Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Auszeichnung für Doktorarbeit

Benedikt Schulte

Für seine Doktorarbeit, die er an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Würzburg abgeschlossen hat, wurde Benedikt Schulte (32) ausgezeichnet: Er erhielt den Dissertationspreis der Gesellschaft für Operations Research.
Benedikt Schulte stammt aus Bonn und hat an der Universität seiner Heimatstadt ein Diplomstudium in Mathematik abgeschlossen. 2009 stieg er bei der Unternehmensberatung McKinsey in Köln als Berater ein. Dort bearbeitet er vor allem Projekte in den Bereichen Supply Chain Management und Logistik.
Nach zwei Arbeitsjahren wurde Schulte im Rahmen des Fellow-Programms seiner Firma für eine Promotion freigestellt. Diese absolvierte er an der Universität Würzburg, bei Professor Richard Pibernik am Lehrstuhl für Logistik und quantitative Methoden in der BWL.

Warum ausgerechnet Würzburg?

„Der Forschungsschwerpunkt von Professor Pibernik passte perfekt zu dem Thema, das mich interessiert hat“, erklärt Schulte, der während seiner Promotion durch ein Promotionsstipendium des Studienförderwerks Klaus Murmann der Stiftung der Deutschen Wirtschaft unterstützt wurde.
Jetzt bekam Schulte für seine Doktorarbeit eine Auszeichnung, den Dissertationspreis der Gesellschaft für Operations Research (GOR). Der mit 2.000 Euro dotierte Preis wurde ihm am 31. August 2016 bei der Jahrestagung der Gesellschaft in Hamburg überreicht. Die GOR ist die nationale wissenschaftliche Fachgesellschaft für Operations Research.

Lieferketten und Strategien zur Service-Differenzierung

Schulte hat sich in seiner Arbeit mit Lieferketten und Service-Differenzierungsstrategien von Unternehmen befasst – und damit eine Herausforderung aufgegriffen, vor der viele Unternehmen stehen: Während die Vernetzung und die Abhängigkeiten in Lieferketten stärker als je zuvor sind, wurden die Anforderungen der Kunden nicht nur höher, sondern auch immer unterschiedlicher. „Viele Unternehmen suchen nach Methoden, die ganz unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Kunden zu erfüllen und dabei Effizienz und Wirtschaftlichkeit nicht zu vernachlässigen“, erklärt der Mathematiker.
Besonders interessierte sich Schulte für unterschiedliche Erwartungen an Pünktlichkeit und Verfügbarkeit. Das ist zum Beispiel für Flugzeug-Wartungsunternehmen relevant, die in der Regel sehr viele Kunden mit unterschiedlichsten Ansprüchen bedienen. Während für den einen Kunden eine schnelle und pünktliche Lieferung so wertvoll ist, dass er dafür einen höheren Preis zu zahlen bereit ist, nimmt ein anderer Kunde für einen geringeren Preis kleine Verzögerungen und Unsicherheiten hin.

Service-Differenzierung nicht immer profitabel

Ein Ansatz zur Erfüllung solch unterschiedlicher Service-Erwartungen sind Service-Menüs, bei denen die Kunden verschiedene Service-Garantien zu unterschiedlichen Preisen angeboten bekommen. Schulte hat solche Service-Differenzierungsstrategien daraufhin untersucht, ob und wie gut sie funktionieren.
Seine Arbeit liefert – neben anderen Erkenntnissen und methodischen Beiträgen – die überraschende Einsicht, dass Service-Differenzierungsstrategien nicht unter allen Umständen profitabel sind. Sie zeigt, dass neben unterschiedlichen Ansprüchen der Kunden weitere Bedingungen wie zum Beispiel preisliche Beschränkungen vorliegen müssen.

Publikation in mehreren Teilen

Die Dissertation wird in mehreren Teilen publiziert. Den ersten davon hat die Zeitschrift „OR Spectrum“ bereits zur Veröffentlichung angenommen. Die weiteren Teile befinden sich in Begutachtungsprozessen bei international renommierten Journals.
Der erste Teil seiner Dissertation betrachtet die Bestandsrationierung im Falle mehrerer Kundenklassen mit vorgegebenen Nachfragemengen und Service-Versprechen. Der zweite Teil untersucht die gleichzeitige Optimierung von Preis und Lagermenge und der dritte Teil befasst sich – aufbauend auf den vorhergehenden – mit der integrierten Optimierung von Preisen und Service-Level-Garantien.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 

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