Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Muttersprache Mameloschn

Spannungsgeladene Komödie mit Tiefgang

Erstmals nach der Sommerpause erobert sich am Montag, dem 3. Oktober, in der Kammer des Mainfranken Theaters Würzburg eine neue Schauspielproduktion die Bühne. In einer Inszenierung von Inga Lizengevic feiert Sasha Marianna Salzmanns Muttersprache Mameloschn Premiere. Vorstellungsbeginn ist um 20:00 Uhr.

Protagonisten

Drei jüdische Frauen stehen im Mittelpunkt der Ereignisse von Muttersprache Mameloschn. Lin, die Großmutter, überlebte das KZ und machte in der DDR als Sängerin Karriere. Viel Zeit für Ihre Tochter hatte die überzeugte Kommunistin damals nicht. Clara begegnet der Ideologie und Kultur ihrer Mutter mit Wut und Misstrauen. Aber auch die Zukunftspläne ihrer Tochter Rahel missfallen Clara. Rahel beabsichtigt ins Ausland zu gehen. Die junge Frau ist getrieben von dem Wunsch, ihre jüdische Kultur fernab der Heimat auszuprobieren. In New York will sie sich zwischen Bagels und Bibliotheken auf die Suche nach dem Lebenssinn begeben.

Inhalt

In ihrem unterhaltsamen Gegenwartsdrama hinterfragt Autorin Sasha Marianna Salzmann, was passiert, wenn die Muttersprache die Sprache einer Lebensweise ist, von der wir uns entfremdet sehen. Anhand der Biographien ihrer Protagonistinnen wirft sie Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Heimat auf und erzählt gleichsam die beeindruckende Geschichte einer jiddischen Mischpoche, einer Familie, die drei Generationen umfasst.

Scharfzüngige Dialoge der Auseinandersetzung stehen in Muttersprache Mameloschn bewegenden Monologen der Erinnerung und Reflektion gegenüber und zeichnen so ein eindringliches Bild von drei unterschiedlichen Lebensentwürfen von drei Frauen. Die Sprache ist gespickt von „Mutterhass und Mutterwitz, der oft mehr weiß, als er ausspricht“, wie der Autor John von Düffel es treffend beschreibt.

Inga Lizengevics Debüt

Die erste Schauspielinszenierung, die in der neuen Spielzeit in der Kammer ihre Premiere hat, stellt gleichzeitig auch das Würzburger Debüt der belarussischen Regisseurin Inga Lizengevic dar, die nach der Arbeit an zwei Dokumentarfilmen nun wieder ans Theater zurückgekehrt ist.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Mainfranken Theaters Würzburg. 

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