Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Blaue Grotte schließt vorübergehend

Älteste Pizzeria Deutschlands

Die älteste Pizzeria Deutschlands, das „Capri und Blaue Grotte“ in der Würzburger Elefantengasse, schließt vorübergehend seine Türen. Wie die Betreiber auf ihrer Facebookseite verkünden, geht nach 17 Jahren nun eine Ära zu Ende. Das italienische Restaurant wird wohl an neue Pächter übergeben, weil sich die Inhaber Giovanni und Andrea Christoph verkleinern möchten. Laut Berichten der Mainpost haben die Eigentümer des Hauses aber schon einen Nachfolger gefunden.

Gegründet 1952

Das „Capri und Blaue Grotte“ wurde als „Bier- und Speisewirtschaft Capri (Sabbie di Capri)“ am 24. März 1952 von Nicolino di Camillo eröffnet und gilt als älteste Pizzeria Deutschlands. Im Keller des Restaurants kann man in der sogenannten „Blauen Grotte“ sein Pizza essen, einem Nachbau der „Grotta Azzurra“ auf Capri.

Nicolino di Camillo schrieb an die Außenwand des Restaurants  „Sabbie di Capri“ („Sand von Capri“) – wahrscheinlich als eine Anspielung auf die nahegelegene Sanderstraße. Aktuell läuft die Pizzeria unter der Bezeichung „Capri und Blaue Grotte“. Das Speiselokal im Erdgeschoss ist dabei das Capri und die Blaue Grotte eben das Kellergewölbe, welches seit 1956 der namensgebenden Grotte nachempfunden ist. 

Aus den Abruzzen nach Würzburg

Begründer, Nicolino di Camillo, kam in der Nachkriegszeit mit einer amerikanischen Armee-Einheit nach Nürnberg. Ursprünglich stammte der Italiener aus der Region Abruzzen. In Fürth arbeitete er dann in einer Küche und lernte schließlich in Nürnberg Janine Schmitt aus Würzburg kennen. Zusammen mit ihr wollte er im vom Krieg zerstörten Würzburg schließlich ein kleines Restaurant eröffnen. Eine ehemalige Gastwirtschaft in der Elefantengasse bot sich an, da das Gebäude die Bombardierung fast schadenfrei überstanden hatte. Aus dem Uffenheimer Bräustüble wurde also die „Bier- und Speisewirtschaft Capri“.  Später übernahm dann für viele Jahrzehnte Nicolinos Bruder „Peppino“ di Camillo mit seiner Frau Vera das Capri.

Erst einmal geschlossen

Auf ihrer Facebookseite bedankt sich Familie Christoph nochmals bei allen Stammgästen und wünscht dem Nachfolger alles Gute: „Es war eine wunderbare Zeit und wir bedanken uns bei all unseren treuen Gästen! Aber jedes Ende bedeutet auch einen Anfang. Und in diesem Sinne wünschen wir dem Nachfolger von ganzem Herzen alles Gute für die Zukunft. Aus diesem Grunde bleibt das Capri bis auf Weiteres erst einmal geschlossen.“

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