Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Keine Kampfjets mehr am 16. März

Übungsflüge von NATO- oder US-Kampfjets

WÜRZBURG. Die zahlreichen Übungsflüge von NATO- oder US-Kampfjets sorgten in der Vergangenheit immer wieder für Aufregung in Unterfranken. Viele beschwerten sich über den donnernden Lärm, der zeitweise auftritt, andere haben schlicht Angst, dass etwas passiert.

Besonderes Unverständnis, ja sogar Wut, kam am 16. März 2016 auf, als gegen 20:45 Uhr erneut Düsenjets am Himmel zu hören waren.

Flüge an Gedenktag

Kurz bevor sich hunderte Würzburger vor dem Dom versammelten, um am 71. Jahrestag der Zerstörung Würzburgs zu gedenken, donnerten amerikanische Kampfjets über die Stadt. Würzburg war am 16.März 1945 durch Bomber der Royal Air Force fast völlig zerstört worden. Etwa 5.000 Menschen verloren damals in Würzburg innerhalb von nur 20 Minuten ihr Leben.

Pietätlos und unverschämt

In den sozialen Netzwerken beschwerten sich daraufhin zahlreiche User, wie pietätlos und unverschämt es ist, genau an diesem Tag und Abend diese Übungen geflogen werden.

Bitte um Verständnis an die U.S. Air Forces

Der Würzburger Matthias Rohkegel schrieb sogar kurzerhand an die offizielle Facebook-Seite „U.S. Air Forces in Europe and Air Forces Africa“.  In seiner Mail bat er darum,  am 16. März solche Übungen nicht mehr durchzuführen und diese künftig zu vermeiden. Er bekam auch unerwartet Antwort.

Antwort des Bundesministeriums der Verteidigung

Auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt zeigte sein Unverständnis deutlich und schrieb das Bundesministeriums der Verteidigung per Brief an.

Wie die Main Post in einem Artikel berichtet, hat das Ministerium nun auch geantwortet. In Zukunft wolle man auf den Gedenktag Rücksicht nehmen und auf militärische Übungen über der Stadt verzichten.

„Anlässlich der historischen Begebenheiten des 16. März 1945 und der zentralen Rolle der Erinnerungskultur in der Würzburger Stadtgeschichte sowie der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, werden die notwendigen Maßnahmen zur künftigen Vermeidung einer Überschneidung des militärischen Flugbetriebs mit dem Würzburger Mahnläuten am 16. März getroffen“, heißt es in dem Antwortschreiben , laut der Main Post.

Alles zu den Übungsflügen über Würzburg

 

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