Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Darum geht es Studenten nur ums Geld

Generation Y

Jede Generation hat ja so ihre Eigenheiten und natürlich auch eine mehr oder weniger treffende Bezeichnung bekommen. Da wäre zum Beispiel die „Generation Baby Boomer“ oder die „Generation Golf“. Die Generation der aktuellen Studenten und Berufsanfänger wird in vielen Medien nun „Generation Y“ genannt. Diese Generation gilt als gut ausgebildet, oft mit Hochschulabschluss. Und natürlich zeichnet sie sich durch einen technologieaffinen Lebensstil aus – schließlich ist diese Generation in einem Umfeld von Internet und mobiler Kommunikation aufgewachsen. Den jungen Leuten geht es angeblich weniger um Prestige und Geld, mehr um Familie und den Lebenssinn. Eine Studie lässt laut Berichten der Welt aber daran zweifeln.

Zweifel am „Generationenkonzept“

Kritische Sozialwissenschaftler haben das Gerede von den verschiedenen Generationen ohnehin für Quatsch gehalten. Laut „Die Welt“ sind nach Meinung der Wissenschaftler die diffusen Generationenkonzepte nur erfunden worden, um einen millionenschweren Bestseller- und Beratermarkt am Leben zu halten. Hört sich zwar wie ein böser Verdacht an, doch eine neue Studie bestätigt diese Meinung durchaus.

Der „Studentenmonitor“ der Beratungsgesellschaft Deloitte zeigt nämlich auf, dass die legendäre „Generation Y“, die jetzt anfängt, in das Berufsleben zu starten oder frisch im Beruf sind, offenbar ganz anders tickt, als ihr seit Jahren nachgesagt wird. Denn nicht die Freude am Job und die Sinnsuche stehen für die Jahrgänge 1980 bis 2000 im Vordergrund, sondern eher der Status und das Gehalt.

Unflexibel beim Gehalt

Laut „Die Welt“ sind akademische Nachwuchskräfte zwar flexibel, aber nicht, wenn es um das Gehalt geht. Bei der Wahl des Unternehmens steht für die heutige Studentengeneration an erster Stelle die Bezahlung. „Und genau das unterscheidet sie damit stark vom vorherrschenden Bild der „Generation Y'“, stellt Maren Hauptmann, Partner Human Capital Advisory bei Deloitte, fest.

Lieber Konzern als Start-Up

In der Studie gaben die jungen Leute an, dass neben dem Standort, am besten eine deutsche Millionenstadt, vor allem die vom Unternehmen gebotenen Leistungen für die Jobwahl ausschlaggebend sind. An erster Stelle steht mit 62 Prozent die Entlohnung. Für 44 Prozent ist es wichtig, dass die Arbeit interessant ist, und 43 Prozent legen Wert auf ein angenehmes Arbeitsklima.

Keine große Rolle hingegen spielt für die Berufsanfänger, ob das Unternehmen innovativ ist. Und auch das Weiterbildungsangebot in der Firma interessiert nicht wirklich. Fast die Hälfte der Befragten könne sich aber vorstellen, ein eigenes Unternehmen ins Leben zu rufen. Letztendlich wünschen sich die Befragten einen gut bezahlten Job in zentraler Lage. Und die Firma sollte sich im besten Fall natürlich auch schon einen Namen gemacht haben. „Es gibt durchaus einen Gründergeist bei den Studenten, aber die meisten bevorzugen die Sicherheit einer traditionellen Anstellung,“ fasst Nicolai Andersen, Leiter des Bereichs Innovationen bei Deloitte, zusammen.

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