Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Telefonbetrüger erfolgreich

Um 55.000 Euro betrogen

ASCHAFFENBURG UND LKR. ASCHAFFENBURG. Die Tatsache, dass Telefonbetrüger immer wieder mit verschiedensten Maschen versuchen, insbesondere Senioren um ihr Erspartes zu bringen, ist mittlerweile hinreichend bekannt.

Dennoch gelang es den dreisten Straftätern im Laufe der Woche gleich zweimal zuzuschlagen und insgesamt Bargeld und Schmuck im Wert von 55.000 Euro zu erbeuten.

Warnmeldungen des Polizeipräsidiums Unterfranken

Wie bereits berichtet, hatte das Polizeipräsidium Unterfranken seit Mittwoch Warnmeldungen veröffentlicht, nachdem sowohl im Raum Mainfranken und am Bayerischen Untermain sogenannte Enkeltrickbetrüger aktiv waren. In der Mehrzahl der daraufhin der Polizei bekannt gewordenen Fälle handelten die Angerufenen absolut richtig. Sie ließen sich nicht täuschen und legten auf.

Aus polizeilicher Sicht durchaus ernüchternd ist allerdings die Tatsache, dass sich im Laufe des Freitags zwei Seniorinnen bei der Kripo Aschaffenburg meldeten, die Opfer der dreisten Betrüger geworden waren.

In einem Fall handelte es sich um einen erfolgreichen Verwandtentrick – eine abgewandelte Form des Enkeltricks. Im zweiten Fall gaben sich die Täter als Kriminalbeamte aus und ließen sich das Geld aushändigen.

Angeblich dringender Gerichtstermin

Gegen 14.30 Uhr läutete am Freitagnachmittag das Telefon bei einer 82-Jährigen im Landkreis Aschaffenburg. Durch geschickte Gesprächsführung gelang es der Anruferin zunächst vorzutäuschen, dass sie die Cousine der 82-Jährigen sei. In der Folge forderte die Betrügerin bis zu 35.000 Euro Bargeld wegen eines angeblichen dringenden Gerichtstermins.

Letztlich hob das Opfer 20.000 Euro von ihrem Konto ab und händigte einer Abholerin, die sich als Beschäftigte des Gerichts ausgab, an ihrer Haustüre 25.000 Euro in bar aus. Als der Betrug dann aufflog und die Polizei verständigt wurde, war es bereits Freitagabend und von den Tätern fehlte jede Spur.

Als Polizeibeamte ausgegeben

Wie sich ebenfalls erst am Freitagabend herausstellte, war eine 70-jährige Aschaffenburgerin bereits Mitte der Woche dreisten Betrügern aufgesessen. In diesem Fall verfolgten die Täter eine andere Masche des Telefonbetrugs. Sie gaben sich am Dienstag und am Mittwoch als Kriminalbeamte aus und schafften es, der Angerufenen damit Angst zu machen, dass bei ihr ein Einbruch unmittelbar bevorstehe und Straftäter darüber hinaus im Besitz ihrer Kontodaten seien.

Die Seniorin hob daraufhin einen Teil ihrer Ersparnisse ab und übergab sie – zusammen mit Schmuckstücken – einem angeblichen Kriminalbeamten. Der Gesamtwert der Beute beläuft sich in diesem Fall auf circa 30.000 Euro.

Folgende Tipps hat die Unterfränkische Polizei diesbezüglich parat:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht eindeutig erkennen.
  • Fragen Sie den Anrufer nach persönlichen oder familiären Einzelheiten, die er wissen sollte
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald ihr Gesprächspartner Geld fordert.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.
  • Lassen Sie keine fremden Personen in ihre Wohnung.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder andere Wertgegenstände an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt.
  • Polizeibeamte lassen sich zum Schutz vor einem Einbruch oder ähnlichem an der Haustüre kein Bargeld oder Schmuck aushändigen!
  • Vergewissern Sie sich im Zweifel bei ihrer Polizeidienststelle, ob tatsächlich Beamte in ihrem Fall ermitteln oder kontaktieren sie die Polizei über Notruf!

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Unterfranken.

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