Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Arbeitsmarkt April: Trend geht weiter

Günstige Entwicklung setzt sich fort

Im Mai wurden erstmals in diesem Jahr wieder weniger als 8.000 arbeitslose Frauen und Männer gezählt. Über beide Rechtskreise hinweg waren es 7.860. Das waren 350 weniger als im April und 230 weniger als vor einem Jahr. Obwohl sich das konjunkturelle Stimmungsbild in den zurückliegenden Wochen und Monaten vor allem in den exportabhängigen Branchen eingetrübt hat, erreichte der Rückgang das Niveau des Vorjahres. Im Vergleich mit der durchschnittlichen Entwicklung der zurückliegenden drei Jahre, lag es sogar leicht darüber. Die Arbeitslosenquote überbot mit 2,7 Prozent den Aprilwert um 0,2 Prozentpunkte. Im Mai des vergangenen Jahres betrug die Quote noch 2,8 Prozent.

Auf Erfolgsspur

Richard Paul, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Würzburg, zur derzeitigen Arbeitsmarktverfassung: „Der heimische Arbeitsmarkt bleibt in der Erfolgsspur und hat sich weiterhin zufriedenstellend entwickelt. Obwohl inzwischen zunehmend mehr Menschen mit Fluchthintergrund in den Agenturen und Jobcentern ankommen, geht die Arbeitslosigkeit weiter zurück. Dies belegt, dass der Arbeitsmarkt aufnahmefähig und intakt ist.

Dass auch Flüchtlinge die Chance zu einem Berufseinstieg bekommen, stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen: neben dem Erwerb von ausreichenden Sprachkenntnissen und beruflichen Qualifikationen braucht es vor allem Arbeitgeber, die bereit sind, diesen Menschen Perspektiven zu eröffnen.“

3.000 beendeten Arbeitslosigkeit

Die zahlreichen Zu- und Abgänge belegen die hohe Dynamik des regionalen Arbeitsmarktgeschehens. 2.590 Personen haben sich arbeitslos gemeldet. Das waren 270 weniger als im April (-10 Prozent), jedoch 290 mehr als vor einem Jahr (+12 Prozent). Rund 960 Personen hatten im Vorfeld eine Erwerbstätigkeit in Form einer Beschäftigung, Ausbildung oder Selbständigkeit ausgeübt.

2.940 Frauen und Männer haben die Arbeitslosigkeit beendet. Ein Minus von 170 gegenüber April (-5 Prozent) und ein Plus von 310 gegenüber Mai des zurückliegenden Jahres (+12 Prozent). Mit 990 wurden etwa so viele wie im Vorjahr wieder erwerbstätig.

Große Spreizung bei Personengruppen

Von den 7.860 arbeitslosen Frauen und Männer sind inzwischen fast ein Viertel Nichtdeutsche (1.880 / 24 Prozent). Gegenüber 2015 bedeutet das einen Anstieg um 36 Prozent. Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass sich inzwischen vermehrt Personen mit Fluchthintergrund arbeitslos gemeldet haben. Da Jugendliche unter diesem Personenkreis überproportional vertreten sind, ist auch der Arbeitslosenbestand der unter 25-Jährigen binnen Jahresfrist um über 20 Prozent auf 820 angewachsen.

Die Arbeitslosigkeit anderer Zielgruppen war dagegen weiter rückläufig. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduzierte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten um 14 Prozent auf 1.930, die der Schwerbehinderten um zwei Prozent auf 780 und die der über 55-Jährigen um rund sechs Prozent auf 1.780. Etwa jeder Zehnte Arbeitslose war jünger als 25 Jahre oder schwerbehindert, rund jeder Vierte 55 Jahre und älter und/oder langzeitarbeitslos.

Stellensituation

Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb ungebrochen hoch. Von den Arbeitgebern des Agenturbezirks wurden im Mai 1.200 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen gemeldet. Das waren rund 40 Stellen weniger als vor einem Jahr. Der Stellenbestand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 300 auf 3.630. Gesucht wurden vor allem Fachkräfte in den Berufsfeldern Verkauf, Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, Metall-, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Verkehr und Logistik, Lebensmittelherstellung und –verarbeitung und Gastronomie. Außerdem vermehrt Fahrzeug- und Transportgeräteführer und Medizinisches Gesundheitspersonal. Entwicklung in den Regionen

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2015 bis Mai 2016 haben sich bei der Berufsberatung 3.430 Jugendliche als Bewerber für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen. Das waren rund zwei Prozent oder 80 Bewerber mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der von den Betrieben gemeldeten Ausbildungsstellen ist dagegen mit 3.640 leicht zurückgegangen (-50 Stellen/-1 Prozent). Damit entfielen –zumindest rein rechnerisch- auf jeden Jugendlichen mehr als eine Ausbildungsstelle.

In der Praxis kommt es jedoch aufgrund der regionalen Gegebenheiten, beruflicher Präferenzen und qualifikatorischer Diskrepanzen immer wieder zu Engpässen und Passungsproblemen. Beide Seiten sind hierdurch auf unterschiedliche Weise gefordert: Jugendliche benötigen oftmals berufliche Alternativen und die Betriebe müssen ihre Marketingaktivitäten und Einstellungskriterien überdenken. Beide Marktteilnehmer werden hierbei von der Berufsberatung und dem Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur aktiv unterstützt.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg.

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