Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Ein junger Würzburger Künstler über Hobbys und Talente

Ein Gastbeitrag von Simon Hajer 

Die Rolle der Kunst

Als ich vor etwa vier Jahren in der 7. Klasse im Kunstunterricht zum ersten Mal die Hausaufgabe aufbekam, ein Portrait zu zeichnen, wusste ich noch nicht, was das Zeichnen und allgemein die Kunst für eine Rolle in meinem Leben spielen wird.
Ich bin Simon Hajer (16), in Würzburg geboren und lebe derzeit im 18 km entfernten Püssensheim. Dieses Jahr machte ich meinen Realschulabschluss der Leopold-Sonnemann-Realschule und besuche nach den Sommerferien die FOS/Gestaltungszweig in Würzburg für drei Jahre. Anschließend habe ich vor Kunst Lehramt zu studieren.

Das obige Portrait einer fiktiven Person zeichnete ich im Alter von 12 Jahren auf meine erste Seite ins Skizzenbuch. Damit legte ich den Grundstein für das fotorealistische Zeichnen. Nach und nach kamen mehr Details ins Spiel und mehr Zeit wurde für eine Zeichnung benötigt. 2015: Das Portrait von Hedy Lamarr war zusammen mit der Kugelschreiberzeichnung von Sylvester Stallone eines meiner letzten Bilder, bei denen ich vollkommen von einem Foto abzeichnete. Diese sind im Friseursalon meiner Mutter zu sehen, dem „Haarsalon Melinda Hajer“ in Püssensheim (siehe unten).

BilderSimonHajer

Der nächste Schritt

Der Schritt freier und kreativer zu sein, wurde mit meiner Version der Mona Lisa Ende 2014/Anfang 2015 gemacht. Das Kunstprojekt „Recycling“ in der 9. Klasse. Ich habe Ihr Gesicht, Dekolleté und die Hände mit Buntstiften auf eine Leinwand gemalt und den Hintergrund mit den unterschiedlichsten Dingen gestaltet: aufgeklebte Streichhölzer und Tapetenreste für das Gebirge, Buchseiten für den Himmel und Isolierband sowie eine alte Bluse meiner Mutter dienten als Gewand. Anschließend habe ich alles mit Acrylfarbe übermalt, da die Tapete, Buchseiten und die knallbunte Bluse farblich nicht ganz gepasst haben.

Nach kurzer Zeit hatte ich mich sehr umfangreich in meinem Arbeitszimmer eingerichtet. Ich fertigte Abstrakte und Ölbilder an. Zunehmend zeichnete ich eigene Fotos ab, wobei ich mit dem Kontrast und Zeichenstil spielte.

Bis jetzt völlig außer Acht gelassen? Würzburg! Gerade zum Zeichnen unterschiedlichster architektonischer Wunderwerke bieten sich die Residenz, Marienkapelle, Festung und die zahlreichen Brücken mehr als an. An dieser Stelle möchte ich kurz meine hoffentlich bald stattfindende Ausstellung im Kirchner-Haus in Aschaffenburg erwähnen. Alle Infos und Bilder findet ihr unter www.facebook.com/simonhajerderkuenstler.

„Talent oder erlernt?“

Näher eingehen werde ich auf die Frage „Talent oder erlernt?“. Von Talent sollte eigentlich nirgends die Rede sein. Egal bei was. Es schreckt viele Neugierige ab, etwas Neues zu lernen. In letzter Zeit haben mich einige junge Leute in meinem Alter angeschrieben und nach dem ein der anderen Tipp zum Thema Zeichnen gefragt. „Wie geht das in so kurzer Zeit so viel zu zeichnen?“, „Ich wünschte, ich hätte auch so viel Talent“. Heutzutage wird das Wort „Talent“ häufig als Ursache benutzt, warum jemand etwas kann, das man selbst nicht kann.

Dass ich mich von meiner ersten richtigen Zeichnung im Skizzenbuch bis zu den inzwischen über 700 Bildern gebracht habe, hat nichts mit Talent zu tun. Es ist das kontinuierliche Streben danach besser zu werden. Das besessen Sein von dem, was man gerne macht. Egal welche Ziele man sich setzt, man kann sie erreichen. Ich meine: Nach diesem geschmierten Portrait hatte ich nicht wirklich großen Bock mehr, dieses Hobby weiterzuverfolgen. Ich habe dafür etwa drei Stunden gebraucht! Doch, nicht aufzugeben lohnt sich immer. Viele Leute verstehen es nicht, warum um alles in der Welt ich in den Ferien bereits um 05:00 Uhr aufstehe, nur um zu Zeichnen. Ich möchte herausfinden, wozu ich künstlerisch fähig bin und sein werde. Dies ist mein Hobby.

Mehr von Simon Hajer findet Ihr auf seiner Webseite oder in den sozialen Netzwerken auf Instagram oder seiner Facebook-Seite

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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