Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

7 Würzburger Denkmäler und was sie bedeuten

Von der „Jungfrauengeburt“ und Löchern im Po

Jeden Tag laufen wir an ihnen vorbei und oft wissen wir gar nicht, worauf ihre Bedeutung zurückzuführen ist – Denkmäler, Skulpturen und Brunnen in Würzburg. Dabei kann man über die Geschichten, die zu ihnen gehören, oft Schmunzeln und Eltern und Freunde bei einer Führung durch Würzburg mit Wissen beeindrucken. Oder wusstet Ihr, dass Jungfrauengeburt an der Marienkapelle dargestellt ist und einer der Löwen an der Löwenbrücke ein Loch im Hinterteil hat?

Das Löwenquartett an der Ludwigsbrücke

Die Löwenbrücke, eigentlich Ludwigsbrücke, kennt jeder Würzburger. Ihren umgangssprachlichen Namen verdankt sie den vier mächtigen Löwen, die an den Brückenaufgängen wachen. Diese sind inzwischen ein Symbolbild für die Stadt und für Touris ein beliebtes Fotomotiv. Doch dass es diese Brücke und die Löwen heute gar nicht mehr geben könnte, wissen wahrscheinlich viele Würzburger nicht. Grund ist ein Angriff im zweiten Weltkrieg, der die Brücke und die Löwen in Beschuss nahm. Einen besonderen Einstich hat einer der Löwen von diesem Beschuss davongetragen – nämlich in seinem Po. Nicht an einer anatomisch korrekten Position, sondern in seiner rechten Pobacke. Hier findet sich ein fingergroßes Einschussloch, welches so nicht vom Erbauer vorgesehen war.

Die vier Bronzelöwen stammen ursprünglich aus München, wo sie in der Erzgießerei Ferdinand von Miller gefertigt wurden. Jeder der vier Löwen wiegt rund 1,4 Tonnen und kostete zur Zeit der Entstehung in den Jahren 1886/87 380.000 Reichsmark.

Die Brückenheiligen

Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Würzburg zählt die Alte Mainbrücke und mit ihr die Brückenheiligen. 12 an der Zahl sind es, in Auftrag gegeben wurden sie bereits im Jahr 1725 vom damaligen Fürstbischof Christoph Franz von Hutten. Zunächst wurden sechs Figuren verwirklicht und zwar die an der Südseite, dazu zählen St. Burkard, St. Totnan, St. Kilian, St. Kolonat, St. Bruno und Patrona Franconiae. Als der Fürstbischof vier Jahre später das Zeitliche segnete, kümmerte sich Friedrich Karl von Schönborn um die restlichen sechs Statuen. Die ursprünglichen sechs Figuren wurden dann von Pipinus, St. Fridericus, dem Heiligen Josef, St. Nepomuk, Carolus Borromäus und Karl den Großen ergänzt. Die mächtigen Figuren sind etwa 4,5 Meter hoch. Da sie allesamt aus hiesigem Sandstein bestehen und dieser leicht verwittert, mussten die Figuren im Jahr 1862 und 1926 erneuert werden. Zudem wurden sie in der Bombennacht von 1945 stark beschädigt, konnten aber wieder restauriert werden.

Statue Julius Echter von Mespelbrunn

Julius Echter von Mespelbrunn ist auch lange nach seinem Tod noch allgegenwärtig in der Stadt am Main. So sind nicht nur die Juliuspromenade und die Echtergalerie nach ihm benannt. 1576 gründete der einstige Fürstbischof von Würzburg die Stiftung Juliusspital, die noch heute Träger des Krankenhauses, des Seniorenstifts und des zweitgrößten Weinguts in Deutschland ist. Sogar ein heimisches Weißbier wurde nach ihm benannt.

Dass Würzburg heute eine der beliebtesten Universitätsstädte ist, verdanken wir ebenfalls Julius Echter, denn im Jahr 1582 gründete dieser die Julius-Maximilians-Universität. Geboren wurde Echter 1545 in Mespelbrunn. Nach seinem Studium wurde er mit Mitte 20 Domkapitular in Würzburg, sollte aber bald in der kirchlichen Hierarchie aufsteigen. Im Jahr 1573 wurde er zum Fürstbischof von Würzburg gewählt.

Noch heute steht in der Juliuspromenade, Ecke Schönbornstraße/Koellikerstraße, erhöht auf einer Stufe, eine überlebensgroße Bronze-Statue des einst so mächtigen Mannes. Die Figur trägt einen Bischofshut und einen Mantel. In der linken Hand hält sie den Bischofsstab, die rechte Hand ist segnend gehoben. Auf dem Podest steht geschrieben: „Julius Echter Von Mespelbrunn Fürstbischof von Würzburg“. Doch die Herrschaft von Julius Echter von Mespelbrunn hatte auch ihre Schattenseiten: Im Zuge der Reformation waren viele Gläubigen zum Protestantismus übergetreten, was den Fürstbischof so verärgerte, dass er alle Protestanten aus seinem Herrschaftsgebiet verdrängte.

