Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„Internationaler Cannabis-Tag“ – gemeinsames Kiffen für die Legalisierung

Code „4/20“ – ein Joint um 20 nach 4

Schon gewusst? Heute, am 20. April, ist „internationaler Cannabis-Tag“. Seinen Ursprung fand das im wahrsten Sinne berauschende Fest wohl, wie so vieles, in den USA. Vor allem an den amerikanischen Universitäten wird der Cannabis-Tag laut dem Kölner Stadt-Anzeiger zelebriert. Im englischen Sprachgebrauch wird er auch als der „420 Day“ bezeichnet. Als Stichwort lautet hier genau das: „4/20“ – am 20.04. um 16.20 Uhr zündet man sich gemeinschaftlich einen Joint an, um für die Legalisierung von Cannabis zu plädieren.

Was es mit dem Ursprung der Begrifflichkeit „4/20“ allerdings auf sich hat, das wüsste laut diversen Medienberichten heutzutage keiner mehr so genau. Theorien gibt es, so der Kölner Stadt-Anzeiger, jedoch einige. So sollen sich vor vielen Jahren fünf Freunde aus Kalifornien verabredet haben, um an einem verlassenen Küstengebiet nach einer Hanfplantage zu suchen. Während der Suche versorgten sie sich jedoch schon mal mit Joints und zwar unter dem Codewort „4/20“. In einer weiteren Geschichte hieße es laut dem Stadt-Anzeiger, früher wäre 420 der interne Polizei-Code für Drogen-Delikte im Zusammenhang mit Marihuana gewesen.

Keine Legalisierung in Sicht

Aber nicht mehr nur in den USA wird am „420 Day“ kollektiv gekifft, längst ist das Fest über die Grenzen hinaus bekannt. So etwa im Londoner Hyde Park, wo sich laut dem Kölner Stadt-Anzeiger jährlich tausende Kiffer treffen und sich für die Cannabis-Legalisierung einsetzen. Weltweit plädieren Befürworter an diesem Tag für Entkriminalisierung und Legalisierung von Cannabis – und das nicht ohne Erfolg. In einigen Bundesstaaten der USA wurde der Anbau und Verkauf in den letzten Jahren reguliert erlaubt.

Würzburger Anwalt zur Legalisierungsdebatte

In Würzburg oder generell in Deutschland sind wir von einer Legalisierung indes noch weit entfernt. Mit einem Volksbegehren und dem Entwurf eines Bayerischen Hanfgesetzes versuchte der Cannabis-Verband Bayern, ein Zeichen zu setzen. 27.000 Unterschriften haben die Initiatoren des Volksbegehrens „Ja zur Legalisierung von Cannabis in Bayern als Rohstoff, Medizin und Genussmittel“ gesammelt und dem Bayerischen Innenministerium vorgelegt. Am 21. Januar diesen Jahres verkündete der Bayerische Verfassungsgerichtshof jedoch, dass das Volksbegehren abgelehnt werde.

Würzburg in der Debatte um die Legalisierung

Die beiden Würzburger Rechtsanwälte Martin Reitmaier und Peter Möckesch haben langjährige Erfahrung mit Klienten, die mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz zu ihnen kommen. Wir haben mit Ihnen in einem dreiteiligen Interview über die Legalisierung von Cannabis gesprochen, zu sehen in der folgenden Youtube-Playlist:

Habt Ihr von Veranstaltungen zum „4/20 Day“ konkret in Würzburg gehört? Wir noch nicht, aber darüber hinaus setzen sich diverse Interessengruppen für die Marihuana-Legalisierung ein. Mittlerweile wird jährlich, so auch 2015, beim „Global Marihuana March“ in Würzburg für die Legalisierung von Cannabis demonstriert. Am Nachmittag des Samstag 16.05.2015 fand die Kundgebung zum letzten Mal statt. Damals fanden sich zu einer friedlichen Auftaktkundgebung am Bahnhofsvorplatz ca. 400 Teilnehmer ein.

Besonders aktiv in diesem Gebiet sind in Würzburg, aber auch in anderen Städten Fans der Facebook-Seite Cannabis Social Club.

Cannabis als Schmerzmittel

Immer wieder flammt auch die Diskussion auf, dass Cannabis als Schmerzmittel eingesetzt werden solle und dafür von den Patienten auch selbst angebaut darf. Auch hier gibt es einen speziellen Bezug zu Würzburg: Am 22.07.2015 jährte sich das „Kölner Cannabisurteil“ vom Juli 2014, wie berichtet, zum ersten Mal. Günter Weiglein bekam vom Kölner Verwaltungsgericht damals die Erlaubnis, Cannabis selbst anzupflanzen. Der Würzburger ist einer der wenigen Menschen, die in Deutschland Cannabis legal konsumieren dürfen. Nach einem Motorradunfall plagen ihn chronische Schmerzen, von denen er durch den Cannabis-Konsum zumindest zeitweise erlöst wird. Trotz des Gerichtsbeschlusses darf Weiglein übrigens immer noch kein eigenes Cannabis anbauen. Er und sein Anwalt Matthias Schillo kämpfen immer noch für die Elaubnis Cannabis anbauen zu dürfen.

Alles rund ums Thema Cannabis auf Würzburg erleben lest Ihr hier.

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