Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Terroranschlag in Würzburg – die Chronik

Vor der Tat

  • 17-Jähriger, mutmaßlicher Afghane und Flüchtling erfährt nach Auskunft der Staatsanwaltschaft am Samstag (16.07.2016), dass sein Freund in Afghanistan ums Leben gekommen sei
  • Er fasst den Entschluss, ihm völlig unbekannte Menschen zu töten, als Racheakt gegen Ungläubige

Montag, 18.07.2016

Tatort: Regionalbahn RB 58130

  • 20:57 Uhr – 17-Jähriger Flüchtling steigt in Ochsenfurt in die aus Treuchtlingen kommende Regionalbahn RB 58130 Richtung Würzburg ein, in seinem Rucksack versteckt er Axt und Messer
  • Er trifft auf eine Mitarbeiterin seiner ehemaligen Asylunterkunft in Ochsenfurt und begibt sich anschließend in ein anderes Zugabteil
  • Er geht auf die Toilette, bewaffnet sich mit einer Axt und begibt sich in das Zugabteil, in welchem sich die späteren Opfer befinden.
  • Er greift eine Famillie aus Hongkong an, die sich derzeit auf Urlaub in Deutschland aufhalten. Er attackiert auf brutalste Art und Weise die Opfer. Diese erleiden schwerste Kopf- und Körperverletzungen.
  • Täter ruft während dem Angriff „Allahu Akbar“ (Gott ist groß)
  • Mitarbeiterin der Asylunterkunft Ochsenfurt wird auf Geschrei der Opfer aufmerksam und ruft Polizei an

Tatort: Würzburg-Heidingsfeld

Tatort: Festnahmeort 

  • 21:55 Uhr – Täter wird auf der weiteren Flucht vom SEK in den Mainauen gesichtet. Der Täter versteckt sich und greift plötzlich aus einem Gebüsch hervorspringend die Beamten an. Diese erschießen den Täter.
  • Die Verletzten werden in die Uniklinik nach Würzburg transportiert und behandelt, zwei schweben in Lebensgefahr
  • 14 unter Schock stehende Zugpassagiere werden in der s.Oliver Arena in Würzburg behandelt und psychologisch betreut.

Dienstag, 19.07.2016

  • Zimmer des Täters in der Wohnung der Pflegeeltern in Ochsenfurt wird noch in der Nacht durchsucht
  • Gefunden wird ein Block mit einer Zeichnung des Symbols des Islamischen Staates & verschiedene Texte in arabischer und lateinischer Schrift
  • Text beinhaltet Abschiedsbrief und Rachepläne gegenüber Ungläubigen
  • 10:45 Uhr – die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur „Amaq News Agency“ meldet, dass der IS das 1. Attentat auf deutschem Boden für sich beansprucht: „Inside Source to Amaq Agency: Individual who carried out the axe attack in Germany was a soldier of the Islamic State who executed the operation in response to calls to target nations in the coalition fighting the islamic State“.
  • Verletze Personen werden im Uniklinikum Würzburg behandelt
  • Ermittler versuchen mit Hilfe von Personenspürhunden den Tathergang nachzuvollziehen
  • 16:00 Uhr – Pressekonferenz in Würzburg zu den aktuellen Erkenntnissen mit Bayrischem Landeskriminalamt, Polizeipräsidium Unterfranken, Staatsanwaltschaft Würzburg sowie Staatsanwaltschaft Bamberg
  • 16:00 Uhr – Bekennervideo des mutmaßlichen Axt-Täters aus Würzburg taucht auf

Mittwoch, 20. Juli

  • Der Zustand der in der Uniklinik Würzburg liegenden Schwerverletzten ist weiterhin lebensbedrohlich

Infos zum Täter

  • 17-Jähriger Flüchtling, mutmaßlich aus Afghanistan
  • 30. Juni 2015: Als einreisender Flüchtling in Passau registriert
  • Wurde in Ochsenfurt in einer Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht
  • März 2016: Aufenthaltsbestätigung erhalten
  • Seit 2 Wochen wohnte der Täter bei einer Pflegefamilie in Ochsenfurt.
  • Täter polizeilich gesehen bislang völlig unauffällig
  • Soziale Netzwerke des Täters geben keine Hinweise auf islamistisch-extremistische Einstellung, lediglich vor 24 Stunden auffällige Äußerung

Infos zu den Opfern

  • Bei 4 der Opfer handelt es sich um eine chinesische Familie, die auf der Fahrt von Rothenburg o. T. nach Würzburg waren
  • Bei der Spaziergängerin, die ebenfalls angegriffen wurde, handelt es sich nach Auskunft des Oberbürgermeisters um eine Mitarbeiterin der Stadt Würzburg

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