Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Ein Plus verbindet

Gastbeitrag von „Ein Plus verbindet“

Offenes Bekenntnis

Der Slogan „Gib AIDS keine Chance“ begleitet uns schon seit vielen Jahren. Sei es im TV, im Kino, auf Plakatwänden, oder an Bus- oder Strabahaltestellen. „Gib AIDS keine Chance“ wird aber auch negativ ausgelegt, vielleicht nicht immer ganz bewusst, manchmal aber auch ganz direkt. Negativ, im Sinne von „gebt AIDS-Erkrankten und HIV-Infizierten keine Chance“.

Der nette Typ heute früh beim Bäcker, oder die sympathische junge Frau mittags im Müller – nein, die haben „so was“ bestimmt nicht. Man sieht es den Infizierten nicht an, keiner trägt ein Schild um den Hals, oder hat es auf der Stirn stehen. Was aber, wenn ein Mensch offen dazu steht, dass er sich mit dem HI-Virus infiziert hat?

Bündnis „Ein Plus verbindet“

In den Weiten des WWW, in dem man niemanden ins Gesicht sehen muss, da darf man lesen, dass sich der Infizierte doch bitte zum Schutz der Gesellschaft, das Leben nehmen soll, teilweise mit dem Angebot der Hilfestellung zum Suizid. Natürlich nicht so nett umschrieben, sondern auf niederträchtige und beleidigende Weise. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die mit der Thematik überhaupt keine Probleme haben und dieses auch ganz offen zeigen. Hier eine Brücke zu schlagen, Aufzuklären und zu zeigen, dass Berührungsängste fehl am Platz sind, hat sich das noch junge „Bündnis Ein Plus verbindet“ zur Aufgabe gemacht.

Ansprechpartner sein

PositHIV leben, ist für den Initiator, Gründer und Vorsitzenden Alexander Götz (unterstützt von den Gründungsmitgliedern Sandra Krätzer und Claudia Hokamp) nicht nur ein Motto, sondern er lebt offen mit seiner HIV-Infektion und Homosexualität, und das mit allen Konsequenzen, wie Stigmatisierung, Beleidigungen, Drohungen und Anfeindungen. Dass es aber auch andere Reaktionen gibt, das hat eine Aktion in der Würzburger Innenstadt gezeigt, mehr dazu auf der Homepage des Vereins. Doch will das Bündnis nicht nur aufklären und Barrieren abbauen, sondern auch Ansprechpartner für HIV-Positive und an AIDS-Erkrankte sein.

Es gibt eine spezielle WhatsApp-Gruppe, in der sich Betroffene austauschen können. „Ein Plus verbindet“ ist ein eigenständiges Bündnis von toleranten, zielorientierten und herzlichen MitbürgernInnen, die sich mit Herz, Verstand und Menschlichkeit für gleichgeschlechtliches Zusammenleben, Menschen mit einer Immunschwäche und für LSBTI´s einsetzen. Hierzu existiert auch noch eine separate Facebookgruppe, zu finden unter „Queer in Würzburg“. (Um sich für den und/oder im Verein zu engagieren muss man übrigens weder HIV-infiziert sein, noch homo-, bi-, trans-, oder intersexuell sein.)

Regenbogenfest geplant

Für den 24.06.2017 plant der Verein ein Fest für queere Menschen und deren Freunde in der Altstadt in Würzburg. Die genaue Örtlichkeit für das „Regenbogenfest“ steht leider noch nicht fest, aber über www.einplusverbindet.com und über die Facebookseite „Regenbogenfest Würzburg“ kann man sich jederzeit über die Veranstaltung und den Planungsfortschritt informieren.

Für das Regenbogenfest werden noch ehrenamtliche Helfer, nette Menschen mit tollen Ideen und Sponsoren gesucht. Es wird auch – gegen eine Gebühr – die Möglichkeit für Info- und Verkaufsstände auf dem Fest geben. Willkommen ist jeder, der sich mit der Thematik identifizieren kann und zu einem bunten, friedlichen und fröhlichen Fest beitragen möchte.

„Egal welche „Fassade“ der jeweilige Mensch trägt, alles was zählt ist der 100% ige Mensch und seine Werte!“

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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