Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

JVA-Beamte als Drogen-Schmuggler?

Beamte vor Gericht

Laut Berichten der Mainpost stehen zwei Beamte der JVA Aschaffenburg vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, sie hätten Insassen dabei geholfen, Drogen und Handys in das Gefängnis zu schmuggeln. Zu Beginn des Prozesses legte laut Mainpost der Jüngere der beiden Angeklagten, ein 26-jähriger Mann, ein Geständnis ab. Sein 47-jähriger Kollege bestreitet die Vorwürfe.

Bedroht durch Gefangenen

Der geständige Angeklagte gab an, gleich viermal Gefangenen geholfen zu haben, mehrere Pakete in das Aschaffenburger Gefängnis zu schmuggeln. Jedoch habe er das laut Mainpost nicht freiwillig getan, sondern wurde von einem Insassen bedroht. Der Gefangene, Mitglied einer Rockervereinigung, drohte dem Beamten, seine Familie würde unliebsamen Besuch bekommen, wenn er bei den illegalen Aktionen nicht mitmachen würde. Der JVA-Beamte ließ sich daraufhin auf den Deal ein und begleitete laut Berichten der Mainpost Gefangene zum Bereich der JVA, in dem der Müll aufbewahrt wird. Dort gibt es keine Videoüberwachung und es konnten anonym Pakete hinterlegt werden, die von den Insassen abgeholt wurden.

Der zweite Angeklagte wies laut Mainpost allerdings alle Vorwürfe zurück. „Er habe nie Handys oder andere unerlaubte Dinge in das Gefängnis eingeschmuggelt“, heißt es. Eine Erklärung, warum er mit angeklagt sei, hat der 47-Jährige nicht.

Häftlinge aus Würzburg und Schweinfurt

In der Justizvollzugsanstalt Aschaffenburg sitzen laut Mainpost auch immer mal Untersuchungshäftlinge aus Würzburger oder Schweinfurter Verhandlungen ein. Insbesondere dann, wenn es mehrere Verdächtige in einem Fall gibt und diese bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens voneinander getrennt verwahrt werden müssen.

43 Handys sichergestellt

Es heißt, das die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, „dass in Aschaffenburg zwischen August 2014 und Anfang Februar 2015 ‚in zahlreichen Einzelfällen‘ Mobiltelefone in die Justizvollzugsanstalt Aschaffenburg eingeschmuggelt wurden“. Insgesamt wurden laut Berichten der Mainpost 43 Handys sichergestellt werden. Angeblich sollen die beiden Angeklagten auch für die illegalen Machenschaften bezahlt worden sein. Zudem soll einer der beschuldigten Beamten eine Cannabisplantage in seiner Privatwohnung betrieben haben.

JVA durchsucht

Laut Mainpost wurden die Mobiltelefone und Drogen angeblich bei sogenannten Routinekontrollen der Gefängniszellen gefunden. Es heißt aber auch, dass „ein Insasse der JVA (…) den Ermittlern entsprechende Hinweise gegeben“ habe. Daraufhin wurde laut Berichten der Mainpost das Gefängnis von der Polizei durchsucht und auch Beweismaterial sichergestellt. Die beiden JVA-Beamten wurden vorläufig festgenommen und der Prozess wird fortgesetzt.

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