Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Was tun, wenn es dem Hund zu heiß wird?

Ein Gastbeitrag von Uwe Völker 

Hitzschlag vorbeugen

Dass der Hund bei sommerlichen Temperaturen nicht im Auto warten muss, dürfte bekannt sein.

Was aber ist zu tun, wenn der Vierbeiner dennoch einen Hitzschlag erleidet?

Kein Alleinlassen in geschlossenen Räumen

Die wichtigste und zugleich einfachste Regel lautet: Den Hund keiner Hitze aussetzen!

Das bedeutet: Kein Alleinlassen in geschlossenen Räumen, in denen sich Hitze stauen kann, beispielsweiße im Auto oder Wohnwagen. Dies gilt übrigens besonders auch für nasse Hunde.

Besonders gefährlich: Nasses Fell und Hitze

Eher noch als trockene Hitze, setzt dem Vierbeiner die schwüle Wärme zu.

Die vom Hundefell austretende Feuchtigkeit verwandelt sich in der Hitze eines eingeschränkten Raumes wie beispielsweise einer engen Hundebox in Wasserdampf.

Die Schwaden sorgen ergänzend zur schon bestehenden Raumhitze für saunaähnliche Verhältnisse und es kommt zu einer zusätzlich erhöhten Kreislaufbelastung des Tieres.

Sonnenstrahlung oft unterschätzt

Häufig geschehen diese Hitzeunfälle auf dem Nachhauseweg – auch vom Badeausflug.

Das Auto mit dem vom Schwimmen und Toben erschöpften und nassen Hund wird „nur eben 5 Minuten“ auf dem nächsten Supermarktparkplatz abgestellt für „fix was zum Abendessen einkaufen“.

Dabei wird die Stärke der Sonnenstrahlung auch abends um 19 Uhr oftmals unterschätzt.

Wärmeregulierung über Hecheln

Besonders ältere Tiere und jene mit Herz- und Kreislaufbeschwerden leiden unter Hitze. Das gilt in unseren Breitengraden bereits für Außentemperaturen ab 23 Grad Celsius.

Anders als der Mensch, besitzt der Hund keine Schweißdrüsen in der Haut. Nur unzureichend kann über seine Pfoten und seinen Nasenspiegel so etwas wie ein Wärmeaustausch stattfinden.

Die eigentliche Regulierung der Körperwärme erfolgt über das Hecheln.

Alarmierende Anzeichen

Alarmierende Anzeichen für einen drohenden Kreislaufkollaps (meist in Kombination auftretend):

  • Starkes, übermäßiges Hecheln bei gestrecktem Hals
  • Schleimhaut und Zunge werden ziegelsteinrot (übermäßige Durchblutung)
  • Unkoordinierte Bewegungen, Stolpern oder Taumeln
  • Deutliche Abgeschlagenheit und Mattigkeit bis hin zu Apathie: Hund hebt kaum noch den Kopf, reagiert zeitverzögert oder gar nicht auf Ansprache
  • Starrer Blick
  • Erbrechen
  • Deutlich erhöhte Körpertemperatur – normal sind 38°- 39° Celsius, bei Welpen und trächtigen Tieren etwas höher

Erste Hilfe bei Sonnenstich

  1. Raus aus der Sonne/Hitze in eine schattige/kühlere Umgebung
  2. Runterkühlen mit Nässe (ideal: kaltes Wasser, kann zur Not aber auch ein kühles Getränk sein)
  3. Dem nassen Hund Luft zufächeln (mit Zeitschrift oder Kleidungsstück), damit die Feuchtigkeit im Fell schneller verdunstet und durch die Verdunstungskälte die Körpertemperatur noch rascher sinkt
  4. Nasse Tücher auflegen (max. 10 Minuten auf derselben Stelle)
  5. Kopf und Nacken für max. 5 Minuten mit umwickelten Eisbeuteln oder Eisakkus kühlen. (Direkten Kontakt von Eis und Hundehaut vermeiden: Gefahr von Artefaktbildung) KEIN Trockeneis verwenden!

 

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT