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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Wölfe: Coburg gelingt der Sieg nicht

Sorge um Vorsprung

Am Ende verarbeitete der Coburger Trainer Jan Gorr das 22:22 beim Derbygegner aus Unterfranken als eine einhundertprozentige Steigerung gegenüber der letzten Saison. Immerhin bedeutete dies nach dem Hinspiel mit exakt dem gleichen Ergebnis den zweiten von vier möglichen Punkten, während man in der letzten Runde noch leer ausgegangen war. Doch zufrieden konnte der Handballlehrer aus Oberfranken sicher nicht sein, denn wenn man als designierter Aufsteiger in der Halle des Tabellenvierzehnten zur Halbzeit mit vier Toren vorne liegt, rechnet man sicher mit etwas anderem. Rechnen wird man in Coburg jetzt ohnehin, weil der scheinbar komfortable Sechspunktevorsprung auf den Tabellenvierten aus Friesenheim bei noch ausstehenden vier Spielen bei genauem Hinsehen alles andere als komfortabel ist. Gewinnen die Ludwigshafener nämlich alle ihre noch ausstehenden Partien – und die Mannschaft hat bewiesen, dass sie dazu in der Lage ist – können sich die Oberfranken nur noch einen Ausrutscher leisten, was dort so manchem nach den mageren sechs Pünktchen aus den letzten sechs Auseinandersetzungen den Angstschweiß auf die Stirn treiben dürfte.

Absicherung nach unten 

Die Wölfe dürfte das recht wenig interessieren. Platziert im hinteren Mittelfeld der Tabelle, haben sie vor allen Dingen den Anspruch, sich nach unten abzusichern. Und da ist jeder Punkt Gold wert. Von daher nimmt man mit, was man bekommen kann, und besonders gern natürlich gegen den erklärten „Lieblingsgegner“ aus Coburg. Noch nie seit jener Saison 2011/2012, als man das erste Mal in der 3. Liga aufeinandertraf, konnte dieser gewinnen, irgendwie traumatisch für ein Team, das sich eigentlich das Etikett erstligatauglich anheften möchte. Doch die Derbys gegen die Wölfe waren und sind laut Pressemitteilung stets von einer ganz besonderen Art, etwas, das man offensichtlich immer wieder neu lernen muss. Was da in der zweiten Halbzeit vor 3000 begeisterten Zuschauern von den Wölfen abgeliefert wurde, war Kampf vom Feinsten, Derby pur und letztlich ein Ergebnis, das den Gästen eher noch schmeichelte.

Enttäuschtes Publikum

Doch der Reihe nach, denn aller Anfang war schwer, vor allen Dingen für die Wölfe, die nur mühsam in dieses Spiel kamen.  Zwar konnten sie die Auseinandersetzung bis Mitte der ersten Halbzeit noch ausgeglichen gestalten, aber die Fehlerquote gegen auch nicht gerade souverän aufspielende Gäste war einfach zu hoch. Und als den Gastgebern nach einer 5:4-Führung gute zehn Minuten kein Treffer mehr gelang und man selbst vom ersten Kreis gegen den 45jährigen ehemaligen tschechischen Nationalkeeper Jan Kulhanek scheiterte, setzten sich die Oberfranken auf 5:10 ab. Der Halbzeitstand von 7:11 ließ bei dem etwas enttäuscht wirkenden Publikum auch nicht wirklich viel Raum für Hoffnung, wenngleich es eigentlich wissen sollte, zu was die Wölfe in solchen Situationen fähig sind.

Taktische Maßnahme

Zunächst aber griff nach dem Wiederanpfiff eine taktische Maßnahme vom Wölfe-Coach Matthias Obinger. Er ließ nun mit Jan Schäffer und Julian Bötsch zwei Fachleute vom ersten Kreis auflaufen und konnte so nicht nur den Druck auf die bis dahin stabil wirkende Coburger Abwehr erhöhen, sondern verstärkte hinten auch signifikant die Abwehrreihe. Angetrieben von Wölfekapitän Stefan Schmitt wurden jetzt die Kreisspieler optimal in Szene gesetzt und der Vorsprung Tor um Tor reduziert. Das war aber nicht nur dem qualitativ stark verbesserten Angriffsspiel, das nun nahezu fehlerfrei vorgetragen wurde, zu verdanken, sondern vor allen Dingen dem Umstand, dass im Tor Max Brustmann zur Hochform auflief. Dreizehn Paraden in einer Halbzeit, das ist ein Ligaspitzenwert der besonderen Güte. Drei von fünf Siebenmetern und reihenweise freie Würfe konnte er parieren und  entzauberte so auch einen der besten Siebenmeterwerfer der 2. Liga, Matthias Gerlich. Sebastian Kraus dagegen verwandelte die seinen sicher und trug sich so als bester Torewerfer des Tages in die Spielstatistik ein.

