Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Würzburg und Ansbach: Die Chats der Attentäter

Handy-Protokolle veröffentlicht

Würzburg / Ansbach. Nach den schrecklichen Terror-Attacken in Würzburg und Ansbach, hat die Süddeutsche Zeitung (SZ) Chat-Protokolle veröffentlicht, die zeigen, was die beiden Attentäter kurz vor den schrecklichen Taten mit ihren Hintermännern kommunizierten.

Sie belegen deutlich wie stark die beiden Attentäter gesteuert wurden und wie kaltblütig Riaz A. die Anschläge in Würzburg und Mohammad D. in Ansbach ausführen wollten. Die IS-Hintermänner machten deutlich, was sie von ihren „Soldaten“ erwarten.

Würzburg

Riaz A. hatte im Juli vier Reisende in einem Regionalzug mit einer Axt und einem Messer schwer verletzt, bevor er auf seiner Flucht noch auf eine Spaziergängerin einschlug. Ein Spezialeinsatzkommando erschoss den 17-jährigen in Heidingsfeld, als er auch die Beamten angriff.

Chat-Partner: „Mit welchen Waffen beabsichtigst du zu töten?“

Riaz A. : „Messer und Axt sind bereitgelegt.“

Chat-Partner: „Bruder, wäre es nicht besser, es mit einem Auto durchzuführen?“

Riaz A.: „Ich kann nicht Auto fahren.“

Chat-Partner: „Du solltest es lernen.“

Riaz A.: „Das Erlernen kostet Zeit.“

Chat-Partner: „Der Schaden wäre auch erheblich größer.“

Riaz A.: „Ich möchte heute Nacht ins Paradies kommen.“

Abend des Attentats

Riaz A.: „Hör dir eine wichtige Sache an.“

Chat-Partner: „Ja.“

Riaz A.: „Bruder, ich sende dir mein Video. Ich werde heute in Deutschland einen Anschlag mit einer Axt unternehmen.“

Chat-Partner: „Nicht mit einem Messer. Mach es mit der Axt. Wenn du den Anschlag begehen wirst, so Gott will, wird der Islamische Staat die Verantwortung dafür übernehmen.“

Riaz A.: „Ich sende dir jetzt das Video.“

Chat-Partner: „Sichere es schnell.“

Riaz A.: „Bete, dass ich zum Märtyrer werde. Ich warte jetzt auf den Zug.“

Mit einer Axt und einem Messer bewaffnet ist er nun in dem Regionalzug von Ochsenfurt nach Würzburg. 

Riaz A.: „Fang jetzt an.“

Chat-Partner: „Jetzt erlangst du das Paradies.“

Ansbach

Genaue Befehle erhielt auch der Syrer Mohammad D. Er sollte beim Musikfestival „Ansbach Open 2016“ am 24. Juli möglichst viele Menschen töten. Der 27-Jährige wurde glücklicherweise nicht aufs Festivalgelände gelassen, da er kein Ticket hatte.

Nahe eines Restaurants explodierte dann seine selbstgebaute Bombe, die er in einem Rucksack mitführte. Vermutlich unbeabsichtigt. 15 Personen wurden dabei verletzt. Er selbst überlebte den Anschlag nicht.

Mohammad D.: „Dieser Platz wird voll von Leuten sein.“

Chat-Partner: „Töte sie alle auf einer großen Fläche, dass sie am Boden liegen.“

24. Juli, Tag des Anschlags

Mohammad D.: „Die Party ist bald zu Ende, und es gibt am Eingang eine Kontrolle.“

Chat-Partner: „Such dir einen Platz, und tauch in die Menge ein. Durch die Polizei brechen, rennen, und tue es.“

Mohammad D.: „Bete für mich. Du weißt ja nicht, was gerade mit mir passiert.“

Chat-Partner: „Vergiss das Fest, und gehe zum Restaurant. Mann, was ist mit dir los? Ich würde es wegen zwei Personen durchführen. Vertrau Gott, und lauf zum Restaurant los.“

Artikel beruht auf einer Veröffentlichung der Süddeutschen Zeitung (SZ).

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