Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Sicherheitsbilanz für das Stadtgebiet Würzburg 2015

Allgemeines:

Im Jahr 2015 ereigneten sich im Stadtgebiet Würzburg insgesamt 12.126 Straftaten, von denen die Polizei fast 9.000 aufklären konnte. Dies entspricht einer Aufklärungsquote von 73,9 Prozent, was einen Höchstwert in den vergangen zehn Jahren bedeutet. Die Quote liegt zudem 1,4 Prozentpunkte über dem bayerischen Landesdurchschnitt von 72,5 Prozent. Unter den bayerischen Städten mit über 100.000 Einwohnern bedeutet dieses Aufklärungsergebnis eine Spitzenposition.

Kaum kriminelle Energie durch Flüchtlinge

Bei der Kriminalitätsbelastung, also der Zahl der Straftaten je 1.000 Einwohnern, verzeichnen wir einen Anstieg um 6,5 Prozent im Stadtgebiet Würzburg. Dies hängt unmittelbar mit der Zunahme der Gesamtzahl der Straftaten zusammen. Die Polizei zählte im Stadtgebiet Würzburg 700 Straftaten mehr als noch 2014. Dieses Plus resultiert fast ausschließlich aus dem starken Zustrom von Flüchtlingen.

Allein in Würzburg registrierten wir einen Anstieg der Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz von rund 1.300 im Jahr 2014 um 520 Fälle auf über 1.800 bis zum Ende des vergangenen Jahres aus. Bereinigt man die Statistik rechnerisch um diese Straftaten, läge die Gesamtzahl aller Fälle bei etwa 10.300 und somit unterhalb des Vorjahresniveaus.

Es ist jedoch festzustellen, dass die in überwiegender Anzahl durch Flüchtlinge begangener Straftaten ausländerrechtliche Delikte waren und hiervon kaum kriminelle Energie ausgeht.

Besonders erfreulich ist, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche nach einem Anstieg im Jahr 2014 wieder deutlich gesunken ist. Bei den Fallzahlen ist im vergangenen Jahr ein Rückgang um knapp 20 Prozent auf 86 Straftaten festzustellen. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote von etwa 15 Prozent im Jahr 2014 deutlich auf 36 Prozent angestiegen.

Ein weiterer Rückgang kann im Bereich der Körperverletzungsdelikte festgestellt werden. Hier wurden im Jahr 2015 nur noch 1.086 Straftaten registriert, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 78 Fällen entspricht. Die Aufklärungsquote ist hierbei leicht auf knapp 90 Prozent angestiegen.

Mit insgesamt 774 Straftaten nehmen die einfachen Körperverletzungen den Löwenanteil in dieser Deliktsgruppe ein. Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen hingegen ist im vergangenen Jahr um etwa vier Prozent auf insgesamt 254 Fälle angestiegen. Dies stellt aber nach dem deutlichen Rückgang um 17 Prozent im Vorjahr keinen Grund zur Besorgnis dar.

Bei den Betrugsdelikten sind die Fallzahlen im letzten Jahr sprunghaft um 17 Prozent auf 2.162 Straftaten angestiegen. Dabei spielt besonders der Anstieg der „Schwarzfahrer“ eine Rolle. Auch hier wurde aufgrund der Flüchtlinge, die ohne gültige Fahrkarte in den Zügen aufgegriffen wurden, ein Fallzahlenanstieg verzeichnet. Jedoch schlagen auch die erfolgreichen gemeinsamen Kontrollen von Verkehrsbetrieben und Polizei in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Buche.

Ebenfalls deutlich angestiegen sind im vergangenen Jahr die registrierten Rauschgiftdelikte um mehr als 100 Fälle auf insgesamt 1.076 Straftaten. Hier zeigt sich die trotz zahlreicher Zusatzbelastungen (G7-Gipfel, Fußballeinsätze, PEGIDA-Demonstrationen usw.) gesteigerte Kontrolltätigkeit der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt. Auch weiterhin legt die Würzburger Polizei einen Schwerpunkt auf Kontrollen zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität und zeigte häufig Präsenz an relevanten Örtlichkeiten, da nach wie vor die polizeilichen Erkenntnisse einen Zusammenhang zwischen Betäubungsmittel- und Eigentumskriminalität nahelegen.

