Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Die Taucher der Berufsfeuerwehr Würzburg

Knallharte Ausbildung

WÜRZBURG. Wenn sie kommen, geht es meistens um Leben und Tod. Unfälle, Suizid oder die Suche nach Waffen im Wasser, sind ein Teil der Aufgaben, die sie täglich zu bewältigen haben.

Es ist eine zusätzliche Ausbildung neben dem „normalen“ Feuerwehralltag, der sie auf Einsätze vorbereitet, die körperlich und psychisch wohl mit am härtesten sind.

Taucher bei der Berufsfeuerwehr Würzburg – wir waren bei einem Tauchlehrgang am Main dabei.

Wasserrettungszug der Berufsfeuerwehr

Sie gehören dem Wasserrettungszug der Feuerwehr an und werden z.B. bei Bade- und Bootsunfällen, beim Bergen von Gegenständen, Fahrzeuge und Booten aus Gewässern oder bei der Eisrettung und der Beseitigung von Eisstau alarmiert.

Der Wasserrettungszug setzt sich aus dem Einsatzleitfahrzeug (12/1), einem Rüstwagen (61/1), dem Wasserrettungsfahrzeug (91/1), einem Löschgruppenfahrzeug (40/2), das auch den Hänger des Einsatzbootes zieht, sowie dem Boot selbst zusammen.

Der gesamte Wasserrettungszug besteht aus 14 Einsatzkräften.

Für einen Taucheinsatz werden mindestens 1 Taucheinsatzführer sowie der Tauchtrupp (Sicherungstaucher, Einsatztaucher und Signalmann) benötigt. Zur Zeit stehen 36 Einsatztaucher und 3 Lehrtaucher zur Verfügung.

Durch den Schichtdienst sind rund um die Uhr mindestens 6 Taucher in kürzester Zeit einsatzbereit.

Wir selbst konnten uns ein Bild davon machen, wie so ein Taucherlehrgang der Berufsfeuerwehr aussieht.

Neun „neue“ Tauchschüler und ein Anwärter zum Feuerwehr-Lehrtaucher trainierten am Freitag im Main unter der Konrad-Adenauer-Brücke, den Ernstfall im Rahmen der Taucherausbildung.

Bevor ein Tauchanwärter aber ins Wasser darf, wird jeder Teilnehmer des Lehrgangs auf Tauchertauglichkeit ärztlich untersucht. Als Taucher muss man körperlich vollkommen fit sein.

Neben dem Main wird auch in verschiedenen Seen wie z.B. dem Erlabrunner-Badesee und in Mainsondheim geübt um die Teilnehmer auf ihre bevorstehende Aufgabe zu trainieren.

Dabei lernen die Teilnehmer u.a. das Retten von Personen, das schnelle und vor allem sichere Anlegen der Taucherausrüstung, Unterwasserarbeiten mit technischem Gerät und vieles mehr.

Anstrengung pur

Mit einer Fließgeschwindigkeit von knapp 0,7 [m/s], ist der Main an diesem Tag nicht gerade „schwach“ unterwegs. Die Anstrengung gegen die Strömung zu arbeiten, sieht man den „Lehrlingen“ auch durchaus an wenn sie wieder vollbepackt aus dem Wasser steigen.

Doch es ist nicht „nur“ der Mann mit der Taucherausrüstung, der wichtig ist. Bei so gut wie gar keiner Sicht im trüben Main, müssen sich die Jungs im Wasser auch 100% auf ihren „Leinenführer“, den Signalmann verlassen können.

Taucher und Tauchanwärter der Berufsfeuerwehr tauchen ausschließlich nur in Verbindung mit einer Signalleine. Sie ist auf 50 Meter beschränkt und dient zur Verständigung und als Rückzugsleine. Der Signalmann führt vom Ufer aus den Taucher dabei per Leine zum gewünschten Ort.

Um am Ende des Lehrgangs an der praktischen Prüfung teilnehmen zu dürfen, muss jeder Auszubildende 50 Tauchstunden absolviert haben. Ein Lehrtauchanwärter sogar 125 einsatzmäßige Stunden.

Wichtig zu wissen:

Was oft unterschätzt aber extrem wichtig ist, ist die Tatsache, dass bei einem Wasserunfall die Rettungskräfte auf Zeugen angewiesen sind, die den Unfall gesehen haben. Die Taucher können so gezielt suchen.

Danke!

Wir sind auf jeden Fall zu tiefste beeindruckt, von der Ausbildung der Taucher der Berufsfeuerwehr Würzburg – aber vor allem auch vom Teamgeist, den diese Mannschaft dort trotz der Anstrengung und täglichen schweren Einsätzen versprüht! Danke für die Stunden bei Euch!

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