Obelisk am Marktplatz

Vor mehr als 200 Jahren wurde der 15 Meter hohe Obelisk im Zentrum des Marktplatzes errichtet. Seitdem ist er ein beliebter Treffpunkt und zieht zahlreiche Touristen an. Zur Weihnachtszeit ist er in der Dunkelheit besonders schön anzusehen, ein Lichternetz ist dann über ihn gespannt. Der Steinpfeiler wurde aus heimischem Muschelkalk gebaut und hat je eine Brunnenschale an der Ost- und Westseite. Geplant und errichtet wurde er von Johann Andreas Gärtner.

Seinen Ursprung hat der Obelisk in Ägypten. Er ist eine Hinterlassenschaft des berühmten französischen Kaisers Napoleon. Als er 1805 erbaut wurde, lag Napoleons Feldzug in Ägypten nur wenige Jahre zurück. Wahrscheinlich ist das der Grund, weshalb das Land der Pyramiden zu dieser Zeit als besonders „hip“ in Europa galt. Dreimal hat der französische Kaiser Würzburg besucht. Übernachtet hat er im nördlichen Trakt der Residenz, wo noch heute das Schlafzimmer zu bewundern ist.

Brunnen am Sternplatz

Er ist ein beliebter Treffpunkt zum Plaudern oder um eine kleine Verschnaufpause beim anstrengenden Stadtbummel einzulegen. Der Sternplatz liegt ein bisschen abseits und doch mittendrin im Getümmel der Domstraße. Durch die zentrale Lage war er auch früher schon ein beliebter Standort. Im Mittelalter war hier der Eiermarkt, bis Ende des 16. Jahrhunderts folgte der Fischmarkt.

Der Name Sternplatz rührt von einer alten Wirtschaft, die sich „Zum Stern“ nannte. Heute befindet sich dort noch immer der Sternbäck. Auch gab es vor dem jetzigen Brunnen schon einen anderen Brunnen. Der verschwand aber schon 1860, die Instandhaltung wäre zu teuer geworden. Sein Nachfolger ist außergewöhnlich – schön und faszinierend. Er besteht aus rosafarbenem Marmor und besitzt verschiedene Skulpturen. Von Fischen über Nymphen bis zu einem Faun, der Wasser speit. Der Bildhauer Lothar Forster errichtete den Brunnen, doch das gestaltete sich nicht ganz einfach für ihn. Ursprünglich war es eine Nymphe, die den Hintern hoch in die Luft streckte. Die Damen im Vorzimmer des Rathauses waren von diesem Vorschlag ganz und gar nicht angetan, ein weibliches Wesen mit einem so großen, in die Luft gestreckten Gesäß – man war schockiert. Als Forster aus der Nymphe einen männlichen Faun machte waren die Gemüter aber wieder beruhigt.

Frankoniabrunnen

Steht ihr vor einem der Wahrzeichen Würzburgs schlechthin, der Residenz, wird er Euch bestimmt auffallen: Der Frankoniabrunnen. Zusammen mit der Residenz selbst und dem Hofgarten zählt er seit dem Jahre 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe. So wie das Löwenquartett an der Ludwigsbrücke auch wurde der Brunnen 1894 von Ferdinand von Miller erbaut und zu Ehren des Prinzregenten Luitpold von Bayern errichtet. Der schenkte der Stadt im Gegenzug den Kiliansbrunnen, der noch heute vor dem Würzburger Hauptbahnhof steht.

Die Bronzestatue, die auf dem Sockel thront, stellt die Frankonia, die symbolhafte Gestalt Frankens, dar, die gen Dom blickt. Flankiert wird sie von drei Sockelfiguren: Walther von der Vogelweide, Matthias Grünewald und Tilman Riemenschneider.

Die Jungfrauengeburt an der Marienkapelle

Wer in Würzburg noch nie eine Stadtführung mitgemacht hat und sich vielleicht manchmal wundert, warum die Touristenscharen gerade an der Marienkapelle Kicheranfälle bekommen – nun der kennt die Würzburger Verbildlichung der Jungfrauengeburt vielleicht noch nicht! Es gleicht ein bisschen einem Comic, aber eben aus dem Mittelalter. Die klassische Verkündigungsszene wird in den unteren zwei Dritteln des Tympanons am Nordportal der Marienkapelle dargestellt. Links sieht man den Erzengel Gabriel, rechts die Jungfrau Maria und zwischen Ihnen eine Vase mit drei Lilien, sie gelten als Zeichen der Jungfräulichkeit.

Und nun der Teil zum Schmunzeln. Über den beiden ist der Gottvater zu erkennen, von dessen Mund ein Schlauch zu Marias Ohr führt. Auf dem Bauch rutscht das Jesuskind den Schlauch hinab und wirkt dabei sichtlich amüsiert – ein bisschen wie die Kinder im Dallenbergbad, wenn sie die Rutsche runter flitzen. Aber hier handelt es sich um die Jungfrauengeburt, von Gottes Mund in Marias Ohr.

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