Tatverdächtige:

Die Würzburger Polizei konnte im letzten Jahr 7.021 Tatverdächtige ermitteln, was einem deutlichen Anstieg von fast 500 Beschuldigten im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Besonders im Fokus stehen dabei nach wie vor die unter 21-Jährigen, die gemessen an ihrem sinkenden Bevölkerungsanteil von etwa 15 Prozent mit 26 Prozent aller Tatverdächtigen überproportional bei der Begehung von Straftaten vertreten sind. Am häufigsten sind Jugendliche (bis 18 Jahre) 2015 bei einfachen Diebstählen aufgefallen, aber auch bei Körperverletzungen und Rauschgiftdelikten.

In der Gruppe der Heranwachsenden (18-21 Jährige) wurden mit knapp 170 Straftaten am häufigsten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert, gefolgt von einfachen Körperverletzungen.

11,5 Prozent aller Tatverdächtigen standen bei der Tatausführung unter Alkoholeinfluss. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um knapp vier Prozentpunkten. Trotz der gestiegenen Gesamtzahl aller Tatverdächtigen (+497) standen letztes Jahr über 170 Menschen weniger bei der Begehung von Straftaten unter dem Einfluss von Alkohol.

Einsatzgeschehen:

Auch im Jahr 2015 hatte die Polizeiinspektion Würzburg-Stadt eine Vielzahl von verschiedensten Einsatzlagen außerhalb des alltäglichen Dienstes zu bewältigen. Bei insgesamt 337 Einsätzen im Stadtgebiet waren unter Federführung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt wieder zahlreiche Polizeibeamte aus Unterfranken, benachbarter bayerischer Polizeipräsidien und der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingesetzt.

166 Versammlungen

Die Zahl der öffentlichen Versammlungen unter freiem Himmel lag im vergangenen Jahr bei 166. Nur durch den hohen Kräfteansatz konnten größere Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Demonstrationsteilnehmern und -gegnern verhindert werden. Ein Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr insbesondere in der Betreuung von insgesamt 14 PEGIDA-Versammlungen im Stadtgebiet und den damit verbundenen, zahlreichen Gegendemonstrationen.

Ein leichter Rückgang des Einsatzvolumens ist im Zusammenhang mit Veranstaltungen (Feste, Konzerte, Sportveranstaltungen usw.) zu verzeichnen. Dennoch waren auch hier wieder sehr viele Beamte im Einsatz, um den sicheren Verlauf von insgesamt 101 derartiger Anlässe im Stadtgebiet zu gewährleisten.

Über 2.800 Beamte bei 69 Sportveranstaltungen

Ebenso zu den Aufgaben der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt zählt die Betreuung von zahlreichen sportlichen Ereignissen, wie zum Beispiel den Heimspielen der Würzburger Kickers in der 3. Liga oder den Spielen des FV Würzburg, aber auch die regelmäßigen Spiele der s. Oliver-Baskets und des Handballvereins DJK Rimpar Wölfe. Zahlenmäßig war die Polizei im Jahr 2015 mit einem Kräfteansatz von mehr als 2.800 Beamten bei 69 Sportveranstaltungen im Stadtgebiet im Einsatz.

Kickers Aufstieg Herausforderung

Vor eine besondere Herausforderung wurde die Würzburger Polizei durch den Aufstieg der Würzburger Kickers in die 3. Liga gestellt. Von August bis Jahresende standen insgesamt elf Heimspiele in Liga 3 mit durchschnittlich etwa 4.500 Zuschauern auf dem Programm.

 

Zu Gast in der heimischen Flyeralarm-Arena waren bereits namhafte Vereine, wie z. B. Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue oder der Hallesche FC. In der Hauptrunde des DFB-Pokals war mit dem SV Werder Bremen auch ein Bundesligist zu Gast im Stadion am Dallenberg.

Insgesamt registrierte die einsatzführende Polizeiinspektion Würzburg-Stadt im Zusammenhang mit den 18 Heimspielen der ersten Drittligasaison 23 verletzte Personen, davon sechs Polizeibeamte. Knapp 50 strafrechtliche Ermittlungsverfahren wurden im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Fußballfans eingeleitet und 28 Beschuldigte mussten von der Polizei vorläufig festgenommen werden.

Generell konnten die Einsatzlagen jedoch mit den vorhandenen Einsatzkräften gut bewältigt werden. Im Einzelnen verweisen wir auf die jeweiligen Pressemeldungen nach den Spielen.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt.

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