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Als Stefan Schmitt Mitte der zweiten Halbzeit schließlich zum 16:16 einnetzte und damit das Publikum fast aus dem Häuschen trieb, wirkte das wie eine Fanfare zur finalen Attacke auf das Selbstbewusstsein eines erstligaambitionierten Gastes. Als Steffen Kaufmann zum 19:16 erhöhte gab es auf den Rängen kaum noch ein Halten. Doch dann kam ein kleiner Einbruch, nicht zuletzt, weil Max Bauer, der nach einem Foul in der 42. Minute die rote Karte gesehen hatte, nun in der Abwehr fehlte und sich die Coburger in der Folge wieder heranarbeiten konnten. Und als der fünffache Torschütze Steffen Coßbau in der 59. Minute zum 22:22 traf, die Wölfe daraufhin den folgenden Angriff vertendelten und der Ligadritte zum finalen Stoß ansetzen durfte, ging die Angst um, dass man wieder einmal in letzter Sekunde einen sicher geglaubten Punkt liegenlassen würde.

Keine Entscheidung

Doch auch die Coburger scheiterten mit ihrem Versuch, das Spiel für sich zu entscheiden. Eine knifflige Situation führte zu Irritationen und einem Zeitverlust, der letztlich nur noch wenige Sekunden ließ, das Spiel zu gewinnen. Ein Coburger Spieler hatte beim Zurücklaufen den Ball, aus welchen Gründen auch immer, weggespielt, ein Umstand der in der Schlussminute einer besonderen Bewertung bedarf. Offensichtlich hatten die beiden Schiedsrichter das Spiel aber nicht unterbrochen, so dass dies nicht als grobe Unsportlichkeit gewertet wurde. Wie auch immer, der entscheidende Ball zwei Sekunden vor dem Ende traf das gegnerische Gehäuse nicht. So blieb beiden Trainern am Ende nur, das 22:22 als gerechtes Ergebnis zu werten. Während die Unterfranken den Punktgewinn feierten, mussten die Oberfranken  wieder einmal die bittere Pille schlucken: Gegen die Wölfe können sie einfach nicht gewinnen.

Nach Abpfiff kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Fans, die durch die Polizei aufgelöst werden mussten.

Spielstatistik

DJK Rimpar Wölfe

Max Brustmann, Konstantin Madert (n.e.), Sebastian Kraus (6/3), Stefan Schmitt (1), Dominik Schömig (1), Julian Bötsch (2), Jan Schäffer (3), Patrick Schmitt (1/1), Lukas Sieger (n.e.), Florian Schneider (n.e.), Max Bauer, Benedikt Brielmeier (4), Julian Sauer (1)

HSC 2000 Coburg

Jan Kulhanek, Oliver Krechel, Markus Hagelin (4), Lukas Wucherpfennig, Dominic Kelm, Matthias Gerlich (3), Sebastian Kirchner, Jiri Vitek (1), Steffen Coßbau (5/2), Florian Billek (2), Till Riehn (1), Adnan Harmandic (1), Girts Lilienfelds (2), Romas Kiveliavicius (3)

Schiedsrichter: Sebastian Grobe/Adrian Kinzel
Strafen: Rimpar 3x2min, 1 Disqu. (Max Bauer), Coburg 2x2min
Siebenmeter: Rimpar  5/4, Coburg 5/2
Spielstände: 1:0, 2:3, 5:5, 5:10, 6:10, 7:11 – Halbzeit – 7:12, 8:13, 12:13, 13:15, 16:16, 19:16, 21:19, 22:21, 22:22

Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung der DJK Rimpar Wölfe.

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