Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Arbeitsmarkt trotzt der Sommerflaute

Anstieg durch Sucharbeitslosigkeit

Die Zahl der arbeitslosen Menschen im Bereich der Agentur für Arbeit Würzburg ist von Juni auf Juli um 100 auf 7.810 angestiegen. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 2,7 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch um 0,1 Prozentpunkte darüber. Die aktuelle Zunahme fiel um 40 Betroffene geringer aus als im Durchschnitt der zurückliegenden drei Jahre. Hauptursache für den Anstieg war die vorübergehende Sucharbeitslosigkeit junger Menschen. Nach beendeter Schul- oder Berufsausbildung suchen diese überwiegend einen Berufseinstieg und haben sich hierfür arbeitslos gemeldet.

Mit der einsetzenden Herbstbelebung ist erfahrungsgemäß wieder von einer deutlichen Entspannung bei diesem Personenkreis auszugehen. Im Berichtsmonat wurde die Arbeitslosigkeit darüber hinaus durch die quartalsbedingte Beendigung von Arbeitsverhältnissen beeinflusst, außerdem werden geplante Neueinstellungen oftmals erst nach der Sommerpause realisiert.

Arbeitsmarkt stabil

Eugen Hain, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg, mit einer Einschätzung der aktuellen Entwicklung: „Der Arbeitsmarkt zeigt sich nach wie vor sehr stabil. Ob wir nach den Sommermonaten mit der üblichen Herbstbelebung auf breiter Front rechnen können, bleibt abzuwarten. Verbesserungen auf dem erreichten Hochplateau sind naturgemäß immer schwieriger zu realisieren. Und es darf auch nicht der Eindruck entstehen, dass die Bäume in den Himmel wachsen.

Ausbildungssuche

In den kommenden Wochen sollten Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, weiterhin am Ball bleiben. Erfahrungsgemäß ist in den Wochen vor dem Ausbildungsbeginn noch vieles in Bewegung. Auch Betriebe, die ihren “Wunschkandidaten“ bislang noch nicht an Land gezogen haben, sollten nicht vorschnell aufgeben, sondern auch bewusst Kompromisse eingehen. Olympiakandidaten sind demnächst in Brasilien am Start. Für eine erfolgreiche Ausbildung geht es im Regelfall auch gut und gerne ein Nummer kleiner!“

Hohe Dynamik hält an

Im Juli meldeten sich mit 2.870 Frauen und Männer rund 16 Prozent mehr arbeitslos als vor einem Jahr. Hiervon haben 1.050 unmittelbar davor eine Erwerbstätigkeit ausgeübt und 870 eine Ausbildung oder berufliche Qualifizierung durchlaufen. 2.750 Personen haben die Arbeitslosigkeit wieder beendet. Ein Plus von 450 oder fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit 905 haben rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr wieder eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. 800 haben eine Aus- oder Weiterbildung angetreten.

Mehr Jüngere arbeitslos

Die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen ist gegenüber dem Vormonat um rund ein Viertel gestiegen. Insgesamt waren es 970 Betroffene. Das waren 190 mehr als im Juni und 160 mehr als vor einem Jahr. Während der Anstieg gegenüber dem Vormonat auf den bereits genannten Gründen beruht, erklärt sich die Veränderung zum Vorjahr um rund 20 Prozent dadurch, dass sich im zurückliegenden Jahr vermehrt jugendliche Flüchtlinge arbeitslos gemeldet haben. Diese sind unter den zu uns geflüchteten Menschen überproportional vertreten. In der Folge ist auch die Anzahl der ausländischen Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr um 490 auf 1.770 angewachsen (+38 Prozent).

Zahl der Langzeitarbeitslosen sinkt

Die anderen Personengruppen entwickelten sich dagegen weiterhin rückläufig. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduzierte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten um 14 Prozent auf 1.870, die der Schwerbehinderten um sechs Prozent auf 730 und die der über 55-Jährigen um rund fünf Prozent auf 1.770.
Etwa jeder Achte Arbeitslose war jünger als 25 Jahre, jeder zehnte schwerbehindert, rund jeder Vierte 55 Jahre und älter und/oder langzeitarbeitslos.

Stellensituation

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegte sich weiterhin auf einem soliden Niveau. Insgesamt wurden im Juli 1.330 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet. Das waren rund 130 mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 120 auf 3.760. Gesucht wurden vor allem Fachkräfte in den Berufsfeldern Verkauf, Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Verkehr und Logistik, Lebensmittelherstellung und –verarbeitung und Gastronomie. Außerdem vermehrt Fahrzeug- und Transportgeräteführer und Medizinisches Gesundheitspersonal.

Beschäftigungsentwicklung

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist nach den aktuell vorliegenden Daten (Dezember 2015) weiterhin angestiegen. Gegenüber Dezember 2014 ergibt sich ein Plus von 4.850 auf 200.970 Beschäftigte im Agenturbezirk (+2,5 Prozent). Etwa 70 Prozent sind in Vollzeit beschäftigt und ein Drittel aller Beschäftigten älter als 50 Jahre. Hauptbeschäftigungszweige sind das Verarbeitende Gewerbe, das Gesundheits- und Sozialwesen und der Handel.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2015 bis Juli 2016 haben sich bei der Berufsberatung 3.700 Jugendliche als Bewerber für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen. Das waren rund 100 Bewerber mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der von den Betrieben gemeldeten Ausbildungsstellen ist dagegen um 50 Stellen auf 3.830 leicht gesunken. Zumindest rein rechnerisch entfielen damit auf jeden Jugendlichen mehr als eine Ausbildungsstelle. Durch regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten wird der Ausgleich jedoch erschwert. Am Erhebungsstichtag Mitte Juli waren 1.210 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt. Diesen standen noch 870 unversorgte Bewerber gegenüber. Freie Ausbildungskapazitäten existieren noch in nahezu allen Wirtschaftszweigen.

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