Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„Marktbärbl“ bald ein Geschäftshaus?

Fall für Stadtrat

Jeder Würzburger kennt die Traditionsgaststätte „Marktbärbl“ in der Innenstadt. Seit 1979 gibt es das Lokal in der Blasiusgasse 3 und gehört einfach zu Würzburg. Einheimische gehen genauso gerne wie Touristen in die „Marktbärbl“ und genießen die fränkischen Köstlichkeiten. Doch wie lange noch? Das Gebäude wird laut Berichten der Mainpost jetzt ein Fall für den Stadtrat. In der Sitzung am heutigen Mittwoch wird von Mitgliedern des Bau- und Ordnungsausschusses darüber diskutiert, ob das Gebäude einem Neubau eines Geschäftshauses weichen soll.

Neubau eines Geschäftshauses

Laut Mainpost-Berichten planen die Eigentümer des Gebäudes, eine private Erbengemeinschaft, ein neues Geschäftshaus. Das Rückgebäude soll nach Sanierung für Wohnungen und Gewerbe umgebaut werden. Genau dafür stellen die Eigentümer heute eine Bauvoranfrage zur Diskussion. Sie wollen eine historisch Fassade bauen, die dem Aussehen nach dem Gebäudebestand von vor der Zerstörung 1945 ähnelt. Das geht aus den Unterlagen hervor, die im Bürgerinformationssystem auf der Homepage der Stadt einsehbar sind. Allerdings ist diese Art von Fassadengestaltung für die Bauverwaltung sehr fragwürdig, für den Neubau sehen die Bauexperten allerdings keine Probleme.

Keine historische Fassade

In der Vorlage des Bau- und Ordnungsausschusses heißt es: „Es ist zu bedenken, dass der Neubau in eine Häuserzeile des Wiederaufbaus, die die typischen Architekturmerkmale dieser Zeit aufweist, einen städtebaulich wichtigen Lückenschluss bildet bzw. bilden muss. Es ist daher, nicht zuletzt auch aus denkmalfachlicher Sicht, ein sich in das vorhandene Stadtbild einfügendes Gebäude in zeitgemäßer Architektursprache zu fordern.“ Dr. Robert Pick vom Landesamt für Denkmalpflege wird in der Vorlage folgendermaßen zitiert: „Es erscheint widersinnig, wenn das jüngste Gebäude in der ältesten Architektursprache in Erscheinung tritt.“

Wie es mit der „Marktbärbl“ nun weitergeht, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall würde Würzburg mit dem Entscheid für einen Neubau ein Traditionslokal verlieren.

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