Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

FHWS: Ausstellung „Grenzgänger“

Olga Klikau

Olga Klikau, Studentin der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, hat im Anschluss an Fahrten und ihren ehrenamtlichen Einsatz in Griechenland einen Vortrag vor rund fünfzig Teilnehmern gehalten sowie ihre Ausstellung „Grenzgänger“ an der Hochschule Würzburg-Schweinfurt eröffnet.

Menschenrechtsverletzungen

Die Ausstellung wolle, so Klikau laut Pressemitteilung, zum einen aufmerksam machen, dass auch heutzutage Menschenrechte in Europa massiv verletzt werden, zum anderen möchte sie Menschen mit ihren Geschichten in den Vordergrund rücken. Entstanden seien die Bilder bei ihren Fahrten nach Griechenland – zunächst nach Chios, einer Insel in direkter Nähe zur türkischen Küste, wo sie mit anderen Freiwilligen nachts die Boote an Land gezogen und die Menschen anschließend mit trockener Kleidung versorgt, tagsüber Essen zubereitet und Zeit mit den Geflüchteten verbracht habe. Ihre zweite Fahrt ging nach Athen, wo sie im Camp gewohnt und gemeinsam mit anderen Aktivisten eine „No Border School“ für Erwachsene eröffnet habe.

Menschen auf der Flucht

„Diese Ausstellung“, so die Studentin, „zeigt Menschen auf der Flucht. Auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben. Sie zeigt die Menschen, die wir aussperren, sie ungeachtet der Menschenrechte einsperren und ihrem Schicksal überlassen. Menschen wie du und ich; klein und groß, Männer und Frauen, arme und reiche, Akademiker und Handwerker. Doch was ist eigentlich dieses WIR und wer sind DIE? Es gilt diese Unterscheidung aufzuheben. Keine Linie zu ziehen, keine Grenzen zu verteidigen, sondern diese zu öffnen.“

Nicht gemachte Bilder

Sie traf bewusst eine Auswahl an Motiven: „Die Bilder, die ich nicht machte: Bilder von den Ankünften der Boote, Bilder von vor Freude und Erleichterung weinenden Menschen, Bilder von Kindern die regungs- und reaktionslos aus den Booten gehievt wurden, Bilder von verletzten und leidenden Menschen, Bilder von schreienden Polizisten und Campleitern, Bilder von streitenden Menschen, Bilder von Angriffen der Faschisten, Bilder der Trauer und Verzweiflung. All das sind Bilder, die in meinem Kopf sind. Bilder, die ich nie vergessen werde. Bilder, die ich nicht gemacht habe.“

Die Fotoausstellung kann in der Hochschule Würzburg-Schweinfurt, Münzstraße 12, Ebene 0 (erster Stock), besichtigt werden bis zum Freitag, 1. Juli.

Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung der FHWS.

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