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Job: So meldet man sich richtig krank

Sommergrippe im Anmarsch

Die Nase läuft, der Hals kratzt – gerade jetzt im Sommer hat es wieder viele erwischt: Hatschiii, eine Sommergrippe ist im Anmarsch. Doch wer krank ist oder sich nicht fit fühlt, darf nicht einfach im Bett liegen bleiben. Wer arbeitet, muss sich formell korrekt beim Arbeitgeber krank melden. Doch ab wann ist man eigentlich krank genug, um zuhause zu bleiben?

Wann daheim bleiben?

Deutsche Arbeitnehmer sind wieder häufiger krank. Laut DAK-Gesundheitsreport 2016 lag die so genannte Betroffenenquote im letzten Jahr bei rund 50 Prozent. Das heißt, jeder Zweite meldete sich im Laufe des Jahres mindestens einmal beim Arbeitgeber krank.

Wenn es einen nun so richtig erwischt hat, sollte man auch daheim bleiben. Mit einer schweren Grippe kann man unmöglich arbeiten. Doch wie sieht es bei einer „normalen“ Erkältung aus – man fühlt sich zwar nicht so gut aber eben auch nicht hundeelend? So ganz eindeutig ist das tatsächlich nicht zu beantworten. Für eine Krankmeldung spricht vor allem, dass man die Kollegen nicht anstecken will und man generell nicht besonders leistungsfähig ist.

Wann zur Arbeit?

Es gibt allerdings auch ein paar Punkte, die dafür sprechen, trotz Krankheit lieber seiner Arbeit nachzugehen. Man möchte Engagement zeigen, besonders, wenn man persönlich gerade eine schwierige Zeit im Unternehmen durchmacht. Man hat Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, weil man vielleicht noch in der Probezeit ist oder man möchte trotzdem Verantwortung übernehmen, auch weil man vielleicht über Wissen verfügt, das keiner der Kollegen hat.

Der Mittelweg

Man könnte sich vor einer Krankmeldung aber auch erst ein paar Fragen stellen: Wie reagiert der Arbeitgeber normalerweise auf die Krankmeldung von Kollegen? Gab es in letzter Zeit vielleicht schon Abmahnungen oder Kündigungen deswegen? Wie reagieren die Kollegen? Ist das Unternehmen auf ein Fehlen vorbereitet? Weiß jeder, was zu tun ist, wenn man selbst nicht da ist? Kommen dann mehrere Faktoren zusammen – Probezeit, schlechtes Standing oder bevorstehende Gehaltsverhandlungen und dazu noch ein nur mittelschwerer Schnupfen – dann könnte der Gang ins Büro wahrscheinlich wirklich die bessere Option sein. Das entscheidet aber am Besten jeder für sich.

So bald wie möglich melden

Wenn man sich jetzt aber doch dafür entscheidet, aufgrund einer Krankheit zuhause zu bleiben, sollte man sich frühestmöglich beim Arbeitgeber krank melden – am besten noch vor Arbeitsbeginn und dem Arztbesuch. „Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen.“ So steht es in Paragraph 5 des Entgeltfortzahlungsgesetzes.

Weiter heißt es: „Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen.“ Das ärztliche Attest muss also spätestens nach dem dritten Tag vorgelegt werden.

Vier-Tage-Frist

Wichtig dabei ist: Die Vier-Tage-Frist bezieht sich nicht auf die Arbeitstage, sondern auf Kalendertage. Samstag, Sonn- und Feiertage zählen also mit. Beispiel: Man meldet sich an einem Freitag krank. Nach dem dritten Kalendertag, das ist in diesem Fall der Sonntag, muss das Attest vorgelegt werden – also schon am Montag. Auf der anderen Seite muss man die Bescheinigung nicht am Wochenende vorlegen, wenn man unter der Woche von Mittwoch bis Freitag krankgeschrieben ist. Auch hier wäre der folgende Montag das korrekte Datum.

Frist nicht versäumen

Aber, so sagt es auch das Gesetz: „Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.“ Vom Arbeitgeber kann also verlangt werden – ohne Begründung übrigens – dass schon am ersten Krankheitstag ein Attest vorgelegt werden muss. Das hatte das Bundesarbeitsgericht 2012 entschieden, nachdem eine WDR-Redakteurin geklagt hatte. Hier lohnt auch ein Blick in den Arbeitsvertrag. Wenn die Frist versäumt wird, sich rechtzeitig krank zu melden oder das Attest zu spät vorgelegt wird, kann ein Abmahnung drohen. Wenn dies öfter vorkommt, kann es sogar eine Kündigung nach sich ziehen.

Wie krank melden?

Wie sollte man sich nun korrekt beim Arbeitgeber krank melden? Im Prinzip kann man sich per Anruf, E-Mail oder Fax krankmelden. Es sei denn, es gibt dazu klare Vorgaben des Unternehmens. Wünscht sich der Arbeitgeber also beispielsweise Anrufe, dann muss zum Hörer gegriffen werden.

Melden sollte man sich am Besten im Personalbüro oder beim Stellvertreter des Arbeitgebers. Es können zwar auch die Kollegen informiert werden, jedoch sollte man sich hier aber auch sicher sein, dass die Krankmeldung dann auch bei der richtigen Stelle ankommt.

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