Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Arbeitsmarkt: Quote wieder unter drei Prozent

Arbeitslosigkeit gesunken

Die Arbeitslosigkeit ist im September erwartungsgemäß gesunken. Der saisonale Rückgang wurde vor allen Dingen durch die gesunkene Jugendarbeitslosigkeit befördert. Mit 8.390 arbeitslosen Frauen und Männern waren rund 110 weniger arbeitslos als im August und genauso viele wie vor einem Jahr. Die Veränderung gegenüber August fiel ähnlich hoch aus wie in den beiden vorangegangenen Jahren. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent und war identisch mit der des Vorjahres. Die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen lässt erkennen, dass der lokale Arbeitsmarkt zuletzt etwas an Dynamik eingebüßt hat. In der Summe ist er aber noch immer robust und aufnahmefähig.

Kein Anlass zur Sorge

Eugen Hain, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Würzburg, zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung in der Region: „Obwohl einige regionale Unternehmen derzeit mit Turbulenzen zu kämpfen haben, gibt der Allgemeinzustand des heimischen Arbeitsmarktes keinerlei Anlass zur Sorge. Business as usual.

Allerdings täte ein kleiner Herbstaufschwung der Stimmung auf den Märkten gut. Die eigentliche Herausforderung für die Arbeitsagentur und die Jobcenter besteht in der Integration der wachsenden Zahl an Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Dass dies kein Selbstläufer ist und Zeit braucht, ist klar. Andererseits verlangt der um sich greifende Fachkräftemangel auch nach Kompromissen. Deshalb sollten die Unternehmen die Gunst der Stunde nutzen und den geflüchteten Menschen eine Chance geben.“

Erwerbstätigkeit deutlich zugelegt

Im September meldeten sich 3.030 Personen arbeitslos. Das waren rund 270 (-8 Prozent) weniger als im August, jedoch 60 (+2 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Ein umgekehrtes Bild ergibt sich bei ausschließlicher Betrachtung der Zugänge aus einer vorherigen Erwerbstätigkeit: insgesamt sind 1.230 Frauen und Männer nach einer vorherigen Ausbildung, Beschäftigung oder Selbständigkeit zugegangen. Gegenüber dem Vormonat war das ein Plus von 70 (+6 Prozent), im Vorjahresvergleich jedoch ein Minus von 110 (-8 Prozent).

Rund 3.130 Menschen haben im September ihre Arbeitslosigkeit wieder beendet. Über 20 Prozent mehr als im August und etwa drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Erneut erwerbstätig wurden davon 1.130. Der Vormonatswert wurde damit um fast 44 Prozent und der des Vorjahres um über vier Prozent überschritten.

Weniger Jugendliche arbeitslos

Die auslaufende Ferien- und Urlaubszeit hat die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen wieder auf 1.320 sinken lassen. Das waren 50 weniger als im August, jedoch 190 mehr als im September des Vorjahres. Der deutliche Abstand zum Vorjahr ist darin begründet, dass sich inzwischen vermehrt Migranten und Flüchtlinge arbeitslos gemeldet haben, die dieser Personengruppe angehören. Aufgrund dieser Entwicklung ist inzwischen fast jeder vierte Arbeitslose (1.940) ohne die deutsche Staatsangehörigkeit. Betrug der Zuwachs ausländischer Arbeitsloser gegenüber August noch moderate drei Prozent (+60 Personen), ist die Veränderung zum Vorjahr mit einem Anstieg um fast 45 Prozent (+600 Personen) beachtlich.

Weniger Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen und der Schwerbehinderten ist in den zurückliegenden zwölf Monaten weiter gesunken. 1.810 Frauen und Männer waren seit über einem Jahr ohne Beschäftigung und gelten damit als langzeitarbeitslos. Gegenüber 2015 war das eine Reduzierung um 13 Prozent. Die Gruppe der arbeitslosen Schwerbehinderten hat sich um etwa sechs Prozent auf 740 verringert. Im Berichtsmonat war etwa jeder Fünfte langzeitarbeitslos, 55 Jahre und älter (1.750). Etwa jeder Sechste unter 25 Jahre alt und jeder Elfte schwerbehindert.

Geringere Nachfrage nach Arbeitskräften

Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb im September um rund 18 Prozent unter dem Niveau vom August, übertraf jedoch das Vorjahresergebnis um zehn Prozent. Insgesamt wurden 1.100 offene (sozialversicherungspflichtige) Stellen zur Besetzung gemeldet. Der Bestand umfasste 4.030 Stellen. Ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vormonat und von zwölf Prozent gegenüber September vergangenen Jahres. Gesucht wurden vor allem Fachkräfte in den Bereichen Verkauf, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Metallbau, Mechatronik, Verkehr und Logistik, Zeitarbeit und Gesundheit.

Mehr Jobsuchende in Main-Spessart

Im Vormonatsvergleich hat die Arbeitslosigkeit nur in Main-Spessart zugenommen. Unabhängig davon wurde dort mit 3,2 Prozent (1.700 Arbeitslose) die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk verzeichnet. Gegenüber August ist die Quote um 0,1 Prozentpunkte gestiegen. In allen anderen Regionen dagegen um den identischen Wert gesunken.

Für die 2.190 Arbeitslose im Landkreis Würzburg errechnete sich eine Quote von 2,4 Prozent, für die 1.480 im Landkreis Kitzingen von 2,8 Prozent und für die 3.080 im Stadtgebiet Würzburg von 4,3 Prozent. Während sich Main-Spessart mit seiner Quote auf dem Niveau des Vorjahres bewegte, lag der Landkreis Würzburg um 0,1 Prozentpunkte darüber. Der Landkreis Kitzingen und die Stadt Würzburg unterboten den Vorjahreswert um 0,1 Prozentpunkte.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 4.570 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 3.820 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Der Arbeitslosenbestand verringerte sich gegenüber August in der Arbeitslosenversicherung um rund drei Prozent (-160 Personen). In der Grundsicherung wurde ein Anstieg um etwa ein Prozent (+50 Personen) beobachtet. Im Vorjahresvergleich wurden in den Arbeitsagenturen rund zwei Prozent oder 110 Betroffene mehr gezählt, in den Jobcentern waren es dagegen 110 Frauen und Männer oder knapp drei Prozent weniger.

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Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg.

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