Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Grillen und Schöppeln – wo ist das in Würzburg erlaubt?

Frühlingsgefühle am Main

Würzburg im Frühling – da kommen Gefühle bei den Lieben Nachbarn auf. Nach den trüben Wintermonaten treibt es die Scharren wieder hinaus und die Würzburger tun das, was sie nunmal am liebsten tun: sich mit einem Gläschen Wein an den Main setzen und vielleicht sogar an einem lauschigen Plätzchen den Grill anwerfen. Doch Vorsicht: Nicht überall ist das auch erlaubt.

Dabei mag es der Würzburger – und vor allem der Würzburger Student – häufig ganz einfach. Eine Flasche Wein und eine Picknickdecke eingepackt, ab geht’s an ein schönes Plätzchen im Freien. Vor allem die Mainpromenade, der Graf-Luckner-Weiher oder die eine oder andere Wiese am Hubland sind an warmen Tagen und lauen Abenden beliebte Treffpunkte. Ein Schoppen, ein Bierchen, ein gutes Gespräch – so leibt und lebt sich’s in den Frühlings- und Sommermonaten in der Mainmetropole.

Alkoholverbote in der Stadt

Doch nicht überall darf man Decke und Weinflasche unbekümmert auspacken. Absolute Alkoholverbote gelten in Würzburg auf den städtischen Kinderspiel- und Bolzplätzen, darüber hinaus am Wagnerplatz in Grombühl sowie an der Leonhard-Frank-Promenade am Mainufer. Entsprechende Schilder machen auf diese Regelungen aufmerksam. Wer sich im Fall der Fälle nicht daran hält, bekommt zunächst eine mündliche Ermahnung ausgesprochen. Bei fehlender Einsicht oder wiederholten Verstößen droht ein Verwarngeld in Höhe von 35 Euro.

Kein Verbot ohne Grund

Die Stadtverwaltung gibt dabei zu bedenken, dass ein Alkoholverbot nur dann eingerichtet wird, wenn erhebliche Sicherheitsstörungen vorliegen und zu erwarten sind. Mit den bisherigen Alkoholverboten habe man sehr gute Erfahrungen gemacht. So wurde das Alkoholverbot an der Leonhard-Frank-Promenade am 25. März 2010 vom Würzburger Stadtrat verhängt. Anlass seien damals regelmäßig ausufernde Trinkgelage und damit verbundene Handgreiflichkeiten sowie die starke Verschmutzung der Grünanlagen gewesen.

Sowohl beider Stadtverwaltung wie auch dem Gartenamt und der Polizei banden zahlreiche Zwischenfälle auf dieser „Partymeile“ gerade zur Sommerzeit viele Ressourcen. Auch der Main-Radweg, einer der beliebtesten und am meisten befahrenen Radwege Deutschlands, führt über die Leonhard-Frank-Promenade. Radfahrer beklagten sich immer wieder über Glasbruch auf der Fahrbahn. Im Sommer 2010 startete die Testphase des Verbots. Am 2.Dezember desselben Jahres stimmte Stadtrat erneut über die Sachlage ab. Daraufhin wurde die unbefristete Verankerung in der Sicherheitssatzung festgelegt. Zwar befasste man sich im Juli 2015 nach ausführlichen Diskussionen nochmals mit einer eventuellen Aufhebung – zu einem Beschluss kam es aber bislang nicht.

Fleischeslust statt Grillfrust

Mit der warmen Jahreszeit flammt bei so manchem auch das Verlangen nach leckerem Grillgut sprichwörtlich wieder auf: Steak, Bratwurst, Grillgemüse – allein der Gedanke lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und da nicht jedem ein Balkon samt High-Tech-Grill zur Verfügung steht, bietet es sich geradezu an, auf die Würzburger Grünflächen auszuweichen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten – denn: Laut Stadt ist es grundsätzlich verboten, auf Straßen, Wegen, Plätzen und in öffentlichen Grünanlagen zu grillen oder offene Feuerstellen zu errichten.

Die Stadt hat deshalb für Grillfreunde drei offizielle Plätze eingerichtet, an denen bis zu 15 Personen grillen dürfen, ohne einen Antrag stellen und auf eine Genehmigung warten zu müssen. So darf etwa an den Mainwiesen in der Zellerau nahe dem Kloster Himmelspforten am Ende der Mainaustraße ohne jede Reue gegrillt werden. Es sind keine fest installierten Grilleinrichtungen vorhanden, jedoch gibt es dort sechs Bodenvertiefungen für eigene Grillgeräte. Auch am Grillplatz unter der Konrad-Adenauer-Brücke muss man seinen eigenen Grill mitbringen, dafür sind zum bequemen Schlemmen praktische Tisch-Bank-Kombinationen vorhanden. Feste Grilleinrichtungen stehen dagegen am Grillplatz Feggrube in der Nähe des Graf-Luckner-Weihers in Richtung Randersacker zur Verfügung. Was alle drei Locations gemeinsam haben: Reservierungen sind fehl am Platz –es gilt: Wer zuerst kommt, grillt zuerst!

Wenn der Müll nicht wäre…

Ganz wichtig: Die Stadt appelliert Jahr für Jahr an alle Grillfreunde, Picknicker und Frischluftgenießer, die Plätze sauber wieder zu verlassen. Denn in den Grünanlagen sorgen die Mitarbeiter des Gartenamtes für Ordnung. Gerade an und nach Wochenenden mit idealem Grillwetter kämen diese laut Georg Wagenbrenner, Pressesprecher der Stadt Würzburg, kaum zu den eigentlichen Gärtnerarbeiten. Etwa 110 Tonnen Müll würden pro Jahr aus den Grünanlagen entfernt – Tendenz steigend.

Darüber hinaus werde viel Müll nicht sachgerecht in oder zumindest neben den Tonnen entsorgt: „Immer wieder bleiben ganze Grille, verpackte Lebensmittel oder Getränkekisten einfach an der Stelle zurück, wo gefeiert wurde. Die Mitarbeiter des Gartenamts sind entsprechend lange mit dem Einsammeln der Abfälle beschäftigt. Auch wiederholte Fälle von Vandalismus erschweren die Arbeit, z. B.Feuer in Mülltonnen und beschädigte Holzbänke und -tische“, so der Pressesprecher. Also: Jetzt wisst Ihr Bescheid! Lasst uns also gemeinsam einen fabelhaften Frühling in Würzburg erleben und zu einer schönen, sauberen Stadt beitragen. Wir sind jedenfalls schon Feier & Flamme!

Liebe Nachbarn – das Stadtmagazin für Würzburg

Diesen Text findet Ihr übrigens auch in der aktuellen Frühlingsausgabe von Liebe Nachbarn. In dem Stadtmagazin bekommt Ihr nicht nur Infos, wo Grillen und Schöppeln in Würzburg erlaubt ist – hier findet Ihr jede Menge Geschichten über Würzburg und die Würzburger. So erzählt der Comedy-Autor Tommy Schmitt z.B. über ein äußerst feuchtfröhliches Wochenende in „Spice Castle“, Straßenmaler Marcel berichtet über seine Kunstwerke in der ganzen Stadt und Diplom-Psychologe Lorenz Wohanka erklärt, was die Frühlingsgefühle mit uns anrichten.

Ganz bequem zuschicken könnt Ihr Euch die Ausgaben von Liebe Nachbarn im WüShop lassen – per Abo oder die aktuelle Ausgabe zum Versandkostenpreis. 

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