigkeitspreises Mainfranken 2016

Nachhaltigkeit in Schulen

Nachhaltiges Handeln will gelernt sein! Daher suchte die Region Mainfranken im Rahmen der diesjährigen Runde des „Nachhaltigkeitspreises Mainfranken“ wieder Schulen, die Nachhaltigkeit als festen Bestandteil des Schulalltags implementiert haben. Und wurde erneut fündig: Gewinner der vier Wettbewerbskategorien sind die Balthasar-Neumann Mittelschule Werneck (Kategorie »Energiewende leben!«), das Gymnasium Veitshöchheim (Kategorie »Ressourcen schonen!«), die Grundschule Rottendorf (Kategorie »Mobilität neu denken!«) sowie die Gustav-Woehrnitz Mittelschule Lohr (Kategorie »Soziale Verantwortung tragen!«).

Die Grundschule Rottendorf sowie das Gymnasium Veitshöchheim wurden darüber hinaus Gesamtsieger und damit Mainfrankens nachhaltigste Schulen 2016. Ihre Würdigung fanden die Leistungen beim gestrigen 2. Nachhaltigkeitssymposium Mainfranken im Steigerwald-Zentrum Handthal.

Überdurchschnittlicher Einsatz

Aus einem hochklassigen Bewerberfeld, welches von einem außerordentlichen Engagement in Sachen Nachhaltigkeit zeugte, stachen alle vier Schulen durch ihren überdurchschnittlichen Einsatz heraus und wurden von der Fachjury – bestehend aus Joachim Fertig (Schulleiter Johannes-Butzbach-Gymnasium Miltenberg), Bernd Fischer (Geschäftsführer Umweltbildungsstätte Oberelsbach) und Julia Stubenrauch (Energieagentur Unterfranken) – zu den Gewinnern des diesjährigen Nachhaltigkeitspreises gewählt. Ziel des Wettbewerbs ist es, die in der Region bereits vorhandenen schulischen Anstrengungen noch stärker nach außen zu kommunizieren und Motivation zur Nachahmung zu schaffen – damit Nachhaltigkeit weiterhin Schule macht!

Umfassendes Maßnahmenpaket

Energieverbrauch senken, Energieeffizienz steigern, erneuerbare Energien ausbauen – mit einem umfassenden Maßnahmenpaket leistet die Balthasar-Neumann Mittelschule Werneck einen beachtlichen Beitrag zum erfolgreichen Gelingen der Energiewende und wurde daher aufgrund der Ganzheitlichkeit der schulischen Anstrengungen von der Fachjury mehrheitlich zum Sieger in der Wettbewerbskategorie »Energiewende leben!« gewählt.

Ein besonderes Highlight aus dem breiten Maßnahmenspektrum ist die Erarbeitung einer Windpark-Rallye für den Windlehrpark Schwanfeld, um Besuchergruppen das Thema Windkraft auf spannende, anschauliche und spielerische Art und Weise näher zu bringen. Außerdem besticht die Schule durch eine moderne und energieeffiziente technische Ausstattung – von wartungsarmen LEDs über eine per Fensterkontakt steuerbare und mit Biogas betriebene Heizung bis hin zum Einsatz von Niedrigenergiepumpen oder eine Einzellüftungsanlage mit CO2-Messung.

Vorbildliche Ressourcenwirtschaft

In Sachen nachhaltiger Ressourcenwirtschaft setzt das Gymnasium Veitshöchheim Maßstäbe und hat sich damit den Sieg in der Kategorie »Ressourcen schonen! « verdient. Besonders hervorzuheben ist die eigenverantwortliche Einbindung der Schüler in Projekte der nachhaltigen Ressourcenwirtschaft – etwa durch den schuleigenen Secondhandladen „X-Change“ oder die Schülerfirma „Fresh & Fruits“, die seit fünf Jahren dreimal pro Woche für eine gesunde Mittagspausenverpflegung mitverantwortlich zeichnet.

Der AK Schulverpflegung veranstaltet außerdem Aktionen zum „Gesunden Pausenbrot“ im Rahmen einer verlängerten Pause. Daneben spielt auch das Thema Wasserverbrauch an der Schule eine große Rolle: durch automatische Wasserstopps an den Handwaschbecken, den Verzicht auf Bewässerung der Außenanlagen, einen eigenen Trinkwasserbrunnen sowie die Nutzung einer Regenwasserzisterne hat die Schule effektive Instrumente zur Schonung der wertvollen Ressource Wasser implementiert.

Schulwegoptimierung

Mobilität neu denken! – in der diesjährigen Wettbewerbsrunde trifft dieses Prädikat für keine Schule besser zu als für die Grundschule Rottendorf. Über ein Maßnahmenspektrum, welches seinesgleichen sucht, setzt sich die Schulfamilie umfassend für die Förderung nachhaltiger Mobilität ein und wurde daher von der Fachjury einstimmig zum Sieger in dieser Kategorie gekürt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Thema „täglicher Schulweg“.

So wurde etwa ein Schulwegplan aufgestellt, der regelmäßig überarbeitet wird. Dahinter steht das Ziel, neben der Verbesserung der Schulwegsicherheit auch PKW-Fahrten der Eltern zu reduzieren und Kindern frühzeitig den Spaß am Laufen zu vermitteln. Flankiert wird dieses Projekt zur Förderung umweltverträglicher Mobilität durch eine „Zu Fuß zur Schule Woche“, die Bildung von Fußgängergemeinschaften, die Sensibilisierung der Eltern und die Durchführung von Fahrradkursen, Inliner- und Rollertrainings.

Förderung von Toleranz und Integration

Aus einer Vielzahl hochkarätiger Bewerbungen verfolgt die Gustav-Woehrnitz Mittelschule Lohr am Main nach Meinung der Fachjury den ganzheitlichsten Ansatz zur Umsetzung der sozialen Dimension von Nachhaltigkeit und hat damit den Sieg in dieser Wettbewerbskategorie errungen. Leuchtturm des schulischen Engagements ist neben der Stärkung der Sozialkompetenz vor allem die Förderung von Toleranz und Integration.

Ein „MiteinanderFest“, die Beschulung von Flüchtlingen in Regelklassen, die Mitarbeit im Arbeitskreis Asyl-Bildung der Stadt Lohr, der Besuch des Fastenbrechens der islamischen Gemeinde und Elternkaffees für Eltern asylsuchender Jugendlicher – all diese Projekte tragen dazu bei, die Schülerinnen und Schüler auf ein von Toleranz geprägtes Leben vorzubereiten. Im Jahr 2014 erhielt die Schule außerdem das Profil „Inklusion“ und durchläuft in diesem Zusammenhang einen systematischen Schulentwicklungsprozess in Kooperation mit externen Partnern.

Preis für zwei

Den Titel „Mainfrankens nachhaltigste Schule 2016“ teilen sich zwei Schulen: das Gymnasium Veitshöchheim und die Grundschule Rottendorf. In Summe, so das Urteil der Fachjury, setzen beide Schulen den Nachhaltigkeitsgedanken mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen am ganzheitlichsten um und konnten sich damit gegen die starke Konkurrenz behaupten. In allen vier Kategorien „Energie“, „Ressourcen“, „Mobilität“ und „Soziales“ haben die Schulen Projekte realisiert, die allesamt das Prädikat „hervorragend“ verdienen und sie so zu würdigen Gesamtsiegern machen.

Nachhaltigkeit von großer Bedeutung

Im Rahmen der Preisverleihung betonte der Laudator Regierungsvizepräsident Jochen Lange die Bedeutung des Nachhaltigkeitsgedankens: „Es geht um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder – darum, ihnen ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge zu hinterlassen. Und wo kann man nachhaltiges Handeln besser erlernen als in der Schule?“

Detaillierte Informationen zu den siegreichen Wettbewerbsbeiträgen finden Sie unter
www.mainfranken.org/nachhaltigkeit

Die Region Mainfranken GmbH – Hintergründe

Unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Sebastian Remelé strebt die Regionalentwicklungsgesellschaft die Stärkung Mainfrankens als eigenständigen, attraktiven Wirtschaftsstandort und Lebensraum an. Gesellschafter der Region Mainfranken GmbH sind neben den beiden kreisfreien Städten Würzburg und Schweinfurt die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg sowie die IHK-Würzburg-Schweinfurt und die Handwerkskammer für Unterfranken.

In einem ganzheitlichen Ansatz verfolgt die Region Mainfranken GmbH ihre Ziele durch aktives, gemeinsames Handeln der hiesigen Schlüsselakteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Diese werden über den Rat der Region sowie über insgesamt fünf Fachforen zu den Themen Demografischer Wandel/Fachkräftesicherung, Kooperation Wissenschaft & Wirtschaft, Kultur, Erneuerbare Energien/Elektromobilität und Gesundheit umfassend in die Entwicklungsarbeit für den Wirtschaftsstandort Mainfranken eingebunden.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Region Mainfranken.

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