Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

1.000 Euro für jeden Flüchtling im Landkreis

Bayernweit einmaliges Projekt

Warum sollte man jene Kommunen im Landkreis Würzburg, die Flüchtlinge aufnehmen oder dies bereits getan haben, nicht für ihr Engagement belohnen? Diese Frage stellte sich auch Thomas Eberth, Bürgermeister von Kürnach und Vorsitzender des Kreisverband des Bayerischen Gemeindetags. Deshalb initiierte er ein bayernweit einzigartiges Projekt, bei dem es darum gehen soll, dass der Landkreis seinen Städten und Gemeinden im Jahr 1.000 Euro pro Flüchtling den sie aufnehmen, zahlt, bzw. pro Unterbringungsplatz.

Woher kommt Geld?

Eine Sprecherin des Landratsamtes erklärt, dass die Mittel jährlich neu bereitgestellt werden müssen. Für das Jahr 2016 stehen 2 Millionen Euro zur Verfügung. Jede Gemeinde erhält für jeden vorhandenen Unterbringungsplatz auf dem Gemeindegebiet  250 Euro je Quartal. Wenn also ein Platz über das ganze Jahre zur Verfügung steht ergibt sich daraus eine Summe von 1.000 Euro. Auf ausdrücklichem Wunsch aller Bürgermeister der 52 Landkreiskommunen erfolgt die Zahlung nicht nach den untergebrachten Flüchtlingen, sondern für die zur Verfügung gestellten Plätze.

Laut Richtlinie des Landkreises Würzburg zur Unterstützung der Gemeinden bei der Unterbringung von Flüchtlingen fallen unter den Begriff „Flüchtling“ im Landkreis Würzburg untergebrachte unbegleitete Minderjährige, sowie anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber, die in Gemeinschaftsunterkünften, Notunterkünften und dezentralen Unterkünften im Landkreis Würzburg leben.

Verwendungszweck

Die Verwendung des Geldes bleibt laut Landratsamt den Empfängern überlassen. Ursprüngliche Idee war zwar, damit die Mehraufwendungen der Gemeinden (zum Beispiel Kindergartenplätze, Schülerbeförderung, Helferkreise etc.) zu mindern, Vorgaben für die Verwendung gibt es jedoch nicht. „Die Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen, haben schließlich auch mehr Kosten und warum sollte man diejenigen, die sich engagieren, nicht belohnen“, begründet Thomas Eberth das Projekt. Die bisher ungleiche Verteilung der Belastung innerhalb des Landkreises soll durch das Projekt gemindert werden. Zugleich soll ein Anreiz für diejenigen Gemeinden geschaffen werden, die bisher noch keine Flüchtlinge aufgenommen haben.

Der Kreistag muss die Aktion noch beschließen, alle 52 Bürgermeister im Landkreis haben ihr aber bereits zugestimmt